Kreuth: Schaaf und Schäfer-Gehrau Deutsche Meister der Nachwuchsvielseitigkeitsreiter, EM-Teams benannt

Vielseitigkeit

(© www.toffi-images.de)

Vielseitigkeits-Juniorin Anna Lena Schaaf hat ihren Deutschen Meister-Titel in Kreuth souverän verteidigt. Bei den Jungen Reitern brachte das Springen noch einige Neuerungen.

Für Anna Lena Schaaf und ihre bewährte Fairytale war es ein Start-Ziel-Sieg bei den Junioren. Auch wenn das abschließende Springen eine Zitterpartie war, denn einen Abwurf konnte die rheinische Titelverteidigerin sich nicht leisten. Als letzte Starterin behielt sie die Nerven und hielt an ihrer Strategie fest: lieber Zeit- als Hindernisfehler. So kam sie mit 1,2 Zeitstrafpunkten ins Ziel. Das reichte für den Titel.

Bundestrainerin Julia Krajewski lobte: „Was Anna Lena ausmacht, ist, dass sie technisch schon sehr gut reiten kann. Und sie ist in der Lage, das ganz konstant abzurufen.“ Demnächst kann die eine Deutsche Meisterin der anderen Deutschen Meisterin noch mehr Tipps geben. Anna Lena wird nämlich eine Ausbildung zur Pferdewirtin am Bundesstützpunkt in Warendorf beginnen, wo ja auch Julia Krajewski stationiert ist.

Silber ebenfalls ins Rheinland

Isabel Mengeler sorgt auf Rang zwei für eine weitere Medaille fürs Rheinland. Im Sattel des Mighty Magic-Sohnes Mighty Carrera, der bei ihrem Trainer Helmut Bergendahl zur Welt kam, beendete sie die DJM mit ihrem Dressurergebnis von 24,90 Minuspunkten, 0,6 mehr als die Siegerin. Gegenüber der FN gab sie später zu: „Es ist ein Traum, das so zu Ende gebracht zu haben. Ich war ja von Anfang an vorne dabei, das setzt einen schon etwas unter Druck.

Von Platz vier auf den Bronzeplatz vorschieben konnte sich Ann-Catrin Bierlein mit Auf geht’s Fräulein Hummel. Auch bei ihnen war Dressur- gleich Endergebnis: 27,10 Minuspunkte.

Der bis dato auf dem Bronzeplatz rangierende Calvin Böckmann hatte mit seiner Altair de la Cense zwei Springfehler und fiel damit auf Platz neun zurück. Für Bierlein haben sich damit ihre kühnsten Hoffnungen erfüllt: „Ich habe mich gezwungen, positiv zu denken. Ich neige sonst dazu, mir nicht zu große Hoffnungen zu machen, um später nicht enttäuscht zu sein. Aber dieses Mal wollte ich es wissen!“ Hat geklappt!

Fazit der Bundestrainerin

Julia Krajewski bilanzierte nach Ende der Prüfung, an der insgesamt 45 U18-Buschreiter teilnahmen: „Die Zahl ist etwa so, wie wir sie in den letzten Jahren immer hatten“, sagte Julia Krajewski. „Und im Zweifel ist es tatsächlich besser, wenn jemand noch nicht weit genug ist, lieber einmal zu verzichten und es ein Jahr später zu versuchen. Wie man am Ergebnis sah, hat die Deutsche Meisterschaft ja zu Recht einen gewissen Anspruch. Ich glaube, der wurde hier auch gut getroffen. Es wurde alles abgefragt, was in einem modernen Geländekurs gehört, ohne zu überfordern. Man hat gesehen, dass ein Großteil sehr gut zurechtgekommen ist. Es waren auch viele in der Zeit. Auf diesem Level ist das Tempo ja auch noch nicht so hoch. Wenn ihre Pferde fit genug sind und sie rhythmisch reiten, ist es gut zu bewältigen. Die Probleme, die es gab, waren an verschiedenen Hindernissen. In Richtung EM konnten wir uns noch einmal einen guten Eindruck verschaffen.“

Die Nominierten für die EM

Diesem Eindruck entsprechend wurden nun folgende Paare für die Teilnahme an der Europameisterschaft vom 11. bis 14. Juli in Maasbergen, Niederlande, nominiert (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Ann-Cathrin Bierlein mit Auf geht’s Fräulein Hummel,
  • Isabel Mengeler mit Checkred und Mighty Carrera,
  • Anna-Lena Schaaf  mit Fairytale,
  • Joelle Celina Selenkowitsch mit Akeby’s zum Glück,
  • Kaya Thomsen mit Barny (dem Olympiasieger ihres Vaters Peter Thomsen)
  • Calvin Böckmann mit Altair de la Cense, sofern er nicht für die Shortlist der zeitgleich ausgetragene Junioren-EM im Springen aufgestellt wird und sich für den Start dort entscheidet.

Als Reservisten sind nominiert:

  • Konstantin Harting mit Cigaline (R1),
  • Libussa Lübbeke mit Darcy F (R2),
  • Hella Jensen mit Canjo (R3),
  • Christina Schöninger mit Schoensgreen Continus (R4).

Auch Junge Reiter-Titel ins Rheinland

Aus Sicht des Rheinlandes hätten diese Deutschen Meisterschaften kaum besser laufen können. Zum Schluss sorgte Brandon Schäfer-Gehrau noch für das Tüpfelchen auf dem i mit einer fehlerfreien Runde im Parcours, etwas, was der bis dato führenden Alina Dibowski nicht vergönnt gewesen war, so dass Brandon Schäfer-Gehrau am Ende ganz oben auf dem Treppchen stand.

Nach der Dressur und dem Gelände lagen Brandon und seine Fürst Nymphenburg-Tochter Fräulein Frieda in Lauerstellung auf Rang zwei. Im Parcours ließen sie sich nichts zu schulden kommen. Damit war ihnen Silber also schon mal sicher.

Als Führende musste Alina Dibowski mit Barbados als letzte in den Parcours. Nach dem Gelände hatten die beiden 29,30 Minuspunkte auf dem Konto. Bei Brandon und Fräulein Frieda waren es 31,80. Dementsprechend durften Alina und Barbados sich keinen Abwurf erlauben, um am Ende die Siegerehrung anzuführen. Es wurde nicht nur einer, sondern drei. Aus der Traum vom Titel, stattdessen Rang sieben für die Tochter von Olympiasieger Andreas Dibowski.

Silber ging stattdessen an Titelverteidigerin Emma Brüssau und Dark Desire. Die beiden hatten nach der Dressur in Führung gelegen, verbummelten diese im Gelände, lieferten heute dann aber wieder eine souveräne fehlerfreie Runde, 34,60 Minuspunkte.

Bronze war eine Premiere für den Landesverband Sachsen dank Anja Schöniger und ihrer DSP-Tochter Ilesca v. Saami xx. Es war die erste DM-Medaille für eine sächsische Vielseitigkeitsreiterin. Dabei lagen die beiden nach der Dressur noch abgeschlagen auf Platz 26. Aber mit nur 1,6 Zeitfehlern arbeiteten sie sich in dem schwierigen Gelände auf Platz sechs vor und ließen sich beim anschließenden Springen nichts zu Schulden kommen.

„Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, freute sich Schöniger. „Ich habe schon an Juniorenmeisterschaften teilgenommen und war dort immer im hinteren Feld. Dass es hier schon im Gelände so gut geklappt hat, war toll, aber dass ich jetzt so weit vorgerückt bin, ist unfassbar!“

Glücklich war auch der U21-Bundestrainer Frank Ostholt, sowohl was die Quantität bei den Jungen Reitern angeht (22 Paare), als auch die Qualität: „Die Jungen Reiter sind ja nur drei Jahrgänge und auf Drei-Sterne-Niveau, diesem Anspruch wird nicht jedes Pferd gerecht. Ich bin gut zufrieden mit der Anzahl. Vor zwei Jahren hatten wir schon einmal deutlich weniger, dagegen sind wir in diesem Jahr in einer sehr guten Situation. Wir haben nicht nur relativ viele Reiter, sondern auch viele Qualifizierte für die EM und mit einer richtig tollen Qualität!“

Die Nominierten für die EM

Auch die Junge Reiter-EM findet vom 11. bis 14. Juli in Maasbergen statt. Dort werden folgende Junge Reiter die deutschen Farben vertreten (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Emma Brüssau mit Dark Desire GS,
  • Alina Dibowski mit Barbados,
  • Anais Neumann mit Pumuckel E,
  • Jerôme Robiné mit Guccimo R,
  • Brandon Schäfer-Gehrau mit Fräulein Frieda,
  • Gesa Staas mit St.Stacy

Als Reservisten sind nominiert:

  • Kari-Ingrid Gunzenhäuser mit Let’s Dance (R1)
  • Antonia Baumgart mit Lamango (R2)
  • Fritz Ludwig Lübbeke mit Caramia (R3)

Alle Ergebnisse aus Kreuth finden Sie hier.

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