Personalwechsel auf dem Tannenhof: Hamberger geht, Plönzke kommt

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Leif Hamberger und Fahrenheit nach ihrem Sieg im Hessischen Berufsreiterchampionat.

Anja Plönzke will sich wieder mehr um den familieneigenen Betrieb kümmern und wechselt darum von München zurück auf das Gestüt Tannenhof ihres Vaters. Der bisherige Betriebsleiter Leif Hamberger sieht neuen Herausforderungen entgegen.

Ihr Vater Klaus Plönzke habe schon seit längerem immer mal wieder gefragt, ob sie nicht zurückkehren wolle, berichtete Anja Plönzke gegenüber St.GEORG online. Sie lebte und arbeitete seit 2012 in München. Die Entscheidung, doch wieder ins Hessische zu wechseln, kam im Frühjahr dieses Jahres während eines Besuchs in Wellington zusammen mit ihrem Vater zustande: „Wir waren wegen ClipMyHorse in Florida. Da habe ich einfach gemerkt, dass er mich braucht“, sagt Plönzke. Sie hat das Internet-TV-Format ClipMyHorse zusammen mit ihrem inzwischen 80-jährigen Vater gegründet, das heute von Pferdesport- und -zuchtveranstaltungen nicht mehr wegzudenken ist. In Zukunft will sie sich zusätzlich zur Leitung des Tannenhofes wieder vermehrt in der Firma einbringen. Der Schritt sei ihr auch deshalb leichter gefallen, weil sie sich im vergangenen Jahr von ihrem Mann Roland Bauer getrennt habe, erklärte Plönzke weiter. Dennoch wird sie ihre Wohnung in München behalten. Ihre Trainertätigkeit vor Ort wird sie allerdings aufgeben. Das einzige Pferd, das zusammen mit Anja Plönzke nach Hessen zieht, ist der achtjährige Hannoveraner Belfast v. Benetton Dream. Aber auf dem Tannenhof warten diverse Cracks auf sie, unter anderem der inzwischen Grand Prix-reife Fahrenheit.

Leif Hamberger geht

Als Anja Plönzke 2012 den Tannenhof verließ, war Leif Hamberger in ihre Fußstapfen getreten. Hamberger genoss seine Ausbildung bei Paul Schmid am hessischen Landesleistungszentrum in Darmstadt-Kranichstein. Danach arbeitete er unter anderem mit Ulla Salzgeber und Holga Finken zusammen. Auf dem Tannenhof hat er sich rasch einen Namen gemacht. Sein bestes Pferd war besagter Fahrenheit, ein jetzt zehnjähriger Hannoveraner v. Fidertanz-De Niro. Mit ihm wurde Hamberger zweimal Hessischer Berufsreiterchampion, nahm am Finale des Nürnberger Burg-Pokals teil und platzierte sich in diesem Jahr mehrfach auf S***-Niveau. Das Ziel für diese Saison war der Louisdor Preis. Leif Hamberger ist überzeugt, Fahrenheit habe das Potenzial, ein internationales Grand Prix-Pferd zu werden: „Für Piaffe und Passage erhielt er schon jetzt mehrfach Achten.“

Zukunftspläne

Der Hengst wird nun von Anja Plönzke weitergeritten, ein Grund, weshalb Hamberger den Tannenhof verlässt: „Mir fehlt nun die sportliche Perspektive.“ Gleichwohl könne er gut verstehen, dass Klaus Plönzke sein bestes Pferd seiner Tochter zur Verfügung stellen will. „Wir gehen absolut im Guten auseinander. Ich weiß, das sagen alle. Aber es ist wirklich so!“ Er selbst hat zwar bereits einige Angebote bekommen, will sich aber erst noch ein wenig mit der Neuorientierung beschäftigen, wie er sagt.