WM junge Dressurpferde: D’Avie zum besten siebenjährigen Dressurpferd der Welt gekrönt

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Holten den Titel bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde in Ermelo: D'Avie und Severo Jurado Lopez. (© www.toffi-images.de)

Zum zweiten Mal wurde der Hannoveraner D’Avie in Ermelo zum Sieger ernannt bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde. Es war die fünfte Medaille für den Stall Helgstrand an diesem Wochenende.

Gold und Bronze holte der dänische Handelsstall bei den Fünfjährigen dank Jovian und Queenparks Wendy. Silber und Bronze wurden es heute Vormittag bei den Sechsjährigen durch Revolution und Zhaplin Langholt. Und nun kam noch einmal Gold durch D’Avie hinzu. Während die anderen vier Medaillenträger alle von Andreas Helgstrand vorgestellt wurden – der von den Richtern immer wieder Lob für sein gutes Reiten erhielt – ging D’Avie wie auch schon in den Jahren zuvor unter Severo Jurado Lopez, dem spanischen Bereiter bei Helgstrand Dressage.

Highlight bei dem Hannoveraner Don Juan de Hus-Sohn aus einer Londonderry-Mutter ist ganz sicher der Galopp: 10,0. So bergauf springend, immer im Takt mit stets eifrig repetierendem Hinterbein, egal in welcher Phase hat man das selten. Zum Trab hieß es: „Sehr rhythmisch und mit Ausdruck, Raumgriff und Potenzial, 9,4.“ Dann ging es weiter mit dem Schritt: „Der Schritt wurde besser in der Versammlung. Im starken Schritt hätte man sich mehr Raumgriff gewünscht, aber er war sehr klar im Takt, dafür haben wir eine 8,8 gegeben.“ Die gleiche Bewertung vergaben die Richter auch in der Durchlässigkeit: „Wir haben eine Prüfung von sehr hoher Qualität gesehen, auch wenn das Pferd nicht immer durchs Genick war, aber generell ist das Pferd auf einem super Weg.“ Und was die Perspektive angeht: 9,5.

Alles in allem gab es für D’Avie 93 Prozent von möglichen 100 für die Qualität und 77,214 Prozent für die technische Ausführung. Machte ein durchschnittliches Gesamtergebnis von 85,107 Prozent.

Silber nach Dänemark

Fünfjährig war der Dänische Warmbluthengst Hesselhoej Donkey Boy v. ERA Dancing Hit-Milan (Z.: ZG Hoeck) schon einmal in den Medaillenrängen gewesen mit seinem Ausbildern Jan Möller Christensen. Letztes Jahr war es nicht sein Wochenende. Jetzt meldete er sich zurück. Und erhielt hinsichtlich der Grundqualität sogar noch höhere Noten als der Sieger, 94,4 Prozent insgesamt. Highlight des Braunen ist der Schritt. Wer dies für eine unspektakuläre Gangart hält, muss sich einmal anschauen, wie dieser hübsche Braune im starken Schritt losmarschiert und wie mühelos und 100-prozentig im Takt er sich dann wieder zurückführen lässt. Dafür gab es zurecht eine 10,0. Leider gab es eine Störung nach der ersten Pirouette, als Donkey Boy einmal zu früh umsprang.

Von Seiten der Richter hieß es: „Wir werden heute nachmittag mit so qualitätvollen Pferden verwöhnt und hier ist noch so eines. Zum Trab – das Pferd hat außerordentliches Talent mit enormem Raumgriff, viel Aktivität und auch die Versammlungsbereitschaft ist da.“ Hinzu käme, dass Donkey Boy auch in den Seitengängen nicht an Takt und Schwung verliere, so dass die Richter hier eine 9,5 gaben. Der Kommentar zum Galopp: „Klar im Takt, bergauf, ausdrucksstark. Das bringt uns heute zu einer 9,0.“ Der Aussetzer und andere Kleinigkeiten, die aber „die Qualität nicht beeinflussen“ flossen in einer 8,7 für die Durchlässigkeit zusammen. Angemerkt wurde noch, dass der Hengst von Zeit zu Zeit etwas zu hoch kommt im Genick, was sich dann auf die Rückentätigkeit auswirkt. Das war der Grund, weshalb er im vergangenen Jahr als Sechsjähriger überraschend unter ferner liefen endete.

In Sachen Perspektive gaben die Richter dem Pferd mit „ungeheurem Talent“ eine 10, die einzige dieser Prüfung für dieses Kriterium. Die 94,4 Prozent plus 75,643 Prozent summierten sich zu 85,021 Prozent.

Drei für Oldenburg

Wenn man den Bronzemedaillengewinner anschaut, hat man das Gefühl, eine etwas kleinere Ausgabe von Totilas vor sich zu haben. Total Hope ist das Ebenbild seines berühmten Vaters und hat mit Isabell Werths Weihegold eine ebenfalls mit reichlich Goldmedaillen dekorierte Mutter. Und wie seine Eltern beeindruckt auch bei Total Hope, der bei Weihegolds Besitzerin Christine Arns-Krogmann zur Welt kam, die Versammlungsbereitschaft und-fähigkeit. Im vergangenen Jahr ging er ein Ermelo noch unter einer schwedischen Reiterin, nun hat eine Norwegerin in seinem Sattel Platz genommen, allerdings eine, die schon lange in Deutschland lebt und trainiert: Isabel Freese, die Dressurpferdeausbilderin im Stall Schockemöhle, wo Total Hope stationiert ist.

Auch ihm gaben die Richter eine 10 im Galopp. 9,2 wurden es im Trab, 8,5 im Schritt, 8,8 für die Durchlässigkeit und 9,5 für die Perspektive. Alles in allem ergaben das 92 Prozent für die Qualität, 76,50 Prozent für die Technik, 84,250 Prozent in Summe.

Total Hope war nicht das einzige Dressurtalent, das Ehre für den Oldenburger Verband einlegte. Das taten auch die Pferde auf den Plätzen vier und fünf. So Stefanie Wolfs Matchball v. Millennium-De Niro (Z.: Helga Luetje), der mit 82,993 Prozent die einstige Bundeschampionesse Sisters Act vom Rosencarree v. Sandro Hit-Royal Diamond (Z.: Silke Pelzer) unter Dorothee Schneider hinter sich ließ (81,450).

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

 

 

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