WM Pratoni: Kein Auftakt wie erhofft für deutsches Team nach Tag 1 in Dressur

Horse Inspection 1 – Pratoni del Vivaro 2022

Sandra Auffarth und Viamant du Matz, Weltmeisterschaft Pratoni 2022 (© hippofoto.be)

Die Plätze 16 und 19 nach dem ersten Dressurtag für die deutsche Abordnung bei der Vielseitigkeitsweltmeisterschaft in Pratoni war nicht das, was sich alle erhofft haben. Dafür jubeln die Briten nach einer Bilderbuchdressur von Laura Collett und dem Holsteiner London, der Team GB die Führung sicherte.

Dieser Tag eines der Dressur in Pratoni del Vivaro stand nicht im Zeichen der deutschen Vielseitigkeitsreiter. Während die Briten souverän in der Team- und Einzelwertung führen, und dazu noch die GB-Einzelreiterin Yasmin Ingham mit Banzai du Loir Zweite ist (20,0 Minuspunkte), gibt es aus deutscher Sicht vor allem die Hoffnung auf morgen und auf die Geländestrecke als Entscheidungskriterium.

Christoph Wahlers Holsteiner Carjatan S hatte die WM im Viereck eröffnen dürfen. Dort vereitelten aber Fehler in der Trabtour eine gute Ausgangslage für den WM-Debütanten. Wahler liegt auf Platz 22 nach 44 Startern (32,8 Minuspunkte). Die Hoffnungen, dass Sandra Auffarth mit Viamant du Matz das Teamergebnis deutlich verbessern könnte, zerstoben schon zu Beginn der Aufgabe in Luft. Denn aus dem lauen Lüftchen des Vormittags war um 14.00 Uhr als das Paar aus Ganderkesee starten musste eine passable steife Brise geworden. Schon in der Mittagspause war die Blumendekoration von den Vierecksbuchstaben heruntergeweht worden. Genau das geschah als Sandra Auffarth an Punkt H vorbeikam. Ihr französischer Wallach scheute, fortan war er verspannt, sprang die fliegenden Galoppwechsel mit hoher Kruppe und teilweise in zwei Phasen. Auch das Rückwärtsrichten war schief, im Schritt wurde der Diamant de Semilly-Sohn, dessen Qualitäten eh eher im Springbereich verankert sind, eng. Mit 31,3 Minuspunkten liegt die Weltmeisterin von 2014 an Position 16.

Ihre Einschätzung: Nach vorne schauen: „Er (Viamant du Matz) ist sehr reaktionsschnell, was im Gelände gut ist, aber nicht so, wenn so ein Buchstabe umfällt. Ich hatte so das Gefühl, seit dem guckte er immer so ein bisschen zur Seite, was noch umfallen könnte. Ansonsten ist er super in Form, fühlte sich die Tage gut an, da habe ich mir doch ein bisschen mehr erhofft. Aber es ist nun einmal so. Es sind eben kleine Fehler jetzt passiert. Ich glaube trotzdem, dass das hier kein Dressurturnier ist und dass man wirklich nach vorne gucken muss.“ Verärgert wegen des umgefallen Buchstabens sei sie aber nicht: „Am Ende ist das der Sport, wir haben einen Outdoor-Sport. Ich weiß noch, als ich in London reingeritten bin, ist das ganze Dach vom Richterhäuschen weggeflogen, da bin ich heute mit dem Buchstaben gut weggekommen, würde ich sagen.“

Starke Briten schon in der Dressur in Pratoni

Eine Augenweide war der Ritt der Badminton-Siegerin Laura Collett mit dem Holsteiner London v. Landos. 19,3 Minuspunkte sind das zweitbeste Dressurergebnis, das es seit 2002 bei Weltmeisterschaften jemals in der Dressur gegeben hat. Nur Bettina Hoy und Woodsides Ashby waren damals in Jerez noch etwas besser.

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Team GB hat dank Collett und der Weltmeisterin von 2008, Rosalind Canter, die mit Lordships Graffalo v. Grafenstolz 26,3 „Miese“ bekam, 45,5 Zähler auf dem Mannschaftskonto. Dahinter liegen derzeit Neuseeland (53,0), die USA (53,5) und Frankreich (57,1). Deutschland findet sich aktuell auf Platz  sieben. Gewertet werden abschließend allerdings lediglich die drei besten Ergebnisse pro Nation. Julia Krajewski mit Amande de B’Neville und Michael Jung  mit Chipmunk können am Freitag noch punkten.

Die Zwischenergebnisse aus Pratoni von der Dressur finden Sie hier.