WM junge Dressurpferde: KWPN-Hengst Jovian nach hauchdünner Entscheidung Weltmeister

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Ob ein Fünfjähriger schon quasi passagieren muss, kann man sich fragen! Aber so wie es aussah, ist das ein Bewegungsablauf, der Jovian quasi in die Wiege gelegt ist. (© www.toffi-images.de)

Viermal die 10,0 standen auf der Ergebnistafel des neuen Weltmeisters der fünfjährigen Dressurpferde, dem KWPN-Hengst Jovian, der sich mit zwei hundertstel Punkten Vorsprung gegen den Sieger der Qualifikation durchsetzte bei der WM junge Dressurpferde.

Schon vor der letzten Grußaufstellung setzte der Applaus für den neuen fünfjährigen Weltmeister ein. Auf die Noten mussten Reiter und Zuschauer allerdings warten. Hin und her wurde gerechnet, ehe klar war: Jovian ist der erste Champion 2019 von Ermelo. Einzig der Schritt erhielt eine 8,3. In allen anderen Bereichen gaben die Richter eine 10,0.

Richterin Maria Schwennessen kommentierte: „Ein sich fantastisch bewegendes Pferd! Der Trab – so elastisch, so eine ausgeprägte Schwebephase und trotzdem immer mit der Verbindung von hinten nach vorne, immer in der Balance und in perfektem Takt. Der Schritt ist die schwächste Gangart. Der Takt ist da, aber wir wünschten uns mehr Schreiten durch den Körper. Der Galopp immer im bergauf, die Übergänge völlig unauffällig. Das Pferd immer in Selbsthaltung, willig und mit gleichmäßiger Anlehnung an beide Zügel.“

Jovian ist ein KWPN-Hengst v. Apache-Tango aus der Zucht von E.T. Den Bosch in den Niederlanden. Schon dreijährig gewann er das niederländische Reitpferdechampionat und in dem Stil machte er weiter. 2018 wurde er zum Prämienhengst in Dänemark ausgerufen, zwischendurch legte er in Deutschland seine Sporttests mit Bravour ab. Ein Musterschüler, der seiner Karriere heute eine erste Krone aufsetzte.

Knapp geschlagen: Secret

Ganz knapp geschlagen geben musste sich mit 9,64 Punkten der schicke Württemberger- bzw. DSP-Hengst Secret v. Sezuan-St. Moritz (Z.: Hubert Vogler) unter Jessica Lynn Thomas. Dieser Rappe ist ein Phänomen, hat unglaublich viel gedeckt und wurde parallel von Jessica Lynn Thomas behutsam ausgebildet. Dreijährig holte Secret Silber beim Bundeschampionat – heute wurde es WM-Silber.

Der Richterkommentar: „Ein fantastisches Pferd! Ich weiß nicht, was wir noch sagen sollten. Immer im Fluss, immer leicht. Es ist ein Vergnügen, ein solches Pferd richten zu dürfen. Der Trab ist kraftvoll, elastisch. Wenn man Kraft, Losgelassenheit und Leichtigkeit zusammenbringen kann, dann ist man auf der Siegerstraße! Was wir uns noch wünschen würden, wäre mehr Übertritt in den Verstärkungen, 9,4. Der Schritt ist taktsicher und mit großem Raumgriff. Er könnte aber etwas mehr Schulterfreiheit haben, 9,0.“ An dieser Stelle ertönten die ersten Buhrufe. Aber Maria Schwennessen fuhr fort mit dem Galopp: „Ein wunderbarer Galopp. Dazu muss man nichts mehr sagen. Es ist eine 10,0.“ Applaus aus dem Publikum. Dann kam die Australierin zur Durchlässigkeit: „Etwas klebendes Kurzkehrt, der erste Einfache Wechsel war etwas bergab. Aber er hatte immer eine sichere Anlehnung, die Harmonie ist da und er reagierte immer sehr willig auf die Hilfen. Wir geben ihm eine 9,8. Und ich denke, die letzte Note muss ich nicht erklären, es ist eine 10,0.“

Helgstrand-Pferde übermächtig

Secret sollte das einzige Pferd unter den Top fünf bleiben, dem es gelang, sich gegen die Phalanx aus dem Stall Helgstrand durchzusetzen. Bronze sicherte sich ebenfalls Helgstrand selbst, diesmal im Sattel der dänischen Jungpferdechampionesse Queenparks Wendy, auch dies eine Sezuan-Tochter (der ja selbst dreifacher Weltmeister der jungen Dressurpferde war) mit Blue Hors Soprano auf der Mutterseite (Z.: Kurt Gosmer). Mit jeweils 9,0 für Trab und Schritt, 10,0 im Galopp, 9,5 für die Durchlässigkeit und 9,6 für die Perspektive, Gesamtwertnote 9,42 hatte die Stute lange in Führung gelegen, bis ihr die beiden Hengste den Rang abliefen.

Dahinter reihte sich der westfälische Siegerhengst 2016 ein, Valverde v. Vitalis-Ampere (Z.: Reesink Pferde GmbH), den Eva Möller für den Stall Helgstrand vorstellte. Auch er hatte eine 10 im Protokoll stehen, nämlich für den Schritt. Alles in allem kam er auf eine 9,22.

Noch so ein Hengst aus dem Stall Helgstrand, dem der Ruf eines Ausnahmepferdes vorauseilt, ist der Schwedische Warmblüter Springbank II v. Skovens Rafael-De Niro (Z.: Vestra Höby Stutery). Er wurde von Severo Jurado Lopez vorgestellt und kam auf eine Endnote von 9,18, Platz fünf.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

So Unique gewinnt bei den Vierjährigen

Die Laune im Stall Helgstrand dürfte heute Abend auf Feiermodus stehen. Denn neben dem Champion und der Nummer drei sowie den weiteren Platzierten bei der ersten WM-Entscheidung holte So Unique auch noch den Sieg im Finale der Vierjährigen.

So Unique – auch dies ein Sezuan-Sohn – kam über den Hannoveraner Hengstmarkt in den Stall Helgstrand und wird von Eva Möller ausgebildet. Sie stellte ihn im vergangenen Jahr beim Bundeschampionat siegreich vor und hatte auch heute die Nase vorn. 9,0 gab es für den Trab, 10,0 für den Schritt, 9,7 für Galopp und Durchlässigkeit sowie 9,8 für die Perspektive. Machte eine 9,64 in Summe.

Damit hatte der Dunkelfuchs einen gewaltigen Vorsprung zum Rest des Feldes. Platz zwei ging mit einer 8,43 an Emmelie Scholtens auf Kevin Costner Texel v. Negro-Jazz für das KWPN, gefolgt von einem weiteren KWPN: King Dance v. Experssion-Jet Set D unter Lotje Schoots (8,12).

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