Hannoveraner Körung: Viele Statisten und ein Millionenpferd

Die Eine-Million-Schallgrenze ist durchbrochen! Mit einem Preisrekord endete die Hannoveraner Körung 2015 in Verden. Insgesamt brachte sie 60 gekörte und 15 prämierte künftige Vatertiere hervor.

Allerdings kam der teuerste aus einem anderen Zuchtgebiet. Es handelte sich um die Katalognummer 102, einen westfälischen Sohn des Rock Forever-Sohnes Rocky Lee aus einer Mutter v. Rouletto-Wendenburg, gezogen von Yasemine Yanik in Essen. „Geiles Pferd“, hörte man da auf den Sitzen. Klingt ein wenig despektierlich, war aber passend! Als sich gegen Ende des mehr als zehnstündigen Körprocederes die ersten Zuschauer ermattet verabschiedeten, sorgte dieser eigentlich recht schlicht aufgemachte Braune, der optisch durch seine Herkunft aus einem Vollblutstamm geprägt ist, noch einmal für ein Raunen im Publikum. Elastisch, ungemein kraftvoll, in jeder Situation im Gleichgewicht und mit unerschütterlichem Takt begeisterte er als er durch die Halle trabte, ganz egal, ob er an der Hand lief oder frei. Hinzu kam eine energische Bergaufgaloppade und ein geregelter Schritt mit genügend Raumgriff, der deutlich machte, dass bei diesem Pferd die Bewegung wirklich durch den gesamten Körper geht. Nicht nur Aussteller Detlef Ruddat aus Kirchlinteln dürfte sich auf die heutige Auktion gefreut haben. Am größten war die Freude am Ende in Dänemark. Bei nie dagewesenen 1,2 Millionen Euro fiel der Hammer und der Zuschlag lag bei, na, ahnen Sie es? Ja, bei Andreas Helgstrand. Er hat den Westfalen zusammen mit unter anderem Hanni Kasprzak, der Mutter von Dressurreiterin Anna Kasprzak, erworben.

Ein anderes Pferd, das schon am Vormittag Begehrlichkeiten geweckt hatte, war der Hannoveraner Fuchs mit der Nummer 27 aus der Zucht von Johannes Baumeister in Kranenburg, ausgestellt von Tobias Schult aus Hünxe. Nachdem man auf den ersten Ringen gute, jedoch nicht überragende Pferde gesehen hatte, dachte man bei diesem hoch eleganten, bildschönen Pferd: Endlich ein Hengst! Elastisch und ganz geschmeidig mit viel natürlicher Kadenz holte er sich immer wieder Szenenapplaus ab. Einzig im Schritt würde man sich etwas mehr Raumgriff wünschen. Vater des Fuchses ist der bei Paul Schockemöhle stationierte und in Ausbildung bei Matthias Alexander Rath befindliche Don Frederico-Sohn Don Frederic. Der gab mit der Nummer 27 einen Einstand nach Maß in seinem Premierenjahrgang. Die Mutter des Fuchses, St.Pr.St. Firenza v. Fidertanz-Sandro Hit-Contender,  ist die Vollschwester zu Isabell Werths Nachwuchshengst Feedback. Die beiden tragen einen rheinischen Brand, entstammen aber ursprünglich einem Holsteiner Mutterstamm, demselben aus dem beispielsweise auch der Dressurpferde-WM-Finalist Quotenkönig v. Quaterback hervorging. Er kostete 220.000 Euro.

https://youtu.be/8rmy7WiLUD8

Zwar gekört, aber nicht prämiert und trotzdem noch einmal 10.000 Euro teurer war ein lackschwarzer Sohn des Trakehner Shooting Stars Millennium, hier in Anpaarung mit der St. Pr. St. Fantastic Girl v. Farewell III-Warkant-Maat. Walter P.J. Droege in Düsseldorf ist Züchter, Heinrich Ramsbrock in Menslage war Aussteller des Rappen mit der Katalognummer 94. Der Hengst war beim Freilaufen ziemlich aufgemischt, was ein wenig zu Lasten der Rückentätigkeit und vor allem des Schritts ging. Man darf annehmen, dass der Raumgriff sich bei entsprechender Losgelassenheit deutlich verbessern wird.

https://youtu.be/h4DcYFrtRJg

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