EM-Silber für deutsche Dressur-Children, knapp an Gold vorbeigeschrammt

EM-Fontainebleau-2018

Nachwuchs-EM Fontainebleau 2018 (© fontainebleau2018.com)

Bei der Premiere in der Altersklasse Children haben Deutschlands Dressurreiter U14 die Silbermedaille gewonnen. Das deutsche Team musste sich knapp der Abordnung aus den Niederlanden geschlagen geben.

Bei den Entscheidungen der Children in Fontainebleau ist zum ersten Mal eine U14-Mannschaft für Deutschland bei einer Nachwuchs-Europameisterschaft an den Start gegangen. Und die U14-Premiere ist nahezu perfekt geglückt: Die deutschen Dressurreiterinnen landeten auf den Plätzen drei bis sechs – das nennt man dann eine geschlossene Mannschaftsleistung. Damit war den Reiterinnen die Mannschaftssilbermedaille sicher. Es siegten die Niederlande mit insgesamt 224,921 Prozent. Deutschland kam in der Addition der Noten auf 223,075 Prozent.

Die führende niederländische Reiterin, Lara van Nek mit Fariska, wurde von den Juroren recht unterschiedlich gesehen. Ihre Noten variierten zwischen 71,7 und über 79 Prozent. Der Ausreißer nach oben war einmal mehr der niederländische Richter Eduard de Wolff van Westerrode. Er hatte 2015 mit seiner nationalistischen Bewertung des niederländischen Teamreiters Diederik van Silfhout bei der Dressur-Europameisterschaft in Aachen für Schlagzeilen gesorgt, als sein Resultat wegen zu hoher Abweichung nach oben korrigiert wurde. Caroline Roost, deutsche Equipechefin vor Ort, war begeistert von ihren Mädels: „Es war sehr emotional. Ich bin sehr stolz auf die Kinder, die das bei ihrem Debüt hier in Fontainebleau so gut gelöst haben“. Insgesamt bewarben sich Teams aus acht Nationen um den Titel. „Isabell mit ihrer coolen abgeklärten Art geht immer voran, deswegen war sie heute auch erster Starter und hat die Aufgabe mit einer unheimlichen Nervenstärke absolviert“, lobte Roost die beste deutsche Teilnehmerin, Isabelle Dülffer mit Ben Kingsley. Sie war als erste geritten, erhielt mit dem ehemaligen Dillenburger Landbeschäler 75,385 Prozent. Die beiden trainieren bei Helen Langehanenberg und sind erst seit Ende März ein Paar. Sie ist 14 Jahre alt, der Hannoveraner Benetton Dream-Sohn acht.

Starke Teamleistung der Dressur-Children

Der Rest der Equipe reihte sich hinter Dülffer ein: Der 17-jährige Dinos Boy v. Del Piero kam mit Kenya Schwierking auf 73,885 Prozent, Vierte, Lisa Steisslinger und Havanna Negra, die beide am selben Tag geboren wurden und 13 Jahre alt sind, bekamen 73,808 Prozent, Platz fünf. Steisslinger ist übrigens ein Mini Mentee im Programm der Deutschen Bank Reitsport Akademie und erhält in der Saison Tipps von Franziska Stieglmaier. Schlussreiterin Alina Hahn erzielte mit der erst sieben Jahre alten Riana  73,615 Prozent. „Unser Ziel war es ja, eine geschlossene Teamleistung zu bringen. Und das macht mich stolz, dass die vier so zusammenschweißt hier angekommen sind“, freut sich Roost.

Für drei der vier Reiter geht die Europameisterschaft mit dem Einzelfinale weiter. „Grundsätzlich wünsche ich mit, dass erst mal alle U14-Reiter Spaß haben und ihre Erfahrungen machen für ihre weitere Laufbahn, dass sie Championate kennenlernen und dass sie im Einzel möglichst das Beste aus sich und ihrem Pferd herausholen können und dann auch zufrieden nach Hause fahren. Was dann am Ende dabei herauskommt, ob Medaillen oder nicht, werden wir dann sehen. Wir können die anderen ja auch nicht beeinflussen“, sagt Roost.

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