Irland gewinnt Nationenpreis in Abu Dhabi, deutsche Springreiter Vierte

Showjumping Abu Dhabi

20 Jahre jung, zweiter Nationenpreis seiner Karriere, doppelnull, zweiter Sieg: der Ire Jack Ryan auf dem selbst gezogenen McGregor. (© FEI)

Super Auftakt in die Nationenpreissaison für die Springreiter von der grünen Insel, Deutschland mit gemischter Bilanz nach eigentlich ungeplantem Start.

Abu Dhabi war der Schauplatz des ersten FEI-Nationenpreises der Springreiter 2022. Fast hätte es zum Sieg der Gastgeber aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gereicht, aber der jüngste Teilnehmer der irischen Mannschaft trug maßgeblich dazu bei, dass am Ende die irische Nationalhymne erklang.

Die Rede ist von dem 20-jährigen Jack Ryan, der mit seinem zehnjährigen Cardento-Sohn McGregor eines von fünf Paaren bildete, die mit zwei fehlerfreien Runden ins Ziel kamen. Dasselbe gelang auch David Simpson auf dem KWPN-Wallach Foudre F v. Namelus R. Bei Shane Breen und Ipswich war ein Runde eins eine Stange gefallen, im zweiten Umlauf waren sie null. Bei Trevor Breen und dem Clinton-Sohn Highland President war es genau umgekehrt. Diese günstige Verteilung der Fehler sorgte dafür, dass die Iren den ersten Nationenpreis der Saison ganz ohne Strafpunkte beendeten.

Vier Fehlerpunkte musste sich das Team der Vereinigten Arabischen Emirate anrechnen lassen. Hier war Hamad Ali Al Kirbi der Held des Tages, der mit Quel Cadans Z zweimal null war. Bei Abdullah Mohd Al Marri und Sama Dubai war im ersten Umlauf eine Stange gefallen, ebenso bei Ali Hamad Al Kirbi (der nicht derselbe ist wie Hamad Ali Al Kirbi!) und Dalida van de Zuuthoeve. Mohammed Ahmed Al Owais war auf James v.d. Oude Heihoef in Runde eins fehlerfrei. Da das seinen drei Mitstreitern im zweiten Umlauf gelang, musste er hier gar nicht mehr antreten. So wurde es Rang zwei für die UAE mit vier Fehlern.

Nur zu dritt am Start waren die Briten. Es reichte trotzdem für den dritten Platz mit 17 Fehlern. Wobei Donald Whitaker und sein Holsteiner Diarado-Sohn Di Caprio zweimal null waren. Vier und null Fehler wurden es bei William Funnell und Billy Diamo. Die Fehler, die teuer waren, waren die von Georgia Tame und Ascot: 9 und vier Strafpunkte.

Für die Deutschen wurde es am Ende Rang vier mit 34 Fehlern. Hier konnte sich aber David Will über zwei fehlerfreie Runden seiner Zukunftshoffnung Babalou v. Balous Bellini freuen. Bei Miriam Schneider und Fiber Fresh Popeye, einem zwölfjährigen Cardento-Sohn, waren es zweimal vier Fehler. David Wills Stall- und Trainingskollegin Nicola Pohl hatte auf dem Caretino-Sohn Freestyle im ersten Umlauf zwölf und im zweiten 14 Fehler. Beide Ergebnisse zählten, denn Jörg Naeve und der erst zehnjährige und noch recht unerfahrene Mylord Carthago-Sohn My Boy waren mit 16 Fehlern aus dem ersten Umlauf gekommen und traten im zweiten nicht mehr an.

Eigentlich war es gar nicht geplant, dass ein deutsches Team in Abu Dhabi Nationenpreis reitet. Aber die vier Mannschaftsreiter waren ohnehin vor Ort und so lud der Veranstalter sie ein, doch teilzunehmen als eine von dann sieben Mannschaften zum Auftakt der Saison.

Riesig groß war natürlich die Freude bei den Iren. Equipechef Michael Blake: „Wir sind hier viermal an den Start gegangen und waren dreimal Zweite. Aber ich hatte, das heute war unser Turnier und dass wir heute das beste Team waren. Obwohl ich nicht erwartet hatte, dass die UAE so stark auftreten würden – das zeigt, wie stark sich der Springsport in dieser Region entwickelt.

Jack Ryan, der jüngste Reiter, ritt heute seinen zweiten Nationenpreis bei den Senioren. Der erste war vergangenes Jahr in Vilamoura. Auch hier hatte er zum Sieg beigetragen. Heute saß dazu noch im Sattel eines selbst gezogenen Pferdes. Und dann noch einem mit einer ungewöhnlichen Geschichte. Als Youngster sei der Schimmel auf der Weide wahrscheinlich von einem anderen Pferd getreten worden, berichtete Ryan. Er hatte äußerlich keine Verletzungen, aber wurde immer dünner und weniger. Man habe erst keine Ursache finden können. Aber dann hatte er Nasenausfluss und man röntgte seinen Kopf. Dabei zeigte sich, dass ein Zahn den Gaumen durchstoßen hatte. Der Wallach hatte so große Schmerzen, dass er nicht mehr fressen konnte. Als die Ursache einmal gefunden war, konnte ihm schnell geholfen werden.

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