BuCha 2018: Titel Nummer zwei für Diaron, Chao Lee ist beste Fünfjährige

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Diaron unter Patrick Stühlmeyer ist erneut Bundeschampion. (© Jean Toffi)

Auf dem Springplatz des Bundeschampionats 2018 wurde Diaron seiner Favoritenrolle gerecht, und Chao Lee machte ihrem an diesem Wochenende ebenfalls siegreichen Vater alle Ehre.

Diaron , der Oldenburger Hengst mit Patrick Stühlmeyer hat seinen Sieg von Vorjahr wiederholt. Das ist in 38 Jahren Bundeschampionat der Springpferde nur zwei Pferden gelungen: 1985 und 1986 der Stute Rosella G unter ihrem Reiter, Züchter und Besitzer Lutz Gössing und dem Hengst Monte Bellini. Der holte den Titel 2007 unter Marco Kutscher, 2008 unter Philipp Weishaupt.

35,30 Sekunden zeigte die Uhr an, als der Diarado-Come On Sohn die Ziellinie überquerte, das war fast ein Sekunde schneller als die vor ihm gestartete Daddy’s Destiniy unter Katrin Eckermann. „Ich war schon ganz glücklich, als ich schneller war als Katrin, denn die reitet doch immer recht flott“, strahlte  Stühlmeyer. „Wir haben schon auf zwei Turnieren geübt, ihn schnell zu reiten, das hat schon gut geklappt. Aber heute war das doch noch eine andere Nummer, Diaron hat das ganz toll gemacht“.  Manuela Lachnit kann auf den Doppelerfolg ihres Zuchtproduktes stolz sein, die Paul Schockemöhle Hengsthaltung GmbH ist Besitzer des Hengstes. In Mühlen freut man sich nicht nur über den heutigen Erfolg, sondern sicher auch dann, wenn dem Hengst aufgrund seines Titels noch mehr Stuten zugeführt werden.

Daddy’s Destiny hatte sich über die hohe Wertnote 9,6 für das Finale qualifiziert, im Stechen zeigte die OS-Stute, dass sie auch ganz schnell gehen kann. Ihr berühmter Vater Comme il faut, der international hocherfolgreich unter Marcus Ehning geht, gewann zur gleichen Zeit in Brüssel den Großen Preis. Daddy’s Destinys Mutter stammt von Acasino, Züchterin ist Lisa Frohberg, Besitzer Christian Glanemann. Null Strafpunkte, 36,29 Sekunden, Silberrang. Damit vervollständigte Katrin Eckermann ihre Medaillensammlung, bei den Fünfjährigen hatte sie bereits Gold und Bronze abgeräumt. Dabei musste sie vor ihrem Ritt im Stechen noch den Schrecken wegstecken, den ihr und allen Zuschauern der Sturz mit ihrem zweiten Pferd, Christian’s Chacco am Wassergraben eingejagt hatte. Glücklicherweise blieben Reiterin und Pferd unverletzt, Eckermann bewies im Stechparcours ihre Nervenstärke.

Markus Merschformann stellte mit dem Holsteiner Lacalito den Bronzemedaillengewinner in diesem Feld vor, 0/37,48 Sekunden. Der Holsteiner Schimmelhengst begeisterte durch stilistisch herausragenden Runden, Züchter und Besitzer Dr. Gerd Ottersky freute sich mit Merschformann über den dritten Rang des Legolas-Cancara Nachkommens.

Sandra Auffarth hatte bereits einen Titel in der Tasche, als sie mit Con Cordia, der Holsteiner Stute von Connor – Lasino auf den Springplatz ritt, sie hatte mit Gentleman den Bundeschampion der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde vorgestellt. Ohne Strafpunkte in 43,83 Sekunden steuerte sie Con Cordia in einer ruhigen, sehr harmonischen Runde auf den fünften Platz. Als Züchter zeichnet Jan Kai Hansen verantwortlich, Besitzer ist die Reiterin.

40 Pferde gingen im Umlauf an den Start, 14 erreichten das Stechen, alle Stechteilnehmer wurden platziert. Der Parcours war hoch und schwer, einer Springprüfung Kl.M** würdig. Auf manch ländlichen Turnier ist eine Springprüfung der Kl.S* auch nicht schwerer. Bis auf ganz wenige Ausnahmen zeigten sich die angetretenen Paare der Aufgabe gewachsen, 29 Pferde beendeten den Parcours mit vier oder weniger Strafpunkten.

Der fleißigste Reiter war Andreas Kreuzer, gleich vier Pferde hatte er ins Finale gebracht, zwei davon ins Stechen. Cazaan platzierte er auf dem neunten, Diavoltan OLD auf dem zehnten Platz.

Fünf Nachkommen des Comme il faut waren in den Qualifikationen an den Start gegangen, alle erreichten das Finale.

Chao Lee siegt bei den Fünfjährigen

Mit der Supernote 19,0 wurde Chao Lee Bundeschampionesse 2018. Die rheinische Stute von Comme il faut – Chacco-Blue unter Katrin Eckermann hatte schon einen Sieg in der zweiten Qualifikation mit der Traumnote 9,5 auf dem Konto, als sie im ersten Umlauf der Spezialspringpferdeprüfung Kl.M* Richter und Zuschauer mit einer Runde voller Kraft, Übersicht am Sprung und guter Rittigkeit begeisterte und mit 9,4 benotet wurde. Aber die Dunkelbraune steigerte sich noch einmal im zweiten Umlauf, erhielt dafür eine 9,6. Peter Teeuwen, Bundestrainer der Ponyreiter, kommentierte die Richterurteile. Bei Chao Lee fiel ihm beinahe nichts mehr ein vor Begeisterung. „Wenn wir jetzt noch meckern wollen dann müssen wir schon monieren, dass die Stute nach Sprung zwei mit dem Schweif geschlagen hat“, gab er schmunzelnd zum Besten. Eine überzeugende Siegerin, die von Katrin Eckermanns Vater gezüchtet wurde und in dessen Besitz sie nach wie vor steht.

Mit deutlichen Abstand (18,30) folgte Dark Knight B auf dem zweiten Rang, vorgestellt von Maximilian Wricke. Der Hannoveraner Hengst absolvierte den ersten Umlauf mit 8,9, also beinahe sehr gut. Er punktete mit einer soliden, gleichmäßigen Vorstellung, wurde besonders gelobt für aufmerksames Springen und gehorsame Annahme der Reiterhilfen. Dark Knight stammt von Diamant de Semilly – Cordalme Z, im zweiten Umlauf wollte er wohl so richtig zeigen, was in ihm steckt. Er bewies seine gute Kondition mit einer großen Leistungssteigerung, war sowohl am Sprung als auch in der Rittigkeit besser als im ersten Umlauf und wurde mit 9,4 benotet. Züchter Peter Enders und Besitzer Dr. Peter Brenske konnten sich über die Silbermedaille freuen.

Auf dem Bronzeplatz stand Sixtina, die Hannoveraner Tochter des Stakkato – Corrado, vorgestellt von Katrin Eckermann. Beide Umläufe wurden mit einem glatten „sehr gut“, 9,0, bewertet, 18,0 die Endnote. „Sixtina springt energisch, öffnet hinten sehr gut, das gefällt uns. Sie könnte vielleicht im Vorderbein etwas gleichmäßiger sein“, erläutert Peter Teeuwen die Note. Die Manier des Hinterbeins der Stute war in der Tat auffällig. Da sie aber in jedem der vier absolvierten Parcours gleich sprang, ist es wohl ihre besondere Art.

Angesichts der vergleichsweise kleinen Anzahl von 69 Pferden, die in den Qualifikationen an den Start gegangen waren, war es mit 33 Startern im Finale beinahe die Hälfte, die sich um den Titel bewerben konnte. Für den zweiten Umlauf musste die Note 8,4 oder besser erreicht werden, acht Paare erbrachten diese Leistung. Schlussendlich wurden 13 Pferde platziert.

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