Statement von Martin Fuchs zu dem Vorfall in Linz

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(© Pauline von Hardenberg)

Springreiter Martin Fuchs war von einem Schweizer Tierschutzverein, der Stiftung für das Tier im Recht, angezeigt worden, weil er im April bei einem internationalen Turnier in Linz sein Nachwuchspferd geschlagen hat. Wir haben Martin Fuchs um Stellungnahme in der Sache gebeten.

Martin Fuchs (29), derzeit die Nummer eins der Springreiter-Weltrangliste, bedankte sich für die Anfrage und die Möglichkeit Stellung zu beziehen. Er sagte, bei ihm liege momentan keine Anzeige vor. Zu dem Vorfall selbst nimmt er wie folgt Stellung:

„Am Springturnier in Linz hat mein 8 jähriger Wallach Viper Z in der Kurve verweigert. Da Viper auf den Hinterbeinen gestiegen ist und sich nach rechts abdrehte, habe ich die Gerte auf dem rechten Hals angewandt um den Wallach nach vorne zu korrigieren und die gefährliche Situation gelöst ohne dass Pferd und Reiter rückwärts hinfallen. Die letzten Sprünge des Parcours absolvierten wir ruhig und ohne starke Einwirkung. Leider ist auf dem Video nicht zu sehen wie ich mit Viper noch einige Zeit im Parcours verbracht habe um ihm Vertrauen zu geben. Die nächsten Parcours erfüllten Viper und ich sehr harmonisch mit einem guten Zusammenspiel.“ Tatsächlich hat das Paar die letzte der drei Prüfungen an dem Wochenende gewonnen.

Fuchs sagte, er habe sich nach der Prüfung von sich aus an die Richter gewandt, um das Szenario zu erklären: „Nach meinem Parcours habe ich mich freiwillig auf die Jury begeben um den Vorfall zu erläutern.“ Vorsitzender Richter an dem Wochenende war der Österreicher Fritz Steiner. Wir haben ihn telefonisch erreicht, aber er wollte sich nicht äußern: „Es wird dazu ein Statement der FEI geben. Ich werde dazu nichts sagen.“

Das Video mit der Szene, um die es geht, finden Sie hier.

  1. Britt

    Solcher Sport sollte definitiv verboten werden ! Wie kann man so egoistisch sein um nur sein Ziel zu erzielen, dann noch sein Pferd schlagen und dann sich als Sieger fühlen ? Solche Reiter gehören gesperrt für immer ! Das Pferd gibt soviel und dass ist der Dank!

    • California

      So eine unqualifizierte Antwort ist schwer zu ertragen. Martin
      Fuchs ist ein einfühlsamer
      Reiter und bevor man so pauschal antwortet, sollte man lieber den Artikel richtig lesen. Er hat versucht die Situation zu entschärfen, damit weder dem Pferd noch dem Reiter etwas passiert. Diese Art von unwissenden Aktionismus muss endlich aufhören da er nur schadet und keinesfalls hilft.

        • Motte11

          Ja, Video gesehen, A. Rauf-Vater. Martin Fuchs hat das Pferd mit einer Patsche am Hals dazu aufgefordert, nach vorne zu gehen und die Widersetzlichkeit des Pferdes so unterbunden. In den nachfolgenden Springen hat das Pferd dann seinen „Job“ wieder gemacht und diese dann gewonnen. Wäre das Pferd ernsthaft zu Schaden gekommen oder gequält worden, wäre diese Leistung nicht möglich gewesen.

          • A.Rauf-Vater

            Martin Fuchs hat massive Reiterfehler schon in der ersten Linkswendung begangen. Das Pferd ist vor dem linken Zügel weggelaufen- über die Schulter-mit Steigen hatte das nichts zu tun. Und ebenfalls unprofessionell war es, aus der Situation heraus die Zweifache anzureiten- um dann wieder bei der Landung massiv am linken Zügel zu ziehen. Von der Prügelei an den Hals reden wir da noch nicht einmal- das geht gar nicht! Pferde sollten keine „Job“ machen müssen, sondern durchlässig geritten sein, bevor sie mit erhöhten Anforderungen konfrontiert werden. Die Zeiten, wo Pferde in der Leistungsprüfung verprügelt werden, sollten der Vergangenheit angehören! Ich hätte als Richter abgeläutet! Und ich hoffe, dass Herr Fuchs das Ganze nach Videocheck letztendlich auch misslungen fand. PS: Viele Pferde leisten so einiges unter Quälerei, Schmerz und Zwang…

          • Doris

            A. Rauf-Vater weiß, wovon sie/er schreibt – danke. Offenbar jemand der ein gutes Auge hat und vermutlich selbst reitet. Dem ist nichts hinzuzufügen.

        • Sutter Kathrin

          Bin eindeutig mit A. RAUF-VATER einverstanden. Dieser Reiterfehler kommt immer und immer wieder vor bei Martin. Mir ist es unverständlich, dass solche grobe Reiterfehler von solchen Profis, besonders den Eltern die beide super Reiter waren und seine Trainer sind, nicht korrigiert wird.

  2. California

    Ja, das ist wirklich wichtig. Das Thema sollte sachlich und nicht emotional oder hasserfüllt geführt werden. Sonst bilden sich zwei Fronten, die eigentlich das gleiche wollen. Beide Seiten sorgen sich um das Wohl der Pferde. Ein Reiter tut das ähnlich wie ein Tierschützer, nur das ein Reiter einen größeren Bezug zu seinem Pferd hat und weiss was er diesem abverlangen kann. Reiten ist für Pferd und Reiter eine tolle Beschäftigung mit vielen Vorteilen. Auch ein Hund muss auf seine Bezugs Person hören. Das ist völlig normal. Wer selber nicht reitet sollte mehr Verständnis haben, da der Umgang mit einem Pferd fehlt.

  3. berndride

    ich glaube, dass die Pferde, wenn man sie fragen könnte, bei der Wahl als Sportpartner der Menschen zu leben oder gar nicht geboren zu werden, das Leben wählen würden, selbst auf die Gefahr hin, dass sie uns tragen müssen und wir ab und zu falsch am Zügel ziehen.

  4. Test

    Wem es noch nicht aufgefallen ist, NORBERT ist ein Troll, der zu mehreren Artikeln in den Kommentaren trollt. Bitte nicht darauf eingehen oder gar antworten!

    Dont’t feed the Troll!

    (Komischerweise kann ich nur unter Test was posten?!

  5. Toni

    Ich bin schon jedes Mal wieder erstaunt, mit welcher Arroganz ein Teil der Reiter und Züchter mit der, zum großen Teil berechtigten, Kritik von Tierschutzorganisationen umgeht. Das Statement ist, ebenso wie das von Herrn Beerbaum, ein schwerer Schlag für die Reiter, die einen angemessenen und fairen Umgang mit ihren Pferden anstreben und praktizieren. Wer sich das Video ansieht und auch dann noch von einer angemessenen „Korrektur“ spricht, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Das hier das St.Georg-Magazin einmal mehr solche eindeutigen Fehlverhalten hofiert und ohne einer Form von Kritik eine Plattform gibt, wird der Bedeutung des Themas sowie dem journalistischen Anspruch in keiner Form gerecht. Das Image des Pferdesports in der Gesellschaft hat in den letzten Monaten gelitten wie nie zuvor. Jedem, dem das Wohl und die Zukunft dieses Sports am Herzen liegt, ist gut beraten, Demut zu üben. Es gilt so schnell wie möglich notwendige Reformen einzuleiten und den (Welt-)Verband mit fähigen und zukunftsorientierten Köpfen neu zu besetzen. Allen beteiligten Akteuren muss es glaubhaft gelingen, das Wohl des Pferdes in den Mittelpunkt unseres Sports zu setzen.

  6. HedwigPaschulke

    @norbert: bitte erläutern Sie, wie Sie zu der Meinung gelangten, das Turnierreiten nur mit Gewalteinwirkung ginge. Ihre Meinung lässt den Rückschluss auf fehlendes Wissen zu – jemand mit Kenntnissen und/oder eigenen reiterlichen Erfahrungen tätigt solche Aussagen für gewöhnlich nicht (da sie faktisch nicht korrekt sind). Daher wäre eine Begründung von Ihnen für Ihre geäußerte Meinung hilfreich, um Ihre Meinungsäußerung entsprechend einordnen zu können. Ohne Erläuterung kommen Sie rüber wie ein ahnungsloser, böser kleiner Troll, dem es nicht um die Sache, sondern nur um’s unreflektierte polemische Rumstänkern als Kompensation für untergradig ausgeprägte geschlechtsspezifische Appendixe geht.

  7. Dominique Wehrmann

    Sehr geehrter Herr Dr. Anonym,

    bitte kontaktieren Sie uns zu dem Fall telefonisch (040/38906-101) oder per E-Mail an [email protected]. Ihre E-Mail Adresse ist leider ungültig. Daher können wir uns nicht mit Ihnen in Verbindung setzen.

    Freundliche Grüße vom St.GEORG Team

  8. Dressurreiterin

    @Dr.med.vet: Es ist nicht alles zu hundert prozent richtig, aber grundsaetzlich stimmt das schon so alles. Ich war vor Ort und bin auch Augenzeuge, das war schon echt heftig. Alle die das mitbekamen haben sich nur gegenseitig verschreckt angeschaut und jeder hoffte irgendwie, dass ein Verantwortlicher einschreitet. Irgendwer hat aber dann reingerufen.
    Ich will hier nicht mit reingezogen werden, es sind mir da zu maechtige Personen mit involviert und in Bayern sollte man es sich mit denen nicht verscherzen, man trifft sich ja immer wieder. Es ist schon so schwer genug hier! Am Ende passiert dann doch wieder nichts, es bleibt alles beim Alten und man ist der Doofe.
    Eine Anmerkung noch vielleicht: der angesprochene Richter war nicht direkt vor Ort (ich persoenlich habe ihn nicht gesehen), dieser ist jedoch Vorsitzender der LK Disziplinarkommission und der Vorfall wurde dort auch angezeigt, was aber so wie ich mitbekommen habe erst gar nicht geprueft wurde (siehe die oben angesprochenen Verbandelungen), sondern sofort abgewiesen wurde. Wie die genauen Verfahren in so einer Kommission sind, weiss ich nicht, aber jeder Fall sollte dann ja mehreren Mitgliedern der Kommission vorgelegt werden, was ja auch wiederum Richter sind. Also indirekt kann das mit der Einflussnahme schon stimmig sein.

    In der Konstellation macht es die Sache eigentlich noch krasser! Eine Pferdemisshandlung wird angezeigt und nicht weiter verfolgt oder abgewiesen. Aber so laufen die Dinge hier in Bayern, ich kenne genuegende Faelle, die aenlich gelaufen sind. Wenn einer sich mal traute und etwas angezeigt hat, dann waren ploetzlich die Noten der naechsten Turniere sehr, sehr viel schlechter. Meist betrifft es hier im suedlichen Raum nur zwei oder drei Reiter und vor einem hatten die Richter sowieso grundsaetzlich Muffensauen, der hat schon mal mit der Gerte auf den Richter Tisch gehauen, wenn er sich nicht angemessen benotet fuehlte.
    Uebringens, weil Ihr (St. Georg) hier um Kontaktaufnahme bittet: wendet Euch doch vertrauensvoll an die Reiter Revue, da wurde der Fall auch gemeldet und die wurden auch nicht weiter taetig. Nachdem, was wir alle gesehen haben, kann es nicht sein, dass die Pruegelattacke auf den Kopf in irgendeiner Form nicht Grund genug war, dass ganz klare Konsequenzen gezogen werden!

  9. Helmold Baron von Plessen

    Statement : Kommentare zum Geschehen in Pferdesport und Zucht sind wichtig und wertvoll, sofern sie „Sine Ira et Studio“ geschrieben werden. Wer dabei allerdings nicht den Schneid hat, mit seinem vollen Namen und einer korrekten E-mail Adresse ( Dr.med.vet Anonym) zu firmieren, sollte besser vom Kommentieren abstand nehmen. Argumente wie : „man wolle hier nicht mit reingezogen werden etc. “ ruecken die Stellungnahme in ein fragwuerdiges Licht. Ich wuerde es begruessen, wenn Kommentare mit „anonymen“ Hintergrund in Zukunft nicht mehr von der Redaktion des St.Georg veroeffentlicht wuerden.

  10. LeiderauchAnonym

    Lieber Herr von Plessen,
    wer so etwas anzeigt, dessen Turnierkarriere ist möglicherweise vorbei. Sollte derjenige in der Branche arbeiten, muss er sich ggf einen anderen Beruf suchen. Bei Anzeigen in anderen Disziplinen oder im Doping-Bereich ist das ähnlich. Ebenso bei Vorfällen in der Zuchtsparte und bei Rennen.
    Ich kann jeden verstehen der hier „den Ball flach hält“. Richtiger macht es das nicht, solche Personen wie die o.g. Schläger machen unseren Sport kaputt!
    Wer immer noch nicht verstanden hat, das auch Pferdesport nicht unendliche Berechtigungen aus der Vergangenheit hat sollte mal aus seiner Blase raus kommen.
    b.

  11. Dominique Wehrmann

    Wie schon gesagt, wer einen solchen Vorfall erlebt, sollte das nicht hier auf der Website kundtun, das ist nicht die Plattform dafür. Richtig wäre es, vor Ort einzuschreiten und dann BITTE eine E-Mail an [email protected] zu schreiben oder uns telefonisch zu kontaktieren unter 040-38906-101. Wir garantieren natürlich Anonymität bei der Recherche.

    Beste Grüße vom St.GEORG Team

  12. A.C.H.

    Sind diese Kommentare der User hier vom St. Georg gelöscht worden? Es ist völlig klar, dass namentlich nicht voreingenommen angeklagt werden darf. Wenn jedoch eine Überprüfung durch die LK läuft und es eine Anzeige gibt – die Kommentare auch keine Namen enthielten – warum wurde der Vorfall in den Rückmeldungen der User dann quasi getilgt? Auf Wunsch des betroffenen Reiters oder Verbandes, der Anonymität – oder anderer Gründe? Vielleicht hätten sich so schon früher weitere Zeugen gefunden.
    Geht man die bairische Turnierliste durch (Datum lässt sich ja eingrenzen..), lässt sich der Vorfall namenstechnisch eingrenzen. Sollte es wirklich der Fall sein – ich bin erschüttert 🙁

  13. Behr

    Das ist jetzt 6 Wochen her! Wie lange braucht eine Kommission um zu ermitteln und zu einem Ergebnis zu kommen, das transparent ist und öffentlich kommuniziert wird? Oder hat die Kommission erst nach dem hier in den Kommentaren etwas dahingehend pepostet wurde mit einer Untersuchung begonnen, nach dem Motto jetzt müssen wir?

    In jedem Fall war es ja dann ganz gut, dass hier jemand die Sache an die Öffentlichkeit gebracht hat. Ob nun anonym oder nicht spielt hier keine Rolle. Whistle-blower muss es geben und diese müssen anonym bleiben können!

    Im Reiten sollte es wie in anderen Sportarten auch geregelt sein, dass eine Untersuchung öffentlich gemacht werden muss und der Beschuldigte bis zum Abschluss der Untersuchung vom Turniergeschehen ausgeschlossen wird.

    Das wäre transparent und förderlich für unsere Sport!


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