EM Aachen: Knapper Vorsprung für deutsche Dressurequipe nach Tag Eins

Team GER

Nach zwei von vier Reitern liegt die deutsche Dressurequipe knapp auf Goldkurs vor den Niederländern. Die Briten sind derzeit Dritte. Sie sorgten für die größte Überraschung des Tages. Morgen wird es richtig spannend.

Isabell Werth ist nicht ganz zufrieden. Nicht mit Don Johnson, sondern mit den Richtern. Als letzte von 35 Startern am heutigen ersten Tag der Europameisterschaften der Dressurreiter ritt Werth bei Sonnenschein und dieser leicht drückenden Schwüle, wie sie oft herrscht in der Aachener Soers. Der Hannoveraner Don Johnson machte einen guten Eindruck. Vorm Einreiten legte Isabell Werth noch einmal zu. Willig und ausdruckstark legte der Don Frederico-Sohn noch eine Schippe drauf.

Pauline von Hardenberg

Starker Auftakt in der Trabtour: Isabell Werth und Don Johnson. Foto: Pauline von Hardenberg (© Pauline von Hardenberg)

Und genau so begann auch die Prüfung. 80 Prozent fürs Halten, knapp 80 Prozent für ausdruckstarke Trabtraversalen, die im Grand Prix doppelt gewertet werden. Gutes Rückwärtstrichten, Werth war auf klarem Siegeskurs. Die Piaffen waren gut an der Stelle, in den Passagen hätte man sich manchmal energisches Abfußen im Hinterbein gewünscht, aber dafür gelangen die Übergänge zwischen Passagen, Piaffen und Passagen sehr gut und wurden auch gut beurteilt. Alles also nach Plan.

Pauline von Hardenberg

DIe Piaffen gelangen gut … Foto: Pauline von Hardenberg (© Pauline von Hardenberg)

Pauline von Hardenberg

… aber im Galopp lief nicht alles nach Plan. FotoPauline von Hardenberg

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  1. N.

    Mittlerweile ist sehr offensichtlich, dass diese EM NICHT im Viereck, sondern in den Richterhäuschen entschieden wird.
    Es kann doch nicht angehen, dass die Richter jetzt auch noch Richter brauchen, die ihnen auf die Finger schauen.
    Die momentane Vorgehensweise in Aachen läßt einen als Dressurfan sprachlos und entsetzt zurück!

  2. Anja Sieg

    Ich habe das Paar Rath/Totilas nicht live gesehen, sondern studiere gerade nur sprachlos die Wertnoten. 3x auf 1, Frau Wüst und Herr Roudier auf Platz 11. 10,1 Punkte Unterschied in der Wertnote. Wo Menschen urteilen, gibt es immer Differenzen, aber in der Dressur, wo es eigentlich auf dem Papier klare Vorgaben für klassisches Reiten gibt… Jetzt bin ich auf die Wertnoten für die letzten Reiter gespannt. Ob die Richter bei Edward Gal auch so genau hinsehen und entsprechend kritisch werten?

  3. Minky

    Liebe Leute der Toto läuft hinten aber nicht so Bombe , was ist den in Trabverstärkung hinten links los ?
    Und das Pferd hats Maul auf ……

  4. Duncan

    Bei der Fehlersammlung und den durchgehend ungleichen Tritten im Trab, Piaffe mit Rückwärtstendenz, Einerwechsel nicht ganz durch…. frage ich mich was die Richter übersehen möchten. Der Kommentator der ARD hat es treffend gesagt als er meinte es müsse auf den Takt geachtet werden etc. Da haben andere Reiter eine bessere Leistung abgegeben.

  5. Melanie Schmidt

    Totilas war unter Edward Gal unvergleichlich gut, der Verkaufspreis heißt aber nicht dass er dass für immer ist. Hier sitzt der falsche Reiter auf dem Pferd, er kann es nicht und er wird es nie so können wie Edward Gal, dieses Gefühl für ein Pferd kann man nicht erlernen. Dass es am Reiter liegt, zeigt doch auch dass sich Gal wieder mit einem jungen Pferd nach oben geritten hat, hier stimmt die reiterliche Qualität. Es ist schon zu viel Zeit vergangen, dass die Richter die Augen zu gemacht haben, unter Rath gab es keine fehlerfreien Ritte, die hohen Noten hatten doch eher Promistatus Totilas. Während Reiterkollegen saubere Ritte zeigen und dafür weniger bewertet wurden wie Totilas in den letzten Jahren und ein Totilas von Qualifikationen freigestellt wird und dann zur EM zugelassen wird fragt man sich doch wo hier noch fairer Sport ist, die Kollegen die dafür arbeiten sitzen auf der Reservebank. Unser Team hätte ohne Totilas mit Dorothee Schneider oder Hubertus Schmidt, Balkenhol doch eindeutig besser glänzen können. Totilas mit Rath starten zu lassen war schon im Vorfeld zum scheitern verurteilt. Es war ein Fehler Dorothee Schneider aus dem Team zu lassen damals, wenn nicht mit Diva Royal hätte sie auch mit einem anderen Pferd ohne Probleme glänzen können. Sie hat das reiterliche Vermögen und das sollte doch im Vordergrund stehen und nicht 11 Millionen. Wir brauchen Richter die Fehler bewerten, wenn nur noch spektakuläre Bewegungsmechanik zählt brauchen wir den Wettkampf nicht mehr, dann steht gutes Reiten nicht mehr im Vordergrund. Wofür brauchen wir dann noch Bücher der FN wie Richtlienien etc.?
    Wir brauchen Bundestrainer die Sympathien außen vorlassen und Paare nominieren, die reell gut sind, das gilt auch für Springen. Hier ist die Besetzung auch seit Jahrzehnten fast gleich und ein top Reiter wie Hansi Dreher mit mehrern Top Pferden reitet für sich selbst. Insofern ist es nicht verwunderlich wenn Deutschland auf den Rängen abrutscht.

  6. Rina Haym

    Totilas hat seine Qualitäten wie auch Rath. Und es sind alles Lebewesen und keine Maschinen. Jede Paarkombination hat ihre Vor- und Nachteile. Und es ist müßig immer darüber zu diskutieren wie Rath Totilas reitet und wie Totilas vorher ging. Fakt ist Rath ist Totilas Reiter. Fakt ist Rath reitet ihn so gut er kann, mit jede Menge Druck und Erwartungshaltung von außen.
    Ist das gerecht?

    Klar kann die frage aufkommen , ob nicht jemand anderes an seiner Stelle hier hätte reiten sollen. Aber nur aus dem Standpunkt heraus, dass man Totilas schon eine ganze Weile nicht mehr wirklich auf einem Turnier gesehen hat. Aber es wurde anders entschieden! Und ja man hat Takt Unreinheit im starken Trab gesehen. Er kam durch den Vet. Check und wird wohl auch neu untersucht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schockemöhle und Familie Rath/Linsenhoff mit einem nicht 100% Pferd auf eine Europameisterschaft fahren. (meine Meinung)

    Worüber hier mehr diskutiert werden sollte, ist das Richtsystem! (Das jeden Reiter betrifft egal welcher Nation!)
    Wie können die Punkte so weit auseinander liegen? Diese „komische“ Punkteverteilung fängt ja schon in den kleinen Prüfungen an. Hier müsste was passieren! Wie kann es sein, dass zwischen der besten Punktzahl und der schlechtesten 18 Plätze liegen? Ich lass mir noch eine Differenz von 3-4 Plätzen gefallen, aber alles andere ist nicht mehr realistisch meiner Meinung nach.
    Bei einem Richtsystem mit drei Richtern sollte eine Abweichung von mehr als 5% gestrichen werden. (Nach oben oder nach unten.) Also nur die Punkte, die eng zusammen liegen kämen in die Wertung.
    Ich glaube, dies könnte man auch in einem Richtsystem mit 7 Richtern tun. Hier sollten sich die FEI sowie die FN mal ein paar Gedanken machen.
    Und hierüber kann man sich aufregen.
    Da ist es im Springen schon unkomplizierter Stange fällt oder Stange fällt nicht!
    Überall wo eine subjektive Punktevergabe ist, gehen Meinungen auseinander!


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