Blog 1 aus Aachen: Nicht-namensverwandte Promis und Vive la France!

Aachen-Eröffnungsfeier2019

Es wird auch dieses Jahr eine CHIO-Eröffnungsfeier geben – allerdings weiß man noch nicht, wann. (© www.st-georg.de)

In der Soers flattern wieder die Fahnen und auch sonst ist fast alles wie immer, wie schön! Mit der Media Night fängt die Festwoche in der Soers ja offiziell an, die Gelegenheiten für die Aachener Society, A- und Y-Promis ihre Sommerkreationen auszuführen. Auch wir Journalisten ziehen einen besseren Zwirn an, lassen uns mit Champagner verwöhnen (nachdem geklärt ist, wer fährt) und treffen Leute.

Wer wollte, konnte Boris Becker treffen, (nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem Springreiter-Bundestrainer gleichen Namens), wie gesagt, wer wollte. Unter anderem wurde Becker befragt von WDR-Sportredakteurin Sabine Hartelt, die in dieser Woche die undankbare Aufgabe hat, den Fernsehzuschauern zu erklären, dass Reiten ein toller Sport ist, nachdem eine andere WDR-Abteilung in der Sendung Quarks mit uralten Kamellen den Pferdesport mal wieder pauschal als Tierquälerei nieder gemacht hat. Corporate Identity und Glaubwürdigkeit sehen anders aus. Boris Becker jedenfalls fand’s in Aachen „amazing“. Na, dann!

Hingucker waren wie immer unsere Dressurdamen: Isabell Werth, die am Sonntag 50 wird („Was soll’s, bei uns im Rheinland hat jeden Tag irgendeine Kuh auf einer Weide Geburtstag“), trug ein aufregendes kleines Schwarzes mit Fransen. Mitgekommen war ihre Freundin und Mäzenin Madeleine Winter-Schulze, wie gewohnt von zurückhaltender Eleganz, diesmal in einem dunkelblauen Schneiderkostüm mit dicken weißen Paspeln abgesetzt.

Dorothee Schneider wie immer abends besonders fesch, diesmal in einer weißen wehenden Wolke, Jessica v. Bredow-Werndl wiederum in knappem Goldglitzer und Bundestrainerin Monica Theodorescu  im schicken roten Etuikleid, ganz klassisch.

Im feinen blaugemusterten Gehrock Judy Ann-Melchior, toll in Form keine zwei Wochen nach der Geburt von Töchterchen Ella. Daneben ein in jeder Hinsicht strahlender Christian Ahlmann. Kind gesund, Großen Preis von Paris gewonnen, im Aachen-Team nach Unterschrift unter die Athletenvereinbarung, für den 44-jährigen läuft es gerade optimal. Er wirkt wie befreit. „Ich weiß nicht, ob das alles zusammenhängt,“ sagt er, „aber es kann sein, dass man befreiter aufschlägt, wenn viele Dinge geregelt und aus dem Kopf heraus sind.“ Auf den Nationenpreis am Donnerstagabend freue er sich unheimlich, sagt er. „Fluchtlicht, ausverkauftes Haus, tolle Stimmung, das ist, als ob Borussia Dortmund gegen Schalke spielt, wichtiger als die deutsche Meisterschaft“. Für Fußballunkundige: Dann brennt die Hütte. Über den familiären Neuzugang gibt es auch nur Gutes zu berichten. „Eine ganz Liebe ist das “, sagt Christian Ahlmann „Die kann man auch mal zwei, drei Stunden mit aufs Turnier nehmen“. Das wäre bei Brüderchen Leon nicht so einfach gewesen.

Mit am Dressurtisch saßen zwei Reiterinnen, die es vorläufig noch nicht nach Aachen geschafft haben, aber vielleicht bald. Anna Freitag ist platziert in S-Springen, ihr Mann ist der Sternekoch Björn Freitag. Leider verhindert, aber bestens bekannt aus der täglichen Küchenschlacht, als Juror und Moderator, wo er in seiner gemütlichen Dortmunder Mundart gute Ratschläge gibt. Seine Frau ist übrigens Vegetarierin und da gibt es manches Mal in der Freitags-Küche gewisse Spannungen, etwa wenn er das Gemüse zusammen mit Speck anbrät. Auch Starkoch Nelson Müller war da, ein anderes Promi-Gesicht aus der Küchenschlacht. Begleitet wurde Anna Freitag von Natascha Dibowski, nicht verwandt oder verschwägert mit Buschreiter Andreas, auch sie aktiv – allerdings im Dressursattel. Sie verdient ihr Geld als Marketing-Profi bei der Restaurantkette Blockhaus und ist ebenfalls Vegetarierin. Das stelle ich mir allerdings ziemlich schwierig vor.

In diesem Jahr ist Frankreich das Partnerland des CHIO und entsprechend rasant geriet die Eröffnungsfeier mit Modenschau und Quadrille des Cadre Noir. Faszinierend, wie viele Pferderassen Frankreich hat, ganz schwere Bretonen und Percherons, feine Angloaraber, Traber vor dem Sulky. Der Höhepunkt zweifellos: die berühmte Freiheitsdressur der Camarguepferde mit Jean François Pignon. Alle legen sich auf Kommando hin, stehen wieder auf und bleiben auch in der riesigen Soers-Arena brav beisammen. Also beinahe – die Herde Camarguepferde interessierte doch manch einen der vierbeinigen Showroutiniers mehr als erwartet. Und ohne Halfter, Longe oder ähnliches musste Jean François da über den heiligen Rasen laufen, mehr als nur ein Mal. Aber er brachte die Pferde wieder zusammen, das ist Horsemanship vom Feinsten. Für den Rest der Woche steht eine Miniatur des Eiffelturms auf dem Rasen und passt auf Reiter und Pferde auf.

Vive la France und natürlich auch das CHIO!!


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