Paris: Riesenerfolg für Christian Ahlmann und Take A Chance On Me Z im Global Tour Grand Prix

Ahlmann

Unterm Eiffelturm zum Sieg: Christian Ahlmann und Take A Chance On Me Z. (© LGCT/Grasso)

Christian Ahlmann hat den nächsten Fünf-Sterne-Sieger im Stall. Die Formkurve von Take A Chance On Me Z steigt schon seit Anfang des Jahres beständig nach oben. Nun feierte der Sohn des großen Taloubet Z in Paris seinen ersten Sieg in einem 1,60 Meter-Großen Preis.

Mitte Mai war Take A Chance On Me Z mit Christian Ahlmann im Sattel Achter im Rolex Grand Prix von Windsor. Mitte Juni platzierten sie sich an dritter Stelle im Großen Preis von Villach, auch dies ein Fünf-Sterne-Springen. Und nun der erste Sieg beim Global Champions Tour Grand Prix von Paris.

Sieben Paare hatten das Stechen erreicht, fünf blieben ein zweites Mal fehlerfrei, keines kam an die Zeit des zehnjährigen Zangersheider Hengstes Take A Chance On Me Z heran. In 35,60 Sekunden lieferte er ein Stechen, das dem Andenken seines unvergessenen Vaters wirklich würdig ist.

Und Christian Ahlmann, der ja gerade wieder zurück in den Olympiakader gekehrt ist, hat noch ein zweites Pferd von dem Kaliber eines Clintrexo im Stall, mit dem er ganz oben ganz vorne mitmischen kann. Dann hat er die Qual der Wahl, wen er im Dezember beim Global Champions Tour Super Grand Prix in Prag reiten wird, bei dem alle Sieger der Saison noch einmal gegeneinander antreten.

Dieser Sieg heute war gleich in mehrfacher Hinsicht wichtig für ihn, wie er später berichtete: „Das ist eine unglaubliche Woche! Am Montag kam meine Tochter Ella zur Welt. Meine Konzentration war nicht so, wie sie sein sollte. Judy war nicht glücklich, dass ich aufs Turnier gefahren bin. Sie sagte, ich solle es besser gut machen dieses Wochenende. Ich glaube, nun ist sie glücklich!“

Zum heuten Sieg meinte: „Ich musste heute hart arbeiten und mein Pferd musste heute hart arbeiten. Er ist super gesprungen in der Qualifikation und das heute ist sein erster Sieg in einem Großen Preis. Ich könnte nicht glücklicher sein über mein Pferd und nicht stolzer auf ihn. Ich hatte wirklich ein fantastisches Gefühl. Auf den schwierigen Linien war er wirklich bei mir!“

Der Hengst sei „ein Familienpferd“, sagte Ahlmann. „Take A Chance On Me hat lange gebraucht, um in den Sport hineinzuwachsen. Aber nun ist er bereit dafür. Er arbeitet wirklich mit. Ich hatte heute ein unglaubliches Gefühl zwischen den Hindernissen. Es hat viel Spaß gemacht und stimmt mich sehr zuversichtlich.“

Die Platzierten

Das Nachsehen gaben er und Christian Ahlmann dabei der Belgierin Celine Schoonbroodt-De Azevedo, die mit dem brasilianischen Springreiter Luiz Felipe de Azevedo verheiratet ist und mit ihm zusammen in Belgien einen Stall hat. Sie saß im Sattel der elfjährigen Holsteiner Stute Chepetta v. Chepetto, die nach 36,82 Sekunden ins Ziel kam. Die Stute war von Martin Fuchs in den Sport gebracht worden. 2017 wechselte sie dann zur Familie De Azevedo, ging zunächst einige Turniere unter brasilianischer Flagge, ehe Celine Schoonbroodt-de Azevedo sie übernahm. Auch für sie war der heutige zweite Platz der größte Erfolg bislang.

Platz drei sicherte sich in 37,25 Sekunden Kevin Staut auf einem neuen Pferd: dem Oldenburger Casall-Sohn Calevo. Seit Anfang des Jahres hat der französische Mannschaftsolympiasieger den zehnjährigen Wallach unter dem Sattel. Lange Zeit ging Calevo unter polnischer Flagge, zuletzt vor allem mit Jaroslaw Skrzyczynski. Dann übernahm Rolf-Göran Bengtsson die Zügel und stellte Calevo 2018 vor, wurde unter anderem mit ihm einmal Vierter über 1,50 Meter in Herning. Seit 2019 sitzt Staut im Sattel, war ein paar Mal unter den Top Ten, aber auch für dieses Paar dürfte Paris ein Meilenstein gewesen sein.

Platz vier sicherte sich Penelope Leprevost (FRA) auf dem neunjährigen Belgier Excalibur de la Tour Vidal v. Ugano Sitte, ein Paar, das sich schon seit 2017 kennt. Sie konnten sich in 39,29 Sekunden noch vor der Niederländerin Kim Emmen im Sattel des elfjährigen KWPN-Hengstes Delvaux v. Chacco-Blue behaupten, die nach 39,84 Sekunden ins Ziel kam.

Einen Abwurf verzeichneten Marc Houtzager und Sterrehof’s Calimero v. Quidam de Revel, Platz sechs. Mit drei Fehlern kamen der Ire Shane Breen und sein London-Sohn Ipswich van de Wolfsakker aus dem Parcours, Rang sieben.

Noch im Geld waren auch Daniel Deußer und die Siegerin von Hamburg, Jasmien v. Bisschop. Dank der viertschnellsten Vier-Fehler-Runde im Normalparcours reihten sie sich noch auf Platz zwölf ein.

Global Champions League von Paris

Die zweite Prüfung der Global Champions League ist ja immer zugleich auch Qualifikation für den Großen Preis. So gab es auch hier schon Geld für Ahlmann und Deußer, beide im Sattel der Pferde, die sie dann auch im Grand Prix ritten. Take A Chance On Me Z wurde Fünfter, Jasmien Achte.

Als Sieger galoppierte ein anderer Stephex-Reiter vom Platz: der Italiener Lorenzo de Luca im Sattel der 13-jährigen Selle Francais-Stute Soory de L’Hallali v. For Pleasure. Die Stute war in den Stephex Stables in den internationalen Sport hineingewachsen, zunächst unter Eiken Sato, der damals noch für Stephan Conter ritt (und jetzt für Paul Schockemöhle) und dann unter der Tochter des Hauses, Zoe Conter. 2018 wurde die Stute in die USA verkauft, ging mit mäßigem Erfolg unter Leah de Martini einige Turniere, ehe sie wieder zu den Stephex Stables ging, wo sie seitdem von Lorenzo de Luca geritten wird.

Zwischen die Sieger und den fünftplatzierten Ahlmann reihten sich noch ein: Margie Goldstein-Engle (USA) auf Dicas, Kevin Staut und For Joy van’t Zorgvliet sowie Peder Fredericson (SWE) im Sattel von Christian.

In der Global Champions Tour-Wertung von Paris hatte das Team Miami Celtics die Nase vorn, vertreten durch Shane Breen mit Ipswich van de Wolfsakker und Lorenzo de Lucas Freundin Jessica Springsteen im Sattel von Zecilie.

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