Pau: Ingrid Klimke gewinnt ihr erstes Vier-Sterne-Event

Was für ein großartiger Saisonabschluss für Deutschlands Vielseitigkeitsreiter! Besser hätte es nicht laufen können für Ingrid Klimke auf Hale Bob und Andreas Dibowski mit Butts Avondale beim Vier-Sterne-Event in Pau, Frankreich, zugleich erste Station der FEI Classics Serie 2014/2015.

Bereits nach der Dressur waren die zweifache Mannschaftsolympiasiegerin und -weltmeisterin Ingrid Klimke und ihr zehnjähriger Oldenburger Helikon xx-Sohn in Führung gegangen. Die gaben sie bis zum Schluss nicht mehr ab. Das Gelände hatte es in sich. Nur ein einziges Paar blieb innerhalb der erlaubten Zeit. Klimke und „Bobby“ waren mit zwei Sekunden über der Bestzeit super unterwegs gewesen. Und schon nach dem Cross kündigte Klimke an, der zu erwartend schwierige Parcours käme ihr entgegen, da ihr Pferd ein vermögender Springer ist. Das bestätigte sich dann heute. Sie hatte einen Abwurf. Aber von den 19 Paaren, die am Springen teilnahmen, blieben ohnehin nur drei strafpunktfrei und Klimkes Führung war durch die zusätzlichen vier Strafpunkte nie in Gefahr.

Gestern hatte sie zum Gelände gesagt: „Das war eine schwierige Strecke mit vielen Gelegenheiten, vorbeizulaufen. Aber er war wundervoll zu reiten. Ich bin sehr stolz auf mein Pferd, weil es seine erste Vier-Sterne-Saison ist und er zwei Vorbeiläufer in Luhmühlen hatte. Ich wusste, ich muss sehr konzentriert bleiben, aber Bobby ist clever, also konnte ich die Linien wählen, die ich wollte. (…) Und was das allerbeste ist: Er ist mein eigenes Pferd, also hoffe ich, dass wir eine wunderbare Zukunft haben.“ Die hat offensichtlich gerade erst richtig begonnen!

Richtig großen Grund zur Freude hatte auch Andreas Dibowski, der mit dem elfjährigen Hannoveraner Heraldik xx-Kronenkranich xx-Sohn Butts Avedon Zweiter wurde. Eigentlich hatten die beiden Anfang September das CCI**** in Burghley angepeilt. Aber „Dibo“ entschied dann kurzfristig, seine Pläne zu ändern, da „die Vorbereitung nicht optimal lief.“ Zu dem Zeitpunkt seien sie „nicht in der Lage“ gewesen, „Topleistungen abzuliefern“. Dieses Formtief haben sie mit kleineren Prüfungen überwunden – eine Taktik, die sich bezahlt gemacht hat, wie man jetzt sehen konnte.

In der Dressur waren die beiden Dritte geworden, im Gelände kamen ein paar Zeitstrafpunkte hinzu, im Parcours zwei Abwürfe. Machte unter dem Strich 54,3 Minuspunkte. Pau scheint ein gutes Pflaster für den Mann aus der Heide zu sein. Hier siegte er schließlich 2010 auch schon mit Fantasia.

Platz drei in diesem Jahr ging nach Frankreich, an Arnaud Boiteau auf Quiriano, einem zehnjährigen Holsteiner Coriano-Sohn, der auf 56,8 Minuspunkte kam. Der Ire Joseph Murphy, der gestern auf Electric Cruise den einzigen Ritt innerhalb der erlaubten Zeit schaffte und so Zweiter der Zwischenwertung war, nahm heute am Springen nicht mehr Teil. Die Jury hatte seinen Cruising-Sohn aus dem Wettbewerb genommen. Zwei weitere Reiter hatten ihre Pferde zurückgezogen.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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