Glykämischer Index – wenn Kohlenhydrate krank machen

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Wie stark lässt das Futter den Blutzuckerspiegel ansteigen? Das gibt der Glykämische Index an. (© www.slawik.com)

Der Glykämische Index gibt an, welche Futtermittel den Blutzuckerspiegel wie stark ansteigen lassen. Ist er zu hoch, drohen Stoffwechselprobleme

Glykämischer Index

Ein Glykämischer Index gibt eine grobe Auskunft darüber, wie sich Nahrungsmittel auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Ermittelt wird er beim Menschen, indem gemessen wird, wie der Blutzuckerspiegel auf die Einnahme von 50 Gramm Kohlenhydraten aus aus der jeweiligen Nahrung reagiert. Anschließend wird dieser Wert mit der Blutzuckerreaktion auf den Verzehr von 50 g Traubenzucker verglichen. Denn Glukose, also Traubenzucker, ist ein Einfachzucker: Tritt er in die Blutbahn, steigt der Blutzuckerspiegel sofort an.

Wichtig ist dabei zu wissen, wie hoch der Kohlenhydratanteil im jeweiligen Nahrungsmittel ist. Ein Beispiel: Der Glykämische Index von Möhren liegt bei 70. Aufgrund der geringen Kohlenhydratdichte müssen 700 g Möhren verzehrt werden, um 50 g Kohlenhydrate aufzunehmen.

Bei einem niedrigen Index, grüne Kurve, steigt der Blutzuckerspiegel nur langsam an, aber fällt auch dementsprechend nicht so stark ab. Bei der roten Kurve hingegen steigt er sehr schnell, fällt aber auch sehr schnell. Dann setzt der berüchtigte Heißhunger ein. Die Verdaulichkeit spielt auch eine große Rolle. So ist Hafer trotz höherem Glykämischen Index besser verdaulich als Gerste.

Glykämische Last

Das Problem des Glykämischen Indexes ist, dass man genau wissen muss, wie hoch der jeweilige Kohlenhydratanteil im Nahrungsmittel ist. Er ist also wenig alltagstauglich. Gebräuchlichere Angaben gibt es mit der Glykämischen Last. Diese bezieht sich auf den Blutzuckeranstieg nach 100 g des untersuchten Nahrungsmittels. 100 g Möhren haben zum Beispiel nur noch eine Glykämische Last von 3 bis 4, Hafer (22,3) und Gerste (28,5) deutlich mehr.

 


 

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Glykämische Reaktion

Bei den Werten zur Glykämischen Last und Reaktion handelt es sich um Referenzwerte. Jeder Körper reagiert letztlich individuell. Leidet ein Pferd an einer Stoffwechselkrankheit wie Hufrehe oder Equines Metabolisches Syndrom, steigt der Blutzuckerspiegel anders an als bei einem gesunden Pferd –  auch wenn beide die gleiche Menge des jeweiligen Nahrungsmittels verzehrt haben.

 

Glykämischer Index verschiedener Futtermittel

Wie eine gesunde Ration aussehen sollte, lesen Sie in dem Beitrag: Pferdefutter: Die Basis muss stimmen

 

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