Stuttgart: William Whitaker gewinnt Weltcup-Springen

„Für uns war das Stechen zu leicht“, lautete die Erklärung von Marcus Ehning, warum er und der großartige Cornado, Titelheld des St.GEORG 12/2014, drei anderen Paaren den Vortritt ließen im Stechen um den Weltcup-Qualifikationssieg im Rahmen der Stuttgart German Masters. Allen voran dem Briten William Whitaker.

Der 25-jährige William Whitaker ist der Sohn von Ian und damit der Neffe von John und Michael Whitaker – schnelle Stechen liegen ihm also quasi im Blut. Und so kamen er und sein elfjähriger Schwede Fandango v. Last Liberty-Krocket auch mit der mit Abstand besten Zeit von 47,27 Sekunden ins Ziel fehlerfrei wie noch fünf weitere Paare.

Platz zwei ging an die US-amerikanische Schülerin Meredith Michaels-Beerbaums und Markus Beerbaums, Lucy Davis, im Sattel des zehnjährigen belgischen For Pleasure-Nabab de Reve-Sohns Barron (49,84 Sekunden). Dahinter reihten sich die Olympiasieger aus der Schweiz ein, Steve Guerdat und der ebenfalls in Belgien gezogene Kannan-Narcos II-Sohn Nino des Buissonnets (50,43 Sekunden).

Marcus Ehning und der nun elfjährige Westfalenhengst Cornado NRW, Landbeschäler v. Cornet Obolensky-Acobat, wurden Vierte mit einer 50,83 Sekunden-Runde. Der einstige NRW-Siegerhengst, über den der rheinische Zuchtleiter Martin Spoo neulich im St.GEORG-Interview sagt: „Wen dieses Springen bei der Körung nicht begeistert hat, dem ist nicht zu helfen!“, kann alles springen, aber er sei nicht der Schnellste sagt sein Reiter: „Für uns war das Stechen zu leicht. Es ging nicht schneller.“ Will sagen: Die anderen haben zu wenige Fehler gemacht. Höhere Hindernisse und schwierigere Distanzen kommen den beiden Westfalen entgegen.

Ebenfalls unter den Platzierten war Marco Kutscher. Im Sattel seines elfjährigen Bayern Liberty Son v. Clooney-Lord Z wurde er mit vier Strafpunkten und 51,56 Sekunden im Stechen Zehnter. Jeweils einen Abwurf im Umlauf verzeichneten die Vorjahresieger Hans-Dieter Dreher und Embassy II, Meredith Michaels-Beerbaum auf Fibonacci sowie Christian Ahlmann und Cornado II. Bei Toni Haßmann auf Classic Man V kamen acht Strafpunkte zusammen. Für den jüngeren Bruder Felix und Balzaci wurden es zwölf. Sowohl Patrick Stühlmeyer mit Lacan als auch Ludger Beerbaum auf Chaman die Sieger im Springen um den German Master gaben auf.

Weitere Ergebnisse

Das Stuttgarter Turnier war die fünfte Etappe der Westeuropa-Liga des Springreiter-Weltcups. Weiter geht es über Madrid, London, Mechelen, Leipzig, Zürich, Bordeaux und Göteborg nach Las Vegas, wo Mitte April das Weltcup-Finale stattfindet. In Führung liegt derzeit Steve Guerdat mit 57 Punkten vor Harry Smolders/Niederlande (47) und Kevin Staut/Frankreich (38). Marcus Ehning rangiert an achter Stelle (28 Punkte), Marco Kutscher an zwölfter (24). Hans-Dieter Dreher, Daniel Deußer und Christian Ahlmann schließen sich mit 16 bzw. 15 Punkten auf den Positionen 22 bis 24 an.

Die Turniere und das Ranking im Überblick