Badminton: Laura Collett führt – Details des Geländekurs!

Laura Collett riding London 52 for GREAT BRITAIN

Laura Collett und London, Badminton 2022 (© badminton-horse.co.uk)

Nach zwei Tagen Dressur wird es morgen auf dem Geländekurs beim CCI5*-L in Badminton (GBR) spannend. Die Nase vorn hat aktuell Laura Collett mit London und einem Ergebnis von 21,0 Minuspunkten. Christoph Wahler als einziger deutscher Starter liegt im Mittelfeld. Der Geländekurs hat es in sich.

Eric Winter aus Großbritannien ist bereits das vierte Mal für den Geländekurs von Badminton verantwortlich. Er selbst sagt über das diesjährige Gelände: „Das ist mein vierter Badminton-Kurs und vermutlich der größte und mutigste bis jetzt.“ Er verspricht aber auch „viele Ausweichmöglichkeiten für die weniger erfahreneren Paare“.

Winter zeigt sich sehr erfreut, dass die Badminton Horse Trials nach zwei Jahren coronabedingter Pause endlich wieder stattfinden können. Darin stimmen die Briten mit ihm überein. Der Andrang auf Tickets war so groß, dass die Tickets für den Geländekurs rund um Badminton House schon ausverkauft sind. Selbst wer noch kommen möchte, wird morgen kein Einlass auf das Anwesen des Duke of Beaufort gewährt werden.

Die britischen Mannschaftsolympiasieger Laura Collett und London (21,0) und Tom McEwen mit Toledo de Kerser (23,4) liegen nach der Dressur an der Spitze. Die Britin Kitty King ist mit Vendredi Biats Dritte (24,8). Christoph Wahler liegt mit 32,5 Punkten an 32. Stelle.

Die Ergebnisse finden Sie hier.

Knackiger Geländekurs

Insgesamt hat der Kurs eine Länge von 6.688 Metern bei einer Idealzeit von elf Minuten und 44 Sekunden. Dabei sind 32 Hindernisse mit zusammengerechnet 40 „Efforts“ zu überwinden. Für die Webseite der Badminton Horse Trials ist Winter den Kurs zuvor einmal abgegangen und hat alle Schwierigkeiten erklärt. Hilfe bekam er dabei von Lucinda Green, der sechsfachen Badminton-Gewinnerin und britischen Busch-Ikone.

Geländekurs en Detail: Die Knackpunkte

Los geht es über den sogenannten „Spillers Starter“, der auch in den Jahren zuvor den Anfang des Kurses gebildet hat. Eric Winter erklärt dazu, der Sprung sei gerade zu Beginn ideal, da die meisten Reiter doch recht nervös seien und ihnen dadurch ein gutes Gefühl und ein guter Auftakt in den Geländekurs ermöglicht werde. Die erste richtige Aufgabe wartet dann am Komplex 4 abc, HorseQuest Quarry. Der Komplex zählt zu den traditionellen Hindernissen in Badminton. Ein Baumstamm, hinter dem es bergab geht, dann eine Linkswendung und bergauf über eine Mauer, die nach normannischem Fort aussieht, anschließend eine schmale Buschecke. Mut und Präzision sind hier gefragt. Und ein Pferd, das gut an den Hilfen stehet. Gleiches gilt für Nummer 6 abc, Huntsman‘s Close.

Einer der Zuschauermagneten ist der Wasserkomplex am Badminton Lake mit den Hindernissen 9 und 10 ab. Lucinda Green beschreibt, wie es sich als Reiter anfühlt: Man galoppiere auf die mucksmäuschenstille Masse zu, die nur darauf wartet, dass einer der Reiter einen Fehler macht. Das könne durchaus angsteinflößend sein. Man dürfe nicht zu schnell sein und müsse das Pferd gut auf den Füßen haben, sonst könne es durchaus nasse Füße geben.

Winter sagt selbst, es sei wichtig, die Pferde zwischendrin auch entspannen zu lassen, bevor es wieder sehr technisch wird. Dafür hat er einige Hindernisse eingebaut, wie beispielsweise die Nummer 16, das Countryside Alliance Roll Top, ein Schweinerücken mit Bürste.

Aufgepasst werden muss am Komplex 19 ab. Lucinda Green rät, dass der exakt richtige Winkel entscheidend ist: Ansonsten riskieren die Reiter schnell, dass das MIM-System auslöst.

Das wohl größte Hindernis der Welt

Hindernis 21 und 22, die Rolex Rails, stellen die Generalprobe für den folgenden Komplex 23 dar: Vicarage Vee, das Hindernis, das Lucinda Green als größtes Hindernis der Welt betitelt, fordert selbst von den 5 Sterne-erprobten Paaren einiges ab- und das seit rund 30 Jahren, denn so lange ist es bereits Teil des Geländekurses von Badminton. Mit einer Höhe von 1,20 m und vor allem einer Breite von rund 2,80 m ist es äußerst gewaltig.

Nicht weniger anspruchsvoll weiter geht es an 24 abcd: Lightsource BP Solar Farm. Hier bieten sich den Reitern zwei Möglichkeiten, eine mit drei, eine mit vier Sprüngen. Erst danach hat Kursdesigner Eric Winter wieder einige Elemente zur „Entspannung“, wie er sagt, eingebaut. Kritisch wird es nochmal an den letzten Hindernissen, wo Pferd und Reiter kräftemäßig gefordert sind. Besonders an Nummer 31, dem Rolex Trunk. Winter sagt dazu, es sei eigentlich mit 1,20 m nicht hoch, können aber zum Problem werden, wenn die Kraft fehle.

Am Ende steht mit dem „Platinum Jubilee“ zu Ehren Queen Elizabeth II. ein versöhnlicher Abschluss des anspruchsvollen Geländes. Um 12.30 Uhr unserer Zeit geht das erste Pferd auf die Geländestrecke am Samstag.

Eine ausführliche Übersicht des Kurses mit Erklärungen zu allen Hindernissen finden Sie hier.

Hannah Scherf