Vielseitigkeit: Die Rückkehr zum Rodderberg

Bildschirmfoto 2020-07-01 um 14.47.40

Auch von Julia Krajewski gab es großes Lob für das Revival-Turnier am Rodderberg. (© Instagram)

Jahrelang gehörte der Bonner Rodderberg zu den wichtigsten Vielseitigkeitsstandorten Deutschlands. Seit elf Jahren hatte dort nun jedoch kein Turnier mehr stattgefunden. Bis jetzt! Dem Engagement von Ben Leuwer und Pia Münker sei Dank.

Das hügelige Gelände, gewachsene Naturhindernisse und die perfekte Infrastruktur prädestinieren den Rodderberg als Austragungsort für Vielseitigkeitsturniere in Deutschland. Seit einigen Monaten haben nun die erfolgreichen Buschreiter Ben Leuwer und Pia Münker einen Stalltrakt auf der Anlage der Familie Schneider gepachtet.

Sie haben sich dafür stark gemacht, dass Bonn wieder Vielseitigkeitsstandort wird. Das ist ihnen nun gelungen. Nach elf Jahren fand wieder ein Geländetag auf dem Rodderberg statt (wobei 2019 bereits Kreismeisterschaften der Vielseitigkeitsreiter hier ausgetragen wurden). Und zwar ein äußerst gelungener, wie zum Beispiel St.GEORG Tiermedizin-Expertin Dr. Annette Wyrwoll, die Olympiareiterin von Sydney 2000, berichtet. Sie war begeistert, was Ben Leuwer und Pia Münker gestern zusammen mit ihrem Team auf die Beine gestellt haben.

Drei Prüfungen waren ausgeschrieben, eine Geländepferdeprüfung Klasse A, eine der Klasse L sowie ein Stil-Geländeritt Klasse A*.

Die Geländepferdeprüfung Klasse A ging mit einer starken 9,0 an die Holsteiner Stute Lagavulin v. Livello-Casall aus der Erfolgszucht der Familie Köhncke. Vorgestellt wurde sie von Antonia Baumgart.

Hausherrin Pia Münker selbst stellte den Zweitplatzierten, den fünfjährigen gekörten Hannoveraner Hengst Abraxas v. Araldik-Now or Never (Z.: Manfred Schäfer), für das Gestüt Fohlenhof vor und musste sich mit 8,9 nur knapp geschlagen geben.

Kaderreiter Konstantin Harting, der seine Ausbildung bei den Pferdewirtschaftsmeistern Leuwer und Münker absolviert, ritt die sechsjährige DSP-Stute Chanel v. Cascadello II ebenfalls fürs Gestüt Fohlenhof auf den dritten Rang mit 8,8.

Den teilten die beiden sich allerdings mit Kai-Steffen Meier im Sattel des fünfjährigen Westfalen-Wallachs Flic Flac v. Follow Me-Quicksilber.

Sechsmal „Sehr gut“

Von herausragender Qualität waren die Vorstellungen in der Geländepferdeprüfung Klasse L. Sechs Pferde erhielten Wertnoten von 9,0 und besser. Der Sieg ging mit 9,4 an den Bundeschampion 2019, den nun sechsjährigen gekörten Trakehner Hengst Isselhook’s First Sight v. Lossow-Hibiskus mit Sophie Leube im Sattel.

Dahinter reihte sich die Deutsche Meisterin Julia Krajewski gleich mit zwei Pferden ein. Eine 9,3 erhielt der fünfjährige Zangersheider Great Twist, ein Sohn des Gemini xx, des ersten Klons von Olympia-Silbermedaillengewinner Gem Twist aus einer Mutter v. Quidam de Revel-Landgraf und ein Halbbruder des international erfolgreichen Springpferdes For Passion d’Ive v. For Pleasure. Great Twist gehört Julia Krajewski selbst. Zwar war er mit Krajewski schon mehrfach in Springpferdeprüfungen erfolgreich, aber das gestern war seine erste Geländepferde-L, die er mit Bravour meisterte.

Schon reichlich mit Schleifen dekoriert ist Great Twists Stallkollege auf Rang drei (9,2), IcyTonic v. Ibisco xx-Cristo. Der Holsteiner hatte sich dieses Jahr schon bei diversen Gelegenheiten in Szene setzen können und ist bereits fürs Bundeschampionat qualifiziert.

Die weiteren Neuner-Pferde der Prüfung waren die von Arne Bergendahl vorgestellte La Valienta (9,1) sowie Pia Münkers Abraxas und Lassida W unter Ben Leuwer, die beide ein glattes Sehr gut erhielten.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.