Olympiasieger Steve Guerdat: „Zum ersten Mal schäme ich mich für meinen Sport“

Und auch die Titelverteidiger sehen den Dingen ziemlich gelassen entgegen: Steve Guerdat und Nino des Buissonnets.

Wenn die FEI ihre Pläne bezüglich der Anpassung der Nenn- an die Gewinngelder umsetzt, kann er sich den Springsport nicht mehr leisten: Olympiasieger Steve Guerdat. (© Pauline von Hardenberg)

Derzeit plant der Weltreiterverband FEI eine Anpassung der Start- an die Preisgelder. Das würde bedeuten, dass selbst auf Zwei-Sterne-Turnieren die Teilnahme quasi unerschwinglich werden würde. Der Olympia- und zweifache Weltcup-Sieger Steve Guerdat bezieht deutlich Stellung.

Am Rande des Hallenturniers in ‚s-Hertogenbosch äußerte Steve Guerdat sich in einem Interview zu der Angelegenheit. Hintergrund ist der Plan des Weltreiterverbands FEI, das Nenngeld der Turniere gemäß dem amerikanischen Vorbild von den Gewinngeldern abhängig zu machen. Je mehr es zu gewinnen gibt, desto höher das Nenngeld. Startrainer Henk Nooren und die European Equestrian Federation (EEF) haben massiven Protest gegen diese Pläne eingelegt (siehe auch St.GEORG 4/2017, ab 22 . März im Handel!). Henk Nooren erläutert: „Die Teilnahme an einem CSI2*-Turnier kostet derzeit 400 Euro pro Pferd. Nach dem neuen System könnten das nun 1200 Euro pro Pferd werden. Und 1500 für ein Drei-Sterne-Turnier. Auf diese Weise wird der internationale Springsport zu einer Angelegenheit der Superreichen.“

Steve Guerdats Sicht der Dinge

In oben erwähntem Interview erklärt Guerdat auf die Frage, ob der Springsport in Zukunft nur noch für die Reichen stattfände: „Unglücklicherweise nicht nur für die sehr Reichen, sondern für die extrem Reichen.“ Nach der Übereinkunft zwischen der FEI und der GCT sowie dem Vorschlag die Nenngelder den Gewinngeldern anzupassen scheue er sich nicht zu sagen, dass er sich „zum ersten Mal für seinen Sport schämt, denn ich denke im Sport sollte es um Talent und nicht nur um Geld gehen“.

Olympiasieger kann sich den Sport nicht mehr leisten

Guerdat erklärt in dem Interview noch einmal die oben erwähnten Pläne mit den neuen Nenngeldern. Seine Meinung dazu: „Ich denke, das ist absolut nicht korrekt, aber auch vollkommen unmöglich. Ich kann beispielsweise für mich sprechen. Ich habe eine Abmachung mit meinen Besitzern. Das bedeutet, ich könnte mir den Sport nicht mehr leisten. Und ich denke, für die Mehrheit der Reiter in Europa wäre es nicht möglich, weiterzumachen. Züchter, Besitzer, die nicht besonders wohlhabend sind, wollen einfach den Sport unterstützen. Sie haben junge Pferde, sie wollen aufs Turnier, und wir müssen in der Lage sein, die Pferde an den Sport heranzuführen. Das neue System wäre das Ende des Sports.“ Auch beim Pressegespräch zum Hamburger Spring-Derby war diese Debatte ein Thema.

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