Frankfurt: Nürnberger Burg-Pokal Finale 2019 an Total Hope

Pferdesport, Dressur

Sieger im Nürnberger Burg-Pokal Finale 2019: Isabel Freese mit Total Hope. (© von Korff)

Mit starken 79,220 Prozent gewann der Oldenburger Totilas-Sohn Total Hope die 2019er Auflage des Nürnberger Burg-Pokal Finales – und das, obwohl Chefrichter Dr. Dietrich Plewa eigentlich ein anderes Pferd an der Spitze gesehen hätte.

Wer Total Hope noch nie gesehen hat, dem kann man den neuen 79,220 Prozent-Sieger des Nürnberger Burg-Pokals kurz gesagt mit „Little Totilas“ beschreiben. Der Rappe kann seinen Vater im Erscheinungsbild nicht leugnen, ist ihm allerdings hinsichtlich seiner Elastizität und vor allem in der Galopptour noch überlegen. Kleines Pferd, großes Schwingen, ein richtiger Gummiball – das sind die ersten Eindrücke, die man hat, wenn man Total Hope sieht, dessen Mutter ja keine geringere als Isabell Werths dreifache Weltcup-Siegerin Weihegold ist. Seine Reiterin Isabel Freese sagt: „Was er von wem hat, kann ich nicht sagen, aber von beiden das beste!“ Züchterin des Hengstes ist Weihegolds Besitzerin Christine Arns-Krogmann, Besitzer die Hengsthaltung Schockemöhle zusammen mit der Dänin Lone Bøgh-Henriksen. Letzteres sei ein Glück für die Reiterin, wie sie sagt: „Lone verkauft ihre Pferde ja eigentlich nicht.“

Er sei ein ziemlicher Macho, beschreibt die gebürtige Norwegerin. „Wenn ich mit zehn Stuten in der Abreitehalle bin, wird es schon schwierig.“ Dafür lasse er sich – im Gegensatz zu manchem Kollegen – von großen Kulissen überhaupt nicht beeindrucken. „Er kennt das ja von Hengstvorführungen.“ Aber anders als da musste er heute nicht nur möglichst spektakulär außen herum traben und galoppieren, sondern auch Versammlungsbereitschaft und Durchlässigkeit demonstrieren. Dass er das auch kann, hat der ja erst siebenjährige Hengst dieses Jahr unter anderem schon bei den Weltmeisterschaften der Jungen Dressurpferde in Ermelo bewiesen, wo er die Bronzemedaille gewann. Und auch heute gelang ihm vieles sehr gut, manches sogar ausgezeichnet. An anderer Stelle muss noch gearbeitet werden.

Im ersten starken Trab marschierte „Hopi“ schon gewaltig los und Peter Holler bei  zückte die Höchstnote 10. Die Traversalen, insbesondere die nach links, gelangen weit kreuzend und ohne Taktverlust. Die zweite Trabverstärkung war etwas gebunden. Der starke Schritt des Rappen zeichnet sich durch viel Übertritt aus, der Viertakt muss aber erhalten werden. In der Rückführung hielt er den Takt, wurde in den halben Pirouetten und dazwischen allerdings recht eng.

Dann die Galopptour. Die erste Pirouette nach rechts war leicht vorhandlastig, die nach links viel besser. Danach reihte sich Höhepunkt an Höhepunkt in der Galopptour – Mittelgalopp toll bergauf und schnurgerade. Die Serienwechsel zu vier und drei Sprüngen ein Genuss anzusehen mit schnurgeraden Wechseln, die der Hengst weit nach vorne und ins Bergauf springt. Auch hier gab es einmal die 10 und mehrfach die 9. Dann ein risikofreudiger starker Galopp, in dem dieser kleine Hengst mit Siebenmeilenstiefeln die Diagonale durchquerte. Anschließend dann die letzte Mittellinie mit der besonderen Schwierigkeit dieser Aufgabe, dem Halten und Rückwärtsrichten auf der Mittellinie. Die ganze Parade zum Halten war ein wenig gebremst und der Hengst trat zurück. Das Rückwärtsrichten gelang aber willig. Und als er im Mitteltrab auf die Richter zuflog, konnte Total Hope noch einmal punkten.

Donnernder Applaus brandete in dem Moment auf, in dem Total Hope zum Halten kam. Die Hallenkamera schwenkte auf die Tribüne, wo Isabel Freeses Trainingskollege Patrick Stühlmeyer der Bereiterin der Dressurpferde aus dem Stall Schockemöhle stehende Ovationen gab.

Und während Christoph Hess in gewohntem Überschwang als Kommentator den Ritt lobte („Hippologischer Kaviarhappen“) deutete Total Hope an, dass seine Reise mit dem Nürnberger Burg-Pokal noch lange nicht zu Ende ist. Er passagierte durch die Halle wie ein Alter. Isabel Freese später: „Das müssen wir nicht üben. Das kann er einfach.“ Genauso sah es aus. Kein Wunder bei Eltern die für eben jene Lektion beide immer wieder Zehnen bekommen bzw. bekommen haben.

Chefrichter anderer Meinung

Vier Richter, Elke Ebert bei E, Henning Lehrmann bei H, Katrina Wüst bei M und Peter Holler bei B, hatten Isabel Freese und Total Hope an vorderster Stelle. Also alle bis auf Chefrichter Dr. Dietrich Plewa. Der betonte später, wie schwierig es war, das Feld auf den vordersten Plätzen auseinander zu dividieren, weil alle Pferde von so herausragender Qualität seien: „Das ist eine Frage der Gewichtung. Der eine lässt sich mitreißen von den Höhepunkten in der Galopparbeit von Total Hope, der andere guckt mehr auf die Kriterien der Skala der Ausbildung und kritisiert dass er gelegentlich verworfen war und etwas eng im Hals.“

Damit meinte er sich selbst, denn explizit auf die unterschiedlichen Bewertungen angesprochen erklärte er: „Das Genick war nicht immer oben und gelegentlich hätte der Rahmen offener sein müssen. Das zweitplatzierte Pferd hingegen war durchgängig im fast idealen Seitenbild.“

Platz zwei an Bonita Springs

Das besagte zweitplatzierte Pferd war die ebenfalls erst siebenjährige Rheinländer Stute Bonita Springs v. Boston-Fidertanz aus der Zucht und im Besitz von Ulla Katzorke-Hellweg mit Kira Wulferding im Sattel. Wulferding ist ja Stammgast in der Frankfurter Festhalle und stellte für die Züchterin von Bonita Springs im vergangenen Jahr auch die viertplatzierte Bohemian Rhapsodie vor. Und wie 2018 wurde sie auch dieses Jahr mit dem Stilpreis ausgezeichnet. Zu recht!

Den beiden gelang heute eine super harmonische Vorstellung mit Höhepunkten, die mit 78,512 Prozent bewertet wurde. Sie starteten schon gut mit kadenzierter und akzentuierter Trabarbeit, sehr geschmeidigen und weit kreuzenden Traversalen, alles in leichter und doch stetiger Anlehnung.

Im Schritt tauchte die Stute zunächst etwas ab, fand auf der Diagonalen aber besser in die Dehnung. Der Raumgriff war genügend, der Takt sicher. Das galt auch in der Rückführung. Die Schrittpirouetten gehörten zu den besten des Tages.

Dann die Galopptour, die mit tollen Pirouetten begann. Die fallen der Stute leicht und die Tatsache, dass sie in jeder Phase sicher vor den treibenden Hilfen war, tat ihr übriges. Die Serienwechsel gelangen aus dem Fluss nach vorne mit weitem Durchsprung. Das Rückwärtsrichten geriet etwas hektisch, aber willig. Alles in allem eine sehr gelungene Runde der erst siebenjährigen Stute.

Christoph Hess schwärmte: „Ich hatte eine Gänsehaut, das war eine so tolle Vorstellung!“

Die ersten werden die dritten sein

Ordentlich zu tun hatte heute Lena Waldmann, die Bereiterin des Gestüts Bonhomme, die zwei Pferde am Start hatte, den Hannoveraner Hengst Cadeau Noir, der ja beim Verdener Hengstmarkt das 1,89 Millionen-Pferd Confess Color stellte, der wie er auf Bonhomme stationiert ist, und Nachrücker Morricone, den ehemaligen Oldenburger Siegerhengst.

Mit dem neunjährigen Cadeau Noir v. Christ-De Niro (Z.: Thomas Heuer) war sie erste Starterin in der Prüfung, ein Auftakt nach Maß, der mit 75,537 Prozent belohnt wurde und den beiden wie schon in der Einlaufprüfung den dritten Platz einbrachte. Wobei der Hengst heute deutlich besser ging als am Donnerstag.

Im ersten starken Trab zeigte er zwar noch minimale Taktunsicherheiten. Aber dann begeisterte er mit weitem Kreuzen in den Traversalen bei sicherem Takt. Die zweite Trabverstärkung war besser als die erste. Im Schritt marschierte der Hengst losgelassen über die Diagonale und dehnte sich willig an die Hand heran. Vor- und Übertritt könnten allerdings mehr sein. Die Rückführung zur Versammlung gelang sicher im Takt- Es folgten sehr gelungene Schrittpirouetten.

Highlights in der Galopptour waren die geschmeidigen Traversalen. In den Viererwechseln gab es ein Versehen, als der Hengst einmal vorne früher umsprang. Schade! Denn die Dreier danach waren schnurgerade und wunderbar weit durchgesprungen. Auch die Galoppverstärkungen beeindruckten. Doch dann schlich sich bei der Rückführung aus dem starken Galopp ein weiterer Fehler ein, als der Hengst die Hilfe vorweg nahm. „Da habe ich gepennt“, nahm Lena Waldmann den Fehler auf ihre Kappe und gab zu: „Darüber ärgere ich mich!“

Aber nicht allzu sehr, denn alles in allem haben sie und ihre Hengste (zu Morricone später mehr) beim ersten Auftritt in der Festhalle einen glänzenden Eindruck hinterlassen. Cadeau Noir wirkte willig und willig und aufmerksam, war sicher in der Anlehnung, fleißig und bei großer Losgelassenheit. Ein durch und durch reell gerittenes Pferd. Und das, obwohl er sehr genau weiß, dass er Hengst ist, wie Lena Waldmann mit einem Schmunzeln verriet: „Man muss immer zusehen, dass man ihn zusammenhält. Wenn das gelingt, hat er keine Schwächen.“

Christoph Hess lobte: „Lena hat ein ganz gutes Tempo gewählt, fleißig, akzentuiert, aber gelassen. Insgesamt war das sehr, sehr gepflegtes Reiten!“

Müdes „Morricönchen“

Eine Woche vor Frankfurt erhielt Lena Waldmann den Anruf, dass sie mit dem siebenjährigen Oldenburger Hengst Morricone v. Millennium-Rubin-Royal (Stallname „Morricönchen“) als Nachrückerin beim Finale in Frankfurt an den Start gehen darf. Kurze Absprache mit ihren Chefs und Lena Waldmann sagte zu.

In der Einlaufprüfung war der elegante Rappe Vierter gewesen. Heute wirkte er sehr müde und kam immer wieder hinter die treibenden Hilfen, so dass es „nur“ Platz fünf mit 75,073 Prozent wurde. Seine Reiterin nahm es gelassen: „In der Einlaufprüfung ist er über sich hinaus gewachsen. Heute hatte er einfach keine Kraft mehr.“ Von der Bundestrainerin Monica Theodorescu, mit der sie alle sechs bis acht Wochen regelmäßig trainiert, gab es Trost: „Aber er hat trotzdem so gekämpft!“ Außerdem sei es ohnehin erst das zehnte Turnier für den Hengst seit er sechsjährig ist.

Hubertus Schmidt mit Schrecksekunde

Zwischen die beiden Hengste von Lena Waldmann schoben sich Reitmeister Hubertus Schmidt und der ebenfalls erst siebenjährige Oldenburger Hengst Denoix v. Destano-Pik König (Z.: Friedrich Kuhlmann) mit 75,220 Prozent.

Der Dunkelfuchs bescherte seinem Reiter die zweite Schrecksekunde des Tages nach der mit Escolar heute Morgen im Grand Prix Special als er sich vor dem Einreiten genau vor dem Richtertisch an der langen Seite erschreckte und in die seitliche Begrenzung trat. Er fing sich schnell wieder und nachdem die Protokollführerin das Viereck wieder gerichtet hatte, konnte es losgehen. Es spricht für den Charakter des Hengstes, dass er sich im weiteren Verlauf der Prüfung kein einziges Mal mehr irritieren lies.

Denoix, der Hubertus Schmidts treuer Unterstützerin Nancy Gooding gehört, ist ein hoch elastisches Pferd, das wunderschön durch den Körper schwingt – absolut losgelassen, kein spektakuläres Gestrampel, keine Effekthascherei, einfach gut. Der Schritt könnte etwas ergiebiger in Vor- und Übertritt sein. Im Galopp zeigte er eine sehr schön ausbalancierte Pirouette nach rechts, die nach links war sogar noch besser. Die Verstärkungen im Galopp waren gut im bergauf angelegt und über viel Boden, die Viererwechsel aus der Ruhe heraus sicher nach vorne durchgesprungen. Auch die Dreier gelangen sicher, wenngleich der Hengst leicht nach links schwankte. Zum Schluss wurde er hier auch etwas eng. Dann ein teurer Patzer beim Rückwärtsrichten. Hier zog Denoix nach zwei Tritten die Bremse. Hubertus Schmidt reagierte geistesgegenwärtig und wollte direkt antraben, aber Denoix übte sich kurz in Levade und galoppierte an. Aber Hubertus Schmidt wäre kein Reitmeister, wenn er das Versehen nicht sofort korrigiert hätte. Im Mitteltrab gab es dann wieder von allen Juroren eine 8.

Christoph Hess: „Ihm zuzuschauen heißt, zu sehen was gutes, richtiges Reiten ausmacht und sein Pferd von hinten nach vorne zu arbeiten.“

Die weiteren Platzierten im Kurzprotokoll

Platz sechs: Vayron v. Vitalis-Gloster mit Helen Langehanenberg 

Seine Reiterin sagte einst über den über 1,80 Meter großen Westfalen er sei ein „scheues Riesenreh“. Aber eines mit „allen Möglichkeiten dieser Welt“. Und die zeigte er in Frankfurt auch. Er verfügt über unwahrscheinlich viel natürliche Kadenz und Elastizität. Zwar guckte er überall, aber er blieb bei der Reiterin. Tolle Trabtour. (Los-)Gelassenes Schreiten mit guter Dehnung. Erste Galopppirouette nach rechts ziemlich groß (kein Wunder bei der Übersetzung!), aber gut im Gleichgewicht. Nach links versucht Helen, sie kleiner zu reiten. Doch das kann Vayron noch nicht halten. Geschmeidige Galopptraversalen. Für die fliegenden Wechsel reicht die Diagonale kaum aus bei der Galoppade. Aber alle gelingen sicher losgelassen über den Rücken und gerade nach vorne gesprungen. Williges und durchlässiges Rückwärtsrichten. Fazit: Ganz tolle Runde eines hoch talentierten Pferdes! Den Richtern war die Vorstellung 73,415 Prozent wert.

Christoph Hess: „Helen zeigte uns eine reiterliche Meisterleistung auf allerhöchstem Niveau. die Trabverstärkung großartig, tolle Wechsel, toll gerade gerichtet in den starken Tempi, wunderbares Rückwärtsrichten. Ein Pferd mit ganz ganz großer internationaler Perspektive.“

Platz sieben: Lord Fittipaldi v. Lord Loxley-Fidermark mit Dorothee Schneider

„Poldi, ein sehr komplettes und charmantes Pferd“, beschrieb Dorothee Schneider ihren neunjährigen Rheinländer Hengst im Vorfeld und Charme hat Lord Fittipaldi aka „Poldi“ in der Tat. Er zeigte sich in sehr schöner Anlehnung und im Trab mit viel Energie im Bewegungsablauf, aber etwas eilig und ohne die letzte Elastizität. Im starken Schritt wünschte man sich mehr Dehnung und Fleiß. Die Rückführung zur Versammlung war geregelt, aber immer noch gebunden. Die Galopptour hatte Höhepunkte in den Traversalen und auch in den Serienwechseln, wenngleich der Hengst hier auch leicht schwankte. Wertnotensumme: 72,463 Prozent.

Christoph Hess: „Wir konnten sehen, was es heißt, Reitmeisterin zu sein. So sieht sicheres Reiten aus.“

Platz acht: Thomas Wagner mit Soul Men v. Soliman de Hus-Brentano II

72,463 Prozent gaben die Richter dem neunjährigen Hannoveraner Soul Men mit dem Bad Homburger Berufsreiter Thomas Wagner im Sattel. Der Wallach zeichnet sich durch viel Elastizität und ein beeindruckendes Vorderbein im Trab aus, allerdings wünschte man ihn sich von hinten besser herangeschlossen und weniger „schwebig“. Der Raumgriff im Schritt ist ausreichend, aber der Wallach müsste sich deutlicher an die Hand herandehnen. In den Viererwechseln äppelt der Wallach, macht aber weiter seinen Job. Lob vom Reiter. Gelungene Dreier auf gerader Linie. Insgesamt recht viel Aufwand in der Hilfengebung seitens des Reiters im Galopp.

Christoph Hess: „Einstieg in die Prüfung vom Feinsten. Im Schritt mehr Zug nach vorne an die Hand wäre wünschenswert. Die zweite Pirouette etwas überdreht.“

Platz neun: Don Carismo v. Don Crusador-Carismo mit Andrea Timpe

„Der Strahlemann“ (O-Ton Timpe) strahlt heute. Das fing schon bei der Grußaufstellung an. Im starken Trab wünscht man sich das Hinterbein vielleicht noch eine Idee mehr unter dem Körper. Aber dann fleißiges, geschmeidiges Traversieren zu beiden Seiten gleichmäßig. Der Schritt ist knapp, aber genügend im Raumgriff, doch hier könnte er fleißiger und losgelassener nach vorne marschieren. In der Versammlung hält der Rappe sicher den Takt, die beiden Schrittpirouetten waren geregelt. Deutliche Lastaufnahme in den Pirouetten. In den Serienwechseln kommt Don Carismo etwas hinter die treibenden Hilfen. Insgesamt scheint die Kraft heute etwas nachzulassen. Dadurch die Parade zum Halten vor dem Rückwärtsrichten auch etwas auf der Vorhand. Das Rückwärtsrichten selbst und das Antreten zum Mitteltrab gelingen dann willig.

Christoph Hess: „Eine tolle Runde, der strahlt, der federt, der hat eine tolle Kadenz! Ein wunderbares, harmonisches Rückwärtsrichten, damit hat sie uns gezeigt, dass er ausbildungsmäßig auf dem richtigen Weg ist. Eine tolle Runde mit Highlights in der Trabarbeit.“

Platz zehn: Grimani v. Girbaldi-Monteverdi mit Matthias Bouten

Auf 70,390 Prozent kam der einzige Trakehner des Starterfeldes, Grimani aus dem Stall Meggle unter Matthias Bouten. Der schwärmte im Vorfeld: „Grimani ist für mich ein ganz besonderes Pferd mit einer unheimlichen Ausstrahlung und tänzerischer Leichtigkeit.“ Beides litt heute etwas unter der streckenweise engen, manchmal aber auch sehr engen Kopf-Hals-Einstellung. Der Hengst trug sich nicht genug, kam auf die Vorhand und im Schritt kamen dann auch noch Spannungen auf, weshalb der Rappe anzackelte und sich auch in der Galopptour Fehler einschlichen. Auch Grimani schien heute etwas die Kraft ausgegangen zu sein.

Christoph Hess ist sich dennoch sicher: „Ein Pferd für das ganz große Viereck.“

Platz elf: Imperius v. Imperio mit Annabel Frenzen

69,049 Prozent gaben die Richter dem Rheinland-Duo Frenzen und Imperius, bei denen man heute immer ein bisschen versucht war zu schnalzen. Es fehlte insgesamt etwas der Schluss von hinten und der Hengst hätte sich besser tragen müssen. Wohl dadurch war Imperius, der optisch viel von seinem Vater hat, Hubertus Schmidts ehemaliger Nummer eins, heute nicht immer zufrieden in der Anlehnung, verkantete sich leicht und wirkte recht stark.

Platz zwölf: Zalando v. Zack-Sunny Boy mit Nicole Casper

„Hier noch etwas schüchtern“, sei ihr hoch gewachsener neunjähriger Oldenburger Hengst Zalando hatte Nicole Casper im Vorfeld verraten. Tatsächlich verkroch auch er sich bisweilen etwas und wurde zu eng. Auf der Haben-Seite war die dennoch sehr aktive Hinterhand und der großzügige starke Schritt, bei dem der Hengst losgelassen durch den Körper mit viel Ergiebigkeit und sichtlicher Dehnungsbereitschaft über die Diagonale marschierte. Punkte kostete ein dicker Patzer in der (doppelt zählenden) Pirouette nach links, wo Zalando einmal umsprang.

Christoph Hess tröstete: „Nicole hat uns reelles, gutes Reiten gezeigt. Sie hat genau das gezeigt, was an Qualität vorhanden ist. Super sorgfältig gerittene Schrittpirouetten. In der zweiten Pirouette fehlte es etwas an Kraft und Balance. Mit weiter Üben wird’s klappen!“