Ulla Salzgeber nimmt Abschied aus internationalem Turniersport

Ulla Salzgeber

Ulla Salzgeber (© Toffi)

Ulla Salzgeber gibt ihre internationale Karriere auf und widmet sich in Zukunft noch mehr dem Training ihrer Schüler.

Zweimal olympisches Mannschaftsgold (2000 und 2004), einmal Einzelsilber (2004), einmal Einzelbronze (2000), zweimal Mannschaftsweltmeisterin und jeweils Einzelbronze (1998 und 2002), zweimal Weltcupsiegerin (2001 und 2002) sowie zweimal Doppelgold bei Europameisterschaften (1999 und 2001) – das ist die beeindruckende internationale Medaillenbilanz von Ulla Salzgeber. Jetzt beendet die 59-Jährige ihre internationale Karriere. „Wenn ich in meinen Schrank mit den Medaillen gucke, denke ich an eine sehr aufregende, erfüllende und schöne Zeit“, sagte Ulla Salzgeberin dem Internetportal Dressursport Deutschland. „Aber jetzt sind die Jüngeren dran und ich bin jetzt lieber diejenige, die den Jüngeren auf ihrem Weg nach ganz oben hilft.“

Passionierte Trainerin

Schon immer war es Ulla Salzgeber nicht nur wichtig selber im Sattel zu sitzen, sondern auch zu unterrichten. 2011 und 2012 verzichtete sie z.B. schon auf die Teilnahmen bei Championaten, da sie sich vermehrt auf ihre Trainertätigkeiten konzentrieren wollte. „Ich trainiere wahnsinnig gerne und mit großer Leidenschaft. Und ich möchte meine Zeit noch gezielter für meine Schüler und ihre Begleitung zu den Turnieren nutzen können.“ Aus dem Sattel wird sie sich aber nicht so schnell verabschieden und auf dem einen oder anderen nationalen Turnier, wird man ihr in Zukunft auch noch begegnen. „Ich habe noch einige sehr talentierte Pferde im Stall, aber ich möchte sie in fördernde Hände abgeben. Die Zeit des internationalen Sports ist für mich vorbei, aber diese Pferde haben trotzdem ihre Chance verdient.“

Rückblick auf eine bewegte Karriere

Ulla Salzgeber wuchs in einer Reitsport begeisterten Familie auf und voltigierte zunächst. Erst der damalige Reitmeister Fritz Tempelmann brachte sie zum Dressurreiten. 1977 gab es die erste Championatsmedaille, Gold mit der Mannschaft bei den Europameisterschaften der Junioren.
1997 folgte die erste Medaille bei Senioren: Mannschaftseuropameisterin. Damals saß sie auf ihrem Erfolgspferd Rusty, mit dem Rebus-Sohn ritt sie noch zu 14 weiteren Championats-Medaillen, ehe sie ihn 2004 aus dem Sport verabschiedete. Unvergessen bleiben dabei die Olympischen Spiele, sowohl 2000 als auch 2004. Bei ersteren ist in der Kür die Musik ausgefallen, sie konnte erst nach einer Unterbrechung weiter reiten. Nachdem Rusty 2003 positiv auf Testosteron getestet wurde, bekam sie 2004 eine Sondergenehmigung für die Deutschen Meisterschaften und qualifizierte sich dort für die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Nach diesen verabschiedete sie den Fuchs im Alter von 16 Jahren aus dem Sport. Ulla Salzgeber selber hat sich auch eine Auszeit genommen.

2008 meldete sich wieder zurück auf der internationalen Bühne mit dem Rheinischen Warmblut Herzruf’s Erbe v. Herzruf. Aufgrund von Trainertätigkeiten stellte sie in den folgenden Jahren den Dressursport immer wieder hinten an, auch blieb der Wallach nicht von Verletzungen verschont, bekam 2012 eine Weidepause. 2015 schickt Salzgeber den damals 16-Jährigen Herzi in Rente und sicherte sich zeitgleich mit Fred the Red ein neues Pferd. 2016 zog Ulla Salzgeber vom bayerischen Blonhofen ins Pferdesportzentrum Ettringen, das der Familie Wenzel gehört.

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