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SPORT 04.10.2012
William Fox-Pitts Rolex-Tagebuch
Großbritanniens erfolgreichster Vielseitigkeitsreiter, William Fox-Pitt, schickt sich an, den mit 350.000 Dollar dotierten Rolex Grand Slam zu gewinnen. Den Grundstein dafür hat er mit den Siegen beim CCI**** in Burghley 2011 und dem CCI**** in Kentucky 2012 gelegt. Wenn er jetzt auch noch die dritte und letzte Station bei den Badminton Horse Trials 2013 für sich entscheidet (das CCI**** 2012 in Badminton war bekanntlich wegen anhaltender Regenfälle buchstäblich ins Wasser gefallen), ist der Olympia-Silbermedaillengewinner um 350.000 Dollar reicher. Zuvor war das erst einer Reiterin gelungen: Pippa Funnell. Wie ihr Landsmann Fox-Pitt sich darauf vorbereitet, es ihr gleichzutun, hat er nun im Interview verraten.
William Fox-Pitt auf dem Weg zum Sieg im CCI**** Burghley 2011
© Rolex
Rolex: Sie hatten eine unglaubliche Saison bisher mit dem Sieg in Kentucky, Mannschaftssilber bei den Olympischen Spielen und nun auch noch dem Triumph in Blenheim. Was ist Ihr Eindruck?

WFP: Für die Vielseitigkeit war es eine schwierige Saison aufgrund der Witterungsverhältnisse. Daher kann ich persönlich mich glücklich schätzen, bislang eine erfolgreiche Saison gehabt zu haben. Ich habe einige gute Pferde mit zu diesen Turnieren genommen. Das ist unser Ziel und das ist der Grund, für meine Erfolge in dieser Saison.

Rolex: Was war ihr bislang ihr Saisonhöhepunkt?

WFP: Das Highlight war zweifelsohne London 2012, nichts ist damit zu vergleichen. Es war eine einmalige Erfahrung, die das Team Großbritannien und all die Olympioniken niemals vergessen werden. Dort eine Silbermedaille zu gewinnen, war ein fantastisches Gefühl. Und das waren sicherlich die unvergesslichsten Olympischen Spiele, an denen ich je teilgenommen habe.

Rolex: Wie hat es sich angefühlt, als Sie in Blenheim Ihr 50. Drei-Tages-Event gewonnen haben (Anm. d. Red.: CCI*** mit dem einst von Ingrid Klimke in den Sport gebrachten Trakehner Seacookie)?

WFP: Es war aufregend. Und ich war besonders erleichtert über meinen 50. Sieg noch vor meinem 50. Geburtstag! Du startest in eine Saison mit Deinen Hoffnungen und Ambitionen, was Du gerne gewinnen möchtest. Aber Drei-Tages-Prüfungen sind immer schwierig mit vielen verschiedenen Faktoren im Spiel und so vielen Dingen, die schief gehen können. Ich habe in dieser Saison nun vier Drei-Tages-Prüfungen gewonnen, so dass dies ein sehr gutes Jahr ist für mich. Nach dem weniger gelungenen Start in Burghley für Seacookie (der den Cross nicht beendete, Anm. d. Red.), war die gute Runde in Blenheim ein großartiges Gefühl.

Rolex: Catherine und David Witt Ihre Pferdebesitzer müssen ebenfalls begeistert sein?

WFP: Für Catherine und David Witt war es ebenfalls eine fantastische Saison. Ihnen gehören drei der vier Sieger-Pferde: Parklane Hawk, Bay my Hero und Seacookie. Daher war es eine erfolgreiche Zeit für sie.

Rolex: Wie sieht momentan ein typischer Tag für Sie aus?

WFP: Ich reite momentan natürlich viel, wegen der diversen Turniere, die in den kommenden Monaten noch anstehen. Und obwohl die Olympischen Spiele vorbei sind, bringt die Mitgliedschaft im britischen Team es mit sich, dass ich einige spannende und verführerische Einladungen für verschiedene Funktionen erhalte.

Rolex: Wie geht es Ihren Pferden jetzt, wo sich die Saison ihrem Ende nähert?

WFP: Bei dieser Frage klopft man immer dreimal auf Holz. Sie haben sich alle gut geschlagen und ich hoffe, für die kommende Saison ein genauso starkes Pferde-Team zu haben. Aber ich bin lange genug in dem Sport um zu wissen, dass es unwahrscheinlich ist, dieselben Pferde wie im Vorjahr reiten zu können. Man weiß nie, wie es ausgeht.

Rolex: Waren Sie zufrieden mit Ihren Vorstellungen bei den Burghley Horse Trials, nachdem Sie Seacookie herausnehmen mussten?

WFP: Seacookie war ein bisschen zu unvorbereitet und hatte nicht die notwendigen Galopps, die er wahrscheinlich braucht, aber ich dachte, seine bisherigen Erfahrungen dort würden ausreichen, um es zu schaffen. Aber eigentlich war er nicht in Topform, weshalb ich ihn rausgenommen habe. Parklane Hawk war dann fantastisch, obwohl auch er nicht die beste Vorbereitung hatte. Daher war ich sehr glücklich mit seinem Auftritt und dem dritten Platz.

Rolex: Wie geht es Ihren jüngeren Pferden, wie beispielsweise Bay My Hero?

WFP: Bay My Hero ist in guter Form und ging besonders gut in Blenheim in der acht- und neunjährigen Prüfung. Dann ist da ein Pferd namens Chilli Morning, das neu für mich ist und das eine interessante Perspektive ist (den er von Mary King übernommen hat, die mit dem Fuchshengst überfordert war, Anm. d. Red., ST.GEORG online berichtete). Außerdem habe ich ein sehr schönes achtjähriges Pferd namens Freddie Mac, das seinem ersten Zwei-Sterne-Start entgegensieht und sich sehr gut macht.

Rolex: Was sind Ihre Pläne bis zum CCI**** in Pau (Frankreich) Ende Oktober?

WFP: Unser größter Plan im Oktober ist die Geburt unseres dritten Kindes, von dem wir hoffen, dass es noch vor Pau zur Welt kommt! Daneben und neben der Reiterei habe ich noch einige andere Verpflichtungen, wie Training und Lehrgänge, Kurztrips nach Australien (für einen Lehrgang im Rahmen des Drei-Tage-Events von Adelaide) und Irland (um einige Pferde zu besichtigen) sowie den Empfang der London 2012-Medaillengewinner im Buckingham Palace und ein feierliches Dinner mit der britischen Pferdesportmannschaft in Saddlers Hall – einiges, worauf man sich freuen kann!

Rolex: Ihr größter Rivale im Kampf um den Grand Slam-Titel in Badminton 2013 ist Andrew Nicholson – kann er sie noch schlagen?

WFP: Natürlich kann er mich schlagen, aber ich werde ihm den Sieg sicherlich nicht auf einem Silberteller servieren. Ich bin sicher, er wird in Kentucky starten und das werde ich hoffentlich auf tun. Abhängig von den Pferden und der verfügbaren Unterstützung durch UK Sport und The Lottery würde ich hoffen, einige Pferde mit rüber zu nehmen und ich bin sicher, er würde dasselbe tun. Ich muss nur sicherstellen, ihn zu schlagen.

Rolex: Und schließlich, was sind Ihre Pläne für den Winter?

WFP: Naja, abgesehen von wenig Schlaf habe ich verschiedene Reisen und Lehrgänge geplant. Aber das Ende der Saison ist immer auch eine großartige Erholung, nicht nur für mich und meine Familie, sondern auch für die Pferde und das Personal. Daher sind November und Dezember immer ruhige Monate. Wenn dann im Januar alles wieder von vorne losgeht, sind alle frisch, gespannt und in Vorfreude auf die anstehende Saison.
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