Verwirrung in Baden-Württemberg – darf in Reithallen trainiert werden, oder nicht?

Corona-Virus-Pferd

Symbolbild. SARS-CoV-2 stellt Pferdebesitzer auch im kommenden Winter vor Herausforderungen. (© de.freepik.com)

Gestern Nachmittag kam eine „Notverkündung“ des Kultus- und des Sozialministeriums Baden-Württemberg, die das Reiten in „geschlossenen“ Reithallen verbot. Die Verbände haben prompt reagiert und Stellung bezogen.

Wortwörtlich hieß es in der am 12. Mai veröffentlichten Notverkündung des Kultus- und des Sozialministeriums Baden-Württemberg: „Geschlossene Reithallen dürfen zu Trainings- und Übungszwecken nicht genutzt werden. Reithallen, die an den Seiten offen sind und deren Durchlüftung dementsprechend vergleichbar sind mit Freiluftplätzen, dürfen zu Trainings- und Übungszwecken betrieben werden.“

Daraufhin haben der Landesverband der Reitvereine und die Landeskommission Baden-Württemberg klargestellt, dass aus ihrer Sicht Reithallen nicht vergleichbar sind mit anderen Sporthallen.

Frank Reutter,von Beruf Architekt und außerdem Vorsitzender der Landeskommission und des Württemberger Pferdesportverbands, sagte, selbst ein Öffnen der großen Tore sei als Lüftung geeignet. So zitiert ihn das Baden-Württemberger Reiterjournal. Reutter habe zudem den Vorschlag gemacht, im Zweifel könnten die Vereinsvorsitzenden die Plattenteile der Reithallen vorübergehend entfernen.

Er sieht „jedenfalls keinen Grund, deshalb auf Reitunterricht zu verzichten“. Die Vorgabe des Landes bezöge sich aus seiner Sicht vor allem auf jene Sporthallen, die eine künstliche Belüftung haben – was ja bei Reithallen praktisch nie der Fall ist.

Auch FN-Präsidiumsmitglied Peter Hofmann, der ja auch Präsident des Reitervereins Mannheim ist, berichtet, dass bei ihnen im Verein Reitunterricht in der Halle stattfindet. „Unsere Reithalle ist mit großen Toren sehr gut zu belüften“, sagte er gegenüber dem Reiterjournal.

Wer Zweifel hat, sollte sich mit dem zuständigen Ordnungsamt in Verbindung setzen, so der Tipp von Frank Reutter.