Verurteilter Springreiter Kevin Thornton meldet sich zu Wort

Featurebild Justiz und Pferd, Gericht, Recht, Urteil

Symbolbild (© www.st-georg.de)

Vor zwei Tagen hat der Weltreiterverband FEI das Urteil gegen den wegen Tierquälerei angeklagten irischen Springreiter Kevin Thornton bekannt gegeben. Er wurde für schuldig befunden. Thornton sieht das anders.

Im Oktober 2016 war Kevin Thornton mit dem Wallach Flogas Sunset Cruise bei einem Zwei-Sterne-Springturnier im französischen Cagne-sur-Mer am Start. Dort soll Thornton das Pferd über eine Rennbahn gehetzt und währenddessen massiv mit der Peitsche bearbeitet haben. Flogas Sunset Cruise starb auf diesem Turnier. Die FEI erhob Anklage gegen den Reiter wegen Tierquälerei und das Tribunal fällte nun sein Urteil: schuldig, vier Monate Sperre, 10.000 Schweizer Franken Strafe und Verfahrenskosten. Die FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibàñez erklärte in einer Pressemitteilung, sie erachte die Strafe für zu milde.

Das sagt Kevin Thornton

Thornton selbst stellt die Dinge anders dar. Auf seiner Facebookseite bezieht er Stellung zu dem Urteil. Er sagt:

„Nach dem Urteil des FEI Tribunals, mich vier Monate für Turniere zu sperren und 10.000 Schweizer Franken Buße bzw. Verfahrenskosten zu verlangen, bin ich sehr verärgert und enttäuscht. Ich unterstütze die Untersuchungen der FEI voll und ganz, da das Wohlergehen unserer Tiere die höchste Priorität in diesem Sport hat. Die Entscheidung basiert auf den Aussagen einer kleinen Gruppe Zeugen, die alle von der FEI handverlesen wurden und in der Nähe der Zentrale in Lausanne leben. Es gab Widersprüche in den Aussagen jedes dieser Zeugen, die von der FEI vorgebracht wurden. Merkwürdig, dass all diese Zeugen eine Gruppe Bekannter waren, die 600 Kilometer entfernt von dem Ort leben, an dem das Turnier stattfand?

Bei der Autopsie wurde kein physischer Beweis dafür gefunden, dass es eine Misshandlung des Pferdes gegeben hat, keine Sporenstiche, keine Peitschenstriemen und kein Zeichen von Schweiß auf dem Fell. Etwas hat man in sieben Zentimeter Tiefe der Schultermuskulatur gefunden. Aber hier hat Dr. Cronau klargestellt, dass es sich um eine Blutansammlung nach dem Tod des Pferdes handelt, die nichts mit einem Hämatom zu tun hat, das durch irgendeine Gewalteinwirkung entstanden ist. In einem Punkt waren die Zeugen sich einig: Sie haben alle gesagt, dass das Pferd nur auf die Hinterhand geschlagen wurde. 

Das sind die Fakten!

(…)

Ich habe den Eindruck, die FEI will anhand dieses Unglücklichen Vorfalls ein Exempel statuieren.

Viele Menschen haben mich gefragt, ob ich die Entscheidung vor dem CAS (dem Internationalen Sportgerichtshof) anfechten werde. Aber ich muss auch die Kosten in Betracht ziehen. Diese traurige Situation hat mich bereits eine Menge gekostet und zu allem Überfluss habe ich auch noch einen Teamkameraden verloren. Selbst wenn ich vor dem CAS erfolgreich wäre, könnten die meisten Konsequenzen dieses Falles nicht ungeschehen gemacht werden. Der Prozess würde Zeit in Anspruch nehmen, zweifellos einige Monate. Und zu diesem Zeitpunkt wird die Suspendierung aufgehoben werden. Ich schließe den Fall lieber ab und blicke nach vorne.“

(…)

www.facebook.com/kevin.thornton148