Carl Hester und En Vogue gewinnen Grand Prix und interessanten Special in Keysoe, Pidgley dominiert Junioren-Tour

TOKYO – Olympische Spiele / Olympic Games 2021

Carl Hester und En Vogue bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Im britischen Keysoe fand vergangenes Wochenende ein internationales Dressurturnier statt, bei dem allerdings vornehmlich die eigene Truppe am Start war. Für Carl Hester und En Vogue war es der erste Start seit der EM 2021. Sie begannen das Jahr durchwachsen und sorgten für interessante Richterbewertungen.

Im Grand Prix der Special-Tour von Keysoe war die Sache klar. Carl Hester und der nun 13-jährige KWPN-Wallach En Vogue gewannen die Prüfung mit 73,696 Prozent und waren bei allen Richtern auf Rang eins. Zweiter wurde Gareth Hughes mit dem Oldenburger Hengst KK Dominant v. Diamond Hit (70,630) vor Fiona Bigwood auf Carl Hesters WM-Pferd von 2018, Hawtins Delicato (68,413).

Grand Prix Special

Interessant wurde es im Grand Prix Special. Auch hier hatten Hester und der Jazz-Sohn En Vogue die Nase vorn, allerdings mit unter 70 Prozent, so wenig, wie sie nie zuvor bekommen hatten. Leider gibt es keine Videoaufzeichnung des Rittes. Das Protokoll verrät allerdings, dass zwei doppelt zählende Teile der Aufgabe problematisch waren: die Schritttour und die letzte Piaffe sowie dadurch bedingt auch der Übergang.

Im starken Schritt gaben die Richter Noten zwischen 4 (Christof Umbach bei E) und 7 (Sven Rothenberger bei H, Raphael Saleh bei C). Die Kollegin bei M, Mary Robins (AUS), gab eine 6,5. Gotthilf Riexinger saß bei B und gab die 5,5. 5,5, zweimal 6,5, 7 und 6 lauteten die Bewertungen im versammelten Schritt.

In der letzten Piaffe ist En Vogue ganz offensichtlich gänzlich ausgestiegen. Da gab es viermal eine 1 und von Mary Robins eine 2. Dementsprechend lagen die Noten für den Übergang zwischen 2 und 3.

Bemerkenswert auch die Bewertungen für den Gesamteindruck: 5,5 von Christoph Umbach, 7,5 von Sven Rothenberger, 7 von Raphael Saleh und Gotthilf Riexinger, 8 von Mary Robins.

Knapp hinter Carl Hester und En Vogue wurden Gareth Hughes und KK Dominant Zweite mit 69,319 Prozent. Rang drei sicherte sich die Irin Abigail Lyle im Sattel des Rousseau-Sohnes Giraldo (68,532).

Juniorentour an Annabella Pidgley

Bereits am Freitag hatte die EM-Silbermedaillengewinnerin der Junioren von 2021, Annabella Pidgley, sich mit ihren beiden Pferden Sultan des Paluds und Espe die FEI-Mannschaftsaufgabe der 18-Jährigen gesichert. Daran knüpfte sie in der Einzelaufgabe nahtlos an. Diesmal war allerdings ihr Neuzugang Espe, die zuvor von Cathrine Dufour bis Klasse S ausgebildet worden war, einen Hauch besser als ihr Stallkollege. Sie gewann die Prüfung mit 73,676 Prozent. Der Hannoveraner Soliman de Hus-Sohn Sultan des Paluds erhielt 73,578 Prozent.

Dritte war in beiden Prüfungen Sophie Wallace auf Rosalie B. Die 15-jährige Britin war bis letztes Jahr vor allem im Springsattel zuhause gewesen. Die von Familie Balkenhol gezogene Rosalie v. Rubin Royal traf sie, als sie Unterricht bei Laura Tomlinson bekam. Die war mit Rosalie international Grand Prix erfolgreich. Sie erkannte Sophies Talent und fragte sie, ob sie Lust hätte, Rosalie nicht nur im Training, sondern auch auf dem Turnier zu reiten. Offensichtlich hat Sophie Wallace Lust dazu. Und sie ist auch auf Anhieb erfolgreich mit der nun 16-jährigen Westfalen-Stute. In der Einzelaufgabe wurden es 71,814 Prozent.

In der Kür am Sonntag stellte Annabella Pidgley nur noch Espe vor und gewann mit 77,183 Prozent. Zweite wurde die erst 14-jährige Ruby Hughes im Sattel von Extra Time P mit 72,20 Prozent, dicht gefolgt von India Durman-Mills auf Escade (72,175). Ruby Hughes ist übrigens die Tochter von Championatsreiter Gareth Hughes und war bisher vor allem im Voltigieren international erfolgreich, nahm unter anderem an Europameisterschaften teil. Aber letztes Jahr vertrat sie die britischen Farben auch schon bei der Pony-EM.

Alle Ergebnisse aus Keysoe finden Sie hier.

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  1. Ulla

    Der CDI Keysoe wurde auf Horse&Country TV übertragen. Ich habe mir gerade im „on demand“ Carl Hesters Ritt angeschaut. Der gesamte Ritt sehr defensiv angelegt, alles mit angezogener Handbremse. Pferd teilweise eng und „nickend“. Schritt sehr knapp. Letzte Piaffe angedeutet und dann ausgestiegen und nach rechts „weggekreiselt“.


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