Lanaken: Gold und Silber für Westfalen bei den Sechsjährigen, zwei weitere Titel für deutsche Reiter auf belgischen und niederländischen Pferden

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Philipp Weishaupt und Coros holten den Titel der WM der sechsjährigen Springpferde nach Westfalen. (© Zangersheide.com)

So eine erfolgreiche Weltmeisterschaft der jungen Springpferde hat es aus deutscher Sicht vielleicht noch nie gegeben mit zwei Medaillen bei den Sechsjährigen für deutsche Pferde und zwei Titeln für deutsche Reiter, allerdings auf Pferden benachbarter Zuchtgebiete.

55 Fünfjährige haben sich für das Finale der Weltmeisterschaften der jungen Springpferde qualifiziert. 16 erreichten das Stechen. Eine zweite Null-Fehler-Runde gelang allerdings nur drei Paaren. Dazu gehörten auch Christian Ahlmann und der BWP-Hengst Querido VG Z aus der Zucht von Alois van Gorp. Querido ist ein Sohn von Ahlmanns Dominator Z aus einer Chellano-Mutter. Er machte seinen Vorfahren alle Ehre: In 37,49 Sekunden flog er zum Sieg. Er gehört übrigens dem Gestüt Zangersheide, wurde also gewissermaßen zuhause Weltmeister.

Auch die Silbermedaille ging an einen Belgischen Warmblüter: Quabriolet van het Bildeken v. Anakin van Schuttershof-Burggraaf. Der Erfolg ist ein Familienprojekt. Koen Gaublomme ist Züchter und Besitzer des Wallachs, Arnaud Gaublomme ritt ihn in 39,40 Sekunden aufs Treppchen.

Bronze ging an ein niederländisches Duo: die von Nicole Eggens vorgestellte Loharna-P v. Carrera VDL und ebenfalls Burggraaf auf der Mutterseite. Züchter ist B. J. Platzer aus Ommen. Die beiden benötigten 40,99 Sekunden.

Das beste deutsche Pferd startete unter britischer Flagge: die OS-Stute Vogue TW v. Vivant van de Heffinck-Conthargos aus der Zucht des Gestüts Lewitz. Mit Emily Sage im Sattel belegte sie nach einem Abwurf in 37,06 Sekunden im Stechen Rang fünf.

Ein weiterer Dominator Z-Sohn unter deutscher Flagge platzierte sich an neunter Stelle: Diabolo van Bets Z (Mutter v. Cassini II, Z.: Jan Mues) mit Angelique Rüsen für den Stall Ahlmann. Auch hier gab es vier Fehler im Stechen.

Das einzige weitere Pferd aus deutscher Zucht, das es „ins Geld“ geschafft hatte, war der Rheinländer Wallach Classe Pour Toi v. Conthargos-Balou du Rouet (Z.: Marina Mara Tranins). Frederic Tilmann ritt ihn mit zwei Abwürfen in Runde zwei auf den elften Platz.

Gold und Silber für Westfalen

Einen Riesenerfolg feierte dieses Jahr das Westfälische Pferdestammbuch in Lanaken. Bei den Sechsjährigen gab es Gold und Silber für Westfalen. Und es sogar die Reiter stammten aus Westfalen. Philipp Weishaupt ritt den Hengst Coros v. Cornet Obolensky-Arpeggio aus der Zucht von Werner Buschsieweke und im Besitz von Joachim und Ursula Rosendahl nicht nur in der schnellsten Zeit aller Null-Fehler-Ritte ins Ziel, sondern in der schnellsten Zeit aller Teilnehmer im Stechen. In 33,77 Sekunden flogen die beiden zum Weltmeister-Titel.

Platz zwei ging an Angelique Rüsen auf Crowny NW (für Züchter Norbert Wentrup) v. Crown Z-Pontifex für den Stall Ahlmann. Hier stoppte die Uhr nach 35,08 Sekunden.

Der Belgische Warmblutzuchtverband konnte sich dank der Stute Parequita v. Jamal vd Heffinck-Cumano unter Virginie Thonon über eine weitere Medaille freuen. In 35,14 Sekunden wurde es Bronze.

Ein weiteres deutsches Pferd in der Platzierung war der Hannoveraner Sohn der Erde v. Salz der Erde-Contender (Z.: Susanna Kleindienst, B.: Alexander Bontemps) mit Alexa Stais im Sattel. Mit vier Fehlern in 37,15 Sekunden wurden sie Achte.

Siebenjährige

Der krönende WM-Abschluss war das 1,45 Meter-Springen mit Stechen der Siebenjährigen. Schon der Normalparcours hatte es in sich. Besonders die Zeit war knapp bemessen. Und im Stechen kamen nur zwei Paare fehlerfrei ins Ziel. Überragendes Paar der Prüfung waren Harm Lahde und die KWPN-Stute Just a Dream v. Zirocco Blue-Carano aus der Zucht der Familie Nooren und im Besitz des Gestüts Eichenhain. Lahde war vorletzter Reiter im vierköpfigen Stechen und setzte den letzten Starter, Belgiens Gilles Thomas auf der ebenfalls in den Niederlanden gezogenen J. Comghorla, mit 39,30 Sekunden gehörig unter Druck. Thomas, gestern noch Dritter der Belgischen Meisterschaft, versuchte alles, aber schon zu Beginn des Parcours stolperte seien Comme il faut-Tochter einmal. Sie sprang fehlerfrei, aber die Zeit von Lahde war nicht einzuholen – Silber in 42,80 Sekunden. Bronze holten Dominique Hendrickx und der Selle Francais-Wallach Etundel de Marocy v. Diamant de Semilly mit einem Abwurf in 41,28 Sekunden.

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