Schweizer Springreiterin Nadja Peter Steiner wegen Dopings gesperrt

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Nadja Peter Steiner mit Saura de Fondcombe (© www.toffi-images.de)

Nadja Peter Steiner hat die wohl erfolgreichste Saison ihrer Karriere hinter sich, die mit Mannschaftsbronze bei den Europameisterschaften in Göteborg gekrönt wurde. Nun wurde ihr Spitzenpferd positiv auf die verbotene Substanz O-Desmethyltramadol getestet.

Beim CSI3*-Weltcupturnier in Tetouan, Marokko, Anfang Oktober musste Nadja Peter Steiners elfjährige Selle Francais-Stute Saura de Fondcombe in die Dopingkontrolle. Das Paar hatte zuvor das Weltcup-Springen gewonnen. Im Körper der Balou du Rouet-Tochter fand sich die verbotene Substanz O-Desmethyltramadol. Dabei handelt es sich um ein Abbauprodukt des Opioids Tramadol, das im Humanbereich auch als psychoaktive Droge konsumiert wird. Es soll unter anderem schmerzstillend, angstlösend und euphorisierend wirken. O-Desmethyltramadol gilt als verbotene Substanz, als Doping. Darunter fallen all jene Substanzen, die gar nichts in einem Pferdekörper zu suchen haben.

Nadja Peter Steiner und Saura de Fondcombe wurden vorläufig für Turniere gesperrt. Für die Reiterin, der „verantwortliche Person“ („Person Responsible“, PR) gilt die Sperre bis zum Urteil des FEI Tribunals. Für das Pferd zwei Monate lang.

Nadja Peter Steiner hat die Öffnung der B-Probe beantragt und muss nun vor dem FEI-Tribunal Stellung nehmen in der Angelegenheit. Eventuell muss sie mit einer Sperre von zwei Jahren rechnen.

Über Nadja Peter Steiner

Die 33-jährige Nadja Peter Steiner war dieses Jahr ein neues Gesicht im Schweizer Team. Sie vertrat die Eidgenossen sowohl beim CHIO Aachen, wo die Schweiz gemeinsam mit den USA Platz zwei hinter Deutschland belegte, als auch bei den Europameisterschaften in Göteborg, die die Mannschaft auf dem Bronzetreppchen abschloss.

Gegenüber der Online-Seite Pferdewoche.ch sagte Steiner: „Ich bin zutiefst bestürzt über die Nachricht der positiven Medikationskontrolle, zumal mir noch immer jegliche Erklärung fehlt. Weder ich noch jemand aus meinem Umfeld haben die gefundene Substanz verabreicht. Bei der Probenentnahme wurde Blut abgenommen – im Bericht der FEI steht jedoch Urin als ­‘Methode’. Der gefundene Wert liegt im Nanogramm-Bereich und sei, so sagte man mir, in dieser Menge auch in normalem Trinkwasser zu finden. Die Einhaltung der Anti-Doping-Bestimmungen hat für mich höchste Wichtigkeit. Wir Reiter sind sehr sensibilisiert auf dieses Thema und das Wohl unserer vierbeinigen Partner steht für uns an obers­ter Stelle.“

Noch ein Doping-Fall

Noch ein weiterer Reiter wurde des Dopings überführt: der Kolumbianer Pablo Carreño Mora. Sein Pferd HSM Cornelio war im August bei einem 80 Kilometer-Distanzritt in Ubate getestet worden. Man fand die verbotene Substanz Ractopamine in seinem Körper. Ractopamine wurde in der Mast von Schlachttieren eingesetzt. Je nach Dosis konnten die Tiere mittels Ractopamine sowohl schlank gehalten als auch fett gefüttert werden. Inzwischen ist Ractopamine in vielen Ländern verboten, da es zu Herzproblemen und Bluthochdruck führen kann.

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