Großer Preis von Aachen: Später Triumph für Michael Whitaker

Michael Whitaker und Amai (© Julia Rau)

Er reitet schon fast 30 Jahre im internationalen Springsport, aber heute gewann der 56-jährige Brite Michael Whitaker zum ersten Mal den Großen Preis von Aachen.

Nur drei von 34 Reitern blieben in den beiden schweren Runden ohne Abwurf und qualifizierten sich damit fürs Stechen. Thomas Voss legte auf dem elfjährigen Holsteiner Hengst Carinjo v. Cascavelle-Landgraf, übrigens Siegerhengst der Körung 2003, eine schnelle fehlerlose Runde vor (0/54,37). Doch Springreiter-Urgestein Michael Whitaker, ließ ihn buchstäblich stehen, würde man im Rennsport sagen. Mit dem zwölfjährigen in Belgien gezogenen Wallach Gig Amai v. Nonstop schnitt er jede Kurve, ließ den Dunkelbraunen dazwischen mächtig wandern und unterbot Voss Zeit um fast fünf Sekunden (49,73).

Dass es für die letzte Starterin, Meredith Michaels-Beerbaum nicht leicht werden würde, war abzusehen. Die kalibrige, erst neunjährige Holsteiner Stute Belladonna v. Baldini II-Calido war in den beiden Umläufen überzeugend und souverän gesprungen, aber die zierliche Reiterin musste doch mit vollem körperlichen Einsatzarbeiten, um ihren springgewaltigen Diesel anzuschieben. Nach dem sehr schrägen Anreiten eines Oxers gab es den Fehler, der den Sieg kostete, wenn auch nicht allein, die Zeit hätte vermutlich ebenfalls nicht gereicht. Michael Whitaker krönte damit eine für ihn persönlich höchst erfolgreiche Woche, er war bester Reiter im Nationenpreis und bereits am Samstag vor dem Großen Preis von Aachen hatte ein Fan mit der Unterstützung vielleicht auch einiger Promille, seinen Namen bereits auf der ewigen Siegerliste im Großen Preis von Aachen, einer Tafel am Einritt, verewigte. Da konnte er dann gleich stehen bleiben. Und der britische Verband berät nun hektisch, ob der Routinier, der wegen einer Verletzung seines Pferdes zu Saisonbeginn nicht viele gute Ergebnisse aufweisen hatte, nicht doch ins britische Olympiateam gehört.

Zu den acht Reitern, die mit einem Abwurf das Stechen verpassten, gehörten Hans-Dieter Dreher auf dem Hannoveraner Hengst Embassy II, Platz vier, und Christian Ahlmann mit Olympiaersatzpferd Taloubet Z wie auch Marcus Ehning mit seiner Nummer zwei, Copin van de Broy.

Die bereits für London fest nominierten Mannschaftspferde Codex One (Christian Ahlmann), Plot Blue (Marcus Ehning), Lambrasco (Janne FriederikeMeyer) und Monte Bellini (Philipp Weishaupt) mussten im Großen Preis nicht mehr gehen.