Mariakalnok: Deutsche Dominanz bei den Ponyreitern und mehr

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Rose Oatley und Daddy Moon (© Equitaris/Grömping)

Ungarn wird dieses Jahr der Hotspot für Europas Dressurnachwuchs. Einen ersten Vorgeschmack auf die anstehende EM gibt es bereits dieses Wochenende in Mariakalnok. Mit reger deutscher Beteiligung, gilt das Turnier doch als erste Sondierung für die EM-Auswahl.

Zehn der 28 Teilnehmer in der Pony-Tour von Mariakalnok kommen aus Deutschland. Sie belegten die Plätze eins bis elf. Lediglich an achter Stelle konnte sich die Polin Tatiana Bierieznow mit dem in Westfalen gezogenen Glückspilz v. Hesselteichs Golden Dream unter die schwarz-rot-goldene Phalanx mischen.

Oatley Spitze

Der Sieg ging die Deutsche Meisterin, Rose Oatley (13), Tochter der australischen Olympiareiterin Kristy Oatley, auf ihrem Spitzenpony Daddy Moon. 77,114 Prozent gaben die Richter ihr, und lediglich Raphael Saleh bei M hatte das Paar nur auf Rang zwei. Alle anderen der insgesamt fünf Unparteiischen sahen sie an der Spitze des Feldes.

Zweite wurde die ehemalige Europameisterin Lucie-Anouk Baumgürtel (16) auf dem neunjährigen Nasdaq, der hier sein internationales Debüt feierte. Premiere geglückt: 74,571 Prozent und zumindest in den Augen von Raphael Saleh der Sieger (bei Thomas Keßler allerdings nur Vierter).

Dritte wurde Lucie-Anouks Schwester Lana-Pinou, die in wenigen Tagen ihren 15. Geburtstag feiert. Sie stellte den Falben Massimiliano vor, der einst ihre Schwester zur dreifachen Europameisterin machte. Heute gab es genau 72 Prozent für seine Vorstellung.

Damit konnten sie die dreifachen EM-Bronzemedaillengewinner des Vorjahres auf Rang vier verweisen, Shona Benner und Der Kleine Sunnyboy (71,486). Die 16-Jährige mischte übrigens auch schon bei den Junioren mit – siehe unten.

Bekannte Ponys, neue Reiter

Ein Wiedersehen gab es in Mariakalnok auch noch mit anderen Ponys, die zuvor schon mit anderen Reitern für Deutschland auf Championaten unterwegs gewesen waren. So wurde Antonia Busch-Kuffners EM-Partner Daily Pleasure mit seiner neuen Reiterin Antonia Roth heute Sechster (71,029), nachdem sie im Frühjahr in Le Mans drei Top drei-Platzierungen einheimsten.

Paulina von Wulffen hat gleich zwei championatserfahrene Ponys unter dem Sattel, die sie in Mariakalnok präsentierte. Mit Dujardin B, der 2015 unter Linda Erbe zum Silber-Team in Malmö gehörte und den sie 2018 erstmals international präsentierte, wurde sie Fünfte (71,371). Auf der Stute Top Queen H, die 2018 Moritz Treffinger zu drei Goldmedaillen bei der EM trug, belegte sie Rang neun (69,943).

Lang um Längen vorn

32 Paare waren bei den Junioren am Start, diesmal allerdings nur drei Reiterinnen aus Deutschland, von denen eine allerdings zwei Pferde ritt: Jana Lang. Die 17-Jährige war ja schon als Ponyreiterin mit Cyrill für Deutschland im Championatseinsatz gewesen und hat mit dem achtjährigen Hannoveraner Davy Jones v. Dancier und dem KWPN-Wallach Baron v. Johnson nun zwei Eisen im Feuer für die Junioren-Tour. Beide Pferde gehören ihr, beide platzierte sie unter den Top fünf bzw. konnte sich mit Baron sogar den Sieg der Prüfung sichern.

Als vorletzte Starterin riss sie mit 73,702 Prozent dem Österreicher Felix Artner auf Susley Santino v. Sir Donnerhall (72,273) den Sieg noch aus der Hand. Mit Davy Jones konnte Lang zudem noch den fünften Platz belegen (69,697).

Dazwischen schob sich zum einen Franziska Nölken auf dem Rheinländer Rigamento Royal v. Rigamento auf den dritten Rang (71,424).

Über Platz vier (71,333) konnte sich Shona Benner beim ersten internationalen Turnier mit ihrem Neuzugang Brisbane freuen. Mit der einst von Helen Langehanenberg bis Grand Prix-Reife geförderten Belissimo M-Tochter hatte Shona Benner erst vergangene Woche auf einem regionalen Turnier ihren Einstand im Viereck gegeben – und in Klasse M. Das heute war erst die zweite M-Dressur ihres Lebens.

Wiedersehen mit Ulla Salzgeber

Nicht nur der Nachwuchs ist in Mariakalnok am Start. Das Turnier ist als CDI3* mit Weltcup-Qualifikation und kleiner Tour ausgeschrieben. Letztere startete heute.

Siegerin wurde die australische Bereiterin des Gestüts Sprehe, Simone Pearce, auf dem Oldenburger Wallach Montevideo v. Millennium-Sancisco mit dem einzigen Ritt über 70 Prozent, 71,569 Prozent, um genau zu sein.

Damit verwies sie Claudia Rassmann im Sattel der ehemaligen Vechtaer Auktionsspitze Cafe’s Casimir v. Cafe au Lait auf Rang zwei (68,431).

Mit nur einem halben Punkt Abstand folgte die einstige Mannschaftsolympiasiegerin und Einzel-Zweite Ulla Salzgeber. Für sie ist Mariakalnok das erste internationale Turnier seit 2017. Damals hatte sie eigentlich angekündigt, international nicht mehr reiten zu wollen. Offenbar hat sie es sich anders überlegt.

Partner an ihrer Seite ist der achtjährige Hannoveraner Liberté v. Londontime, mit dem sie im Dezember vergangenen Jahres die ersten nationalen Starts in Klasse M** hatte. Bei seinem ersten Prix St. Georges und nationalem Debüt erhielt er 68,382 Prozent.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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