Frankfurt: Grand Prix Special an Benjamin Werndl und Famoso

Pferdesport, Dressur

Sieger im Grand Prix Special von Frankfurt 2019: Benjamin Werndl und Famoso. (© von Korff)

Der Grand Prix Special von Frankfurt endete mit dem Sieg von Benjamin Werndl im Sattel von Famoso. Pech hatte sein Olympiakader-Kollege Hubertus Schmidt.

Famoso v. Farewell III und Benjamin Werndl zeigten eine gelungene Prüfung eines sehr zufriedenen Pferdes mit einem gut sitzenden und einfühlsam einwirkenden Reiter, die ihnen den Sieg mit 76,617 Prozent bescherte – wobei Elke Ebert bei M dem Paar rund drei Prozent weniger zugestand.

Der Aubenhauser und sein Oldenburger, der hier 2018 noch im Louisdor Preis-Finale am Start gewesen war, begannen mit guter Grußaufstellung und weit kreuzenden Traversalen. Im starken Trab ist das Vorderbein des Wallachs imposant, von hinten wünschte man sich allerdings mehr Engagement. Die Passagen waren eifrig, aber nicht immer ganz im Gleichmaß. Auf der linken Hand schoben sich zwischendurch „Doublebeats“ ein, also Spannungstritte der Hinterhand, die aber nur zwei Richter geahndet haben, Elke Ebert und ihre Kollegin bei B, Janet Lee Foy.

Im starken Schritt marschierte Famoso mit allem Raumgriff los, der ihm zur Verfügung steht und dehnte sich vertrauensvoll an die Hand heran. In der ersten Piaffe nach der Schritttour brauchte er einen Moment, bis er seinen Takt gefunden hatte, dann war sie rhythmisch, schwingend, engagiert und sicher im Takt, ebenso wie die zweite. Es folgten in der Galopptour geschmeidige Traversalen und sicher durchgesprungene Zweier- und Einerwechsel. Auch die schwierige Mittellinie mit den beiden Pirouetten und den neun Einerwechseln dazwischen gelang den beiden fehlerfrei. Auf der letzten Mittellinie dann das Highlight der Prüfung: die letzte Piaffe wie aus dem Lehrbuch.

Alles in allem !

Franziskus auf Rang zwei

Der elfjährige Franziskus v. Fidertanz gehört mit seiner Ausbilderin Ingrid Klimke ja zum B-Kader. Er hat sich im letzten Jahr toll entwickelt und wurde heute mit 76,128 Prozent belohnt. Den beiden gelang eine fehlerfreie Prüfung mit Highlights.

Sie begannen mit einer Grußaufstellung Marke Klimke, dann die große Stärke des Hengstes, der starke Trab. In der Traversale nach links verkantete er sich leicht. Es folgt eine erhabene erste Passage, daraus ein imposanter starker Trab und eine sichere Rückführung. Die Traversale nach rechts fiel geschmeidiger aus als die nach links.

Im starken Schritt schien Franziskus heute nicht vollkommen zum Loslassen zu kommen und es fehlte die Dehnung an die Hand heran. Die erste Piaffe gelang recht gut, aber beim Übergang in die Passage musste er sich mit einem großen Tritt helfen, ehe er in den Passagetakt fand. Die zweite Piaffe gelang noch besser mit der gewünschten „trabartigen Bewegung“ auf der Stelle, rhythmisch und mit sicherer Diagonalität. Gerade das war früher nicht immer gegeben. Hier hat Franziskus Riesenfortschritte gemacht. Weitere Highlights waren die sicheren, gut nach vorne durchgesprungenen Zweier- und Einerwechsel, der starke Galopp und die Rechtspirouette. Kurz: ein richtig gelungener Auftritt!

Platz drei für U25-Talent Jil-Marielle Becks

In der Altersklasse U25 gehört die Deutsche Bank Reitsport-Akademistin Jil-Marielle Becks zu den besten Reiterinnen der Welt. Aber bei den „Großen“ mischt sie auch schon vorne mit, wie sie heute demonstrierte. Im Sattel des selbst gezogenen und zum Großteil auch selbst ausgebildeten elfjährigen Westfalen Damon’s Satelite v. Damon Hill gelang ihr eine weitgehend lektionsfehlerfreie Prüfung – abgesehen von der ersten Piaffe, wo der Wallach einmal das rechte Hinterbein nach oben schnellen ließ – die vielleicht noch etwas Fluss nach und Selbstverständlichkeit vermissen ließ. Aber insgesamt waren da sehr viele gute Momente, die mit 74,809 Prozent belohnt wurden.

Schmidt im Pech

Vierter wurde das Championatskader-Paar Escolar und Hubertus Schmidt mit 74,596 Prozent. Das klingt ja nicht schlecht, aber man kann gut nachfühlen, dass der Reitmeister dennoch tief enttäuscht war, als er die Halle verließ. Die beiden begannen großartig: Sichere Grußaufstellung, starker Trab wie aus dem Lehrbuch, weites Kreuzen ohne den kleinsten Taktverlust in der Traversale nach links. Passage-Starker Trab-Übergänge mit erkennbarer Rahmenveränderung, die Traversale nach rechts genauso gut wie die nach links.

Der Hengst war aufmerksam, konzentriert und willig, die Ohren gespitzt, das Auge ruhig und freundlich. Im starken Schritt kam er zum Marschieren und dehnte sich vertrauensvoll an die Hand heran. Erste Piaffe auf der Stelle war diagonal und mit Lastaufnahme, aber mit etwas Mühe, die zweite besser.

In der Galopptour begann er mit einer super Galopptraversale nach rechts, doch dann kam die nach links. In der Ecke bei H erspähte Escolar etwas, was sein Missfallen erregte, sprang um, ließ sich korrigieren, versprang dann aber auch noch den Wechsel in der Ecke. Dann die Zweier wieder ein Highlight. Und die Einer fingen auch super an – bis es auf das unheimliche H zuging. Plötzlich und unerwartet, machte Escolar so blitzschnell kehrt, dass dass der Reitmeister kurzzeitig in Wohnungsnot gerät. Als der Hengst dann auch noch die Einerwechsel auf der Mittellinie zwischen den Pirouetten versprang, war klar, dass mehr als Platz vier heute nicht drin war. Schade!

Alle Ergebnisse des Grand Prix Special finden Sie hier.

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.