Der Abräumer von Genf heißt bislang Kent Farrington

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Kent Farrington und Creedance waren siegreich beim CHI Genf (© CHI Genf)

Der US-Amerikaner Kent Farrington, Sieger im Großen Preis von Aachen 2019, hat sich offenbar viel vorgenommen für dieses Wochenende beim CHI Genf.

Kent Farrington hat bei dem Genfer Hallenturnier die Chance auf einen Bonus von 250.000 Euro, sollte er am Sonntag den Großen Preis gewinnen. Eine viertel Million winkt demjenigen Reiter, der innerhalb eines Zyklus des Rolex Grand Slams zwei der Stationen gewinnt, die aber nicht unmittelbar aufeinander folgen. Da Farrington in Aachen siegreich war, hat er nun in Genf die Chance auf den Zusatzgewinn.

Dass er und seine Pferde in Topform sind, hat der US-Reiter sowohl gestern als auch heute bewiesen. Gestern sicherte er sich mit dem zwölfjährigen Lord Z-Sohn Creedance das 1,55 Meter-Hauptspringen des Tages mit Stechen. Heute setzte er im Top Ten-Springen des International Jumping Riders Club (IJRC) noch einen drauf.

Diesmal stellte er die elfjährige Holsteiner Stute Austria v. Casall-Corrado vor. Der Name ist übrigens Programm, Austrias Züchter sind Österreicher. Seit Mitte des Jahres sind Farrington und Austria ein Team und haben seither schon diverse Platzierungen und auch Siege erringen können. Das heute war allerdings der bisher bedeutendste.

Die beiden waren eines von nur zwei Paaren, die in beiden Umläufen ohne Abwurf ins Ziel kamen. Zudem waren sie mit ihren 40,32 Sekunden die mit Abstand Schnellsten. Damit waren ihnen schon mal gut 146.000 Euro (160.000 Franken) sicher.

Das Nachsehen hatten die Zweitplatzierten des Weltcup-Springens von Verona, der Ire Darragh Kenny im Sattel des zehnjährigen Zangersheider Hengstes Romeo v. Contact van de Heffinck. Der kam ebenfalls mit sauberer Weste, aber mit 43,54 Sekunden doch deutlich langsamer ins Ziel.

Über Rang drei konnte sich Christian Ahlmann auf Clintrexo Z freuen. Seine Taktik war voll aufgegangen: Nichts riskieren, lieber langsam, aber dafür fehlerfrei reiten. So war es denn auch nur ein Zeitfehler, der für die beiden zu Buche schlug.

Daniel Deußer und Zukunftshoffnung Killer Queen hatten einen Abwurf im ersten Umlauf gehabt, blieben dann aber null: Rang vier. Die Vorjahressieger Steve Guerdat und Alamo reihten sich als Fünfte ein (4 Fehler). Sechster wurde Guerdats Freund, Europameister Martin Fuchs, mit dem OS-Wallach Silver Shine v. Califax (8 Fehler), gefolgt von Ben Maher auf F One USA (8 Fehler) und Pieter Devos mit Espoir (13 Fehler).

Henrik von Eckermann hatte mit Mary Lou sechs Strafpunkte im ersten Umlauf und zog die Stute dann zurück. Bei den beiden Europameistern 2017 und Olympia-Zweiten 2016, Peder Fredricson und All In, kamen heute 21 Fehler im ersten Umlauf zusammen.

Für Kent Farrington dürften all diese Erfolge dieses Jahr umso wichtiger sein und schöner sein, kommen sie doch nach der langen Verletzungspause Farringtons. Als er gerade Weltranglisten-Erster war, stürzte er so schlimm von dem heute unter Nayel Nasser hoch erfolgreichen Lucifer V, dass er sich Schien- und Wadenbein brach. Ein offener Bruch, nach dem Farrington drei Monate ganz pausieren musste. Noch mehr über die ungewöhnliche Geschichte dieses für schnelle Springen bekannten Reiters lesen Sie in St.GEORG 1/2020, ab Mittwoch am Kiosk Ihres Vertrauens oder online zu bestellen.

Ein eifriger Schleifensammler ist in Genf übrigens nicht nur Kent Farrington, sondern auch Christian Ahlmann, ebenso wie Daniel Deußer. Ahlmann wurde gestern Vierter im Hauptspringen auf Dominator 2000 Z, seinem Helden von Madrid, gefolgt von Daniel Deußer auf Jasmien van de Bisschop. Zudem war Ahlmann heute in einem früheren Springen über 1,45 auch mit dem erst achtjährigen Solid Gold Z platziert gewesen.

Alle Ergebnisse aus Genf finden Sie hier.

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