Badminton: Laura Collett führt weiter, Christoph Wahler nach super Gelände auf Rang 14

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Laura Collett und London sind auf dem Weg, Badminton mit ihrem Dressurergebnis zu gewinnen. (© Badminton Horse Trials)

Ereignisreicher Tag bei den Badminton Horse Trials! Einige der Favoriten sind nicht mehr dabei, andere bestätigten ihre Position und Christoph Wahler und Carjatan S machten einen Riesensatz nach vorne.

Laura Collett und ihr Holsteiner Landos-Sohn London, Mannschaftsolympiasieger in Tokio und Gewinner des CCI5*-L in Pau 2020, gehen morgen als letztes in den Parcours des Abschlussspringens beim CCI5*-L in Badminton. Als einzigem der Top drei-Paare nach der Dressur gelang es ihnen, mit blitzsauberer Weste ins Ziel zu kommen – trotz eines deutlichen Zögerns von London am Vicarage V. So blieb es bei 21 Minuspunkten. Wie das gelungen ist, konnte Collett hinterher selbst kaum sagen:

„Im Moment ist alles noch etwas verschwommen. Aber er war einfach fantastisch und hat alles gegeben. Ich bin noch nie einen solchen Geländekurs geritten und er hat noch nie so einen Kurs gesehen. Es war einfach erbarmungslos. Es gab keinen einzigen Erholungssprung. Das war definitiv nicht die eleganteste Runde, aber er hatte auf jede Frage eine Antwort und war sehr mutig.“

Der Kurs sei eigentlich mehr der einer Sechs-Sterne-Prüfung, fand die Mannschaftsolympiasiegerin. Man hatte keine Zeit, nachzudenken. Es ging einfach zum nächsten Hindernis und dann zum nächsten Hindernis. Die ganze Vicarage-Linie war so schnell vorbei und die Pferde mussten so mutig und voller Vertrauen sein und einfach alles mitnehmen, was ihnen im Weg stand. Es gibt keine Verschnaufpause. Das ist nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch mental. Ich hatte das Gefühl, als wir zum Vicarage V kamen, dachte London, ich müsse verrückt geworden sein.“

Piggy French, die Siegerin von 2020, hatte einen anderen Zugang zu ihrem Ritt mit Vanir Kamira, nach dem sie mit 0,4 Zeitfehlern nun auf Platz fünf liegt (26,1): „Es fühlte sich an, als hätte ich elf Minuten lang in einem Wäschetrockner gesteckt.“

Das wurde einigen Paaren zum Verhängnis, dazu später. Hinter Laura Collett reihte sich ihr Olympia-Teamkollege Oliver Townend mit gleich zwei Pferden ein: Sowohl mit Swallow Springs als auch mit Ballaghmor Class blieb er innerhalb der erlaubten Zeit. Swallow Springs ist mit 25,7 Minuspunkten Zweiter. Sein irischer Stallkollege hat 25,9 Zähler auf dem Konto. Mit nur einem hunderstel Punkt Abstand folgen die Weltmeister von 2018, Ros Canter und Allstar B.

Von Platz eins bis elf sind fast nur Briten vertreten. Bis auf das Paar auf Rang sieben und das ist ein ganz bemerkenswertes: die Neuseeländerin Jonelle Price und Classic Moet, die 2018 in Badminton siegreich waren. Ihr Dressurauftritt war durchwachsen mit 31,4 Minuspunkten. Aber heute war die Rappstute in ihrem Element und kam sechs Sekunden unterhalb der erlaubten Zeit ins Ziel. Das Besondere daran: Classic Moet ist 19 Jahre alt und war fitter als diverse ihrer deutlich jüngeren Kollegen. Und was noch ein bisschen bemerkenswerter ist: Jonelles Mann Tim saß im Sattel des ehemaligen Burghley-Siegers Ringwood Sky Boy, der ebenfalls bereits 19 Lenze zählt und kam ebenfalls ohne Hindernisfehler ins Ziel (Rang 17), allerdings mit Zeitfehlern. Zwei 19-jährige Kämpfer, die heute demonstriert haben, was bei gutem Management alles möglich ist.

Gut gemanagt hat heute auch Christoph Wahler seinen 13-jährigen Holsteiner Schimmel Carjatan S v. Clearway. Die beiden Zweitplatzierten des CCI5*-L von Luhmühlen mussten auf der Strecke einmal anhalten, kamen aber dennoch ohne Hindernis- und mit nur 3,6 Zeitfehlern ins Ziel. Schade, dass Carjatan S gestern in der Dressur deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben war. Denn mit der heutigen Runde haben sie sich von Rang 33 auf Platz 14 vorgearbeitet. Fazit: Da geht in Zukunft noch einiges! Zumal der Schimmel auch ein super Parcoursspringer ist.

13 Paare schieden aus, weitere acht gaben auf. Unter denen, für die der Tag vorzeitig vorbei war, waren einige Prominente, allen voran die Zweitplatzierten nach der Dressur, die Olympia-Zweiten Tom McEwen und Toledo de Kerser. Sie hatten einen Sturz, sind aber wohlauf.

Heftiger war der Sturz der Europameisterin, Nicola Wilson, von Dublin JL gegen Ende des Kurses. Dem Pferd ist nichts passiert, aber Wilson musste für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus. Sie sei aber stabil, meldet BBC.

Auch der Sturz des Franzosen Maxime Livio mit Vitorio du Montet hatte böse ausgesehen. Aber auf seiner Instagram-Seite gibt Livio Entwarnung neben einem Foto des Wallachs beim Grasen vor Badminton House: „Die Müdigkeit hat uns leider 100 Meter vor dem Ziel eingeholt. Ihm geht es gut und er hat sehr schnell seine Ungeduld und seine gewohntes Verhalten wiedergefunden.“

Alle Ergebnisse finden Sie hier.