Neumünster: Grand Prix-Sieg für einen „wahren Tänzer“

Jan-Dirk Gießelmann und Real Dancer als dieser noch nicht „FRH“ war beim Finale des Nürnberger Burg-Pokals 2012.

(© Jan-Dirk Gießelmann und Real Dancer als dieser noch nicht "FRH" war beim Finale des Nürnberger Burg-Pokals 2012.)

Gerade wurde ihm von seinem Hannoveraner Zuchtverband das „FRH“ für seine Turnierleistungen verliehen, da verbucht der zwölfjährige Real Dancer mit Jan-Dirk Gießelmann einen weiteren Grand Prix-Sieg, diesmal in Neumünster in der nationalen Tour bei den VR Classics.

Ein breites und ein wenig erleichtertes Grinsen im Gesicht von Jan-Dirk Gießelmann zeigten die Anspannung, die nach der letzten Grußaufstellung von ihm abfiel. Sein Rubin-Royal-Sohn (Mutter v. De Niro) Real Dancer hingegen schrak erst einmal zusammen als sein wohl verdienter Applaus aufbrandete. In der Prüfung ging Real Dancer jedoch mustergültig, nahezu fehlerfrei und mit echten Höhepunkten vor allem in den energisch abfedernden Passagen. Überhaupt ist sein Hinterbein die große Stärke des Braunen, der einst mit seiner Qualifikation sowohl für den Nürnberger Burg-Pokal als auch für den Louisdor-Preis bewiesen hat, dass er zu den besten deutschen Nachwuchspferden zählt. Das Rückwärtsrichten gelang heute nicht ganz durchlässig, in den Zweierwechseln sprang er nach links immer ein wenig kürzer als nach rechts und in den Zick-Zack-Traversalen schien er zunehmend auf die Hand des Reiters zu kommen. Aber das waren alles Kleinigkeiten. Insgesamt war das eine Prüfung, die für die Zukunft noch einiges erwarten lässt. Dementsprechend intensiv fiel auch das Reiterlob für Real Dancer aus, der sichtlich bemüht gewesen war, alles richtig zu machen. 73,320 Prozent und Platz eins waren der Lohn.

Das zweitplatzierte Paar kam direkt nach den späteren Siegern in die Bahn: Fabienne Lütkemeier und der schicke Schwarzbraune Bayer Fabregaz v. Florestano. Dem war sein ganzes Umfeld zunächst gar nicht geheuer. Bei der ersten Grußaufstellung legte er erst einmal den Rückwärtsgang ein und machte große Augen. Lütkemeier löste die Situation souverän, klopfte ihren neunjährigen Youngster und stellte ihn wieder an die richtige Position bei X. Dann ging es los. Das Rückwärtsrichten war auch hier heute ein Knackpunkt und in der Schritttour verhielt der Wallach sich ein wenig. Aber Piaffe und Passage scheinen sein Ding zu sein! Gleichmäßig und federnd kam er taktmäßig rein in die Piaffe und auch wieder raus. In der Galopptour zeigten die beiden nach vorne angelegte Zweier-Wechsel, hatten dann aber einen Patzer in den Zick-Zack-Traversalen, als Fabregaz nach dem ersten Umstellen nicht umsprang und im Linksgalopp nach rechts traversierte. Die Einwechsel fingen super an, wurde aber nach hinten heraus etwas verhaltener. Aufgrund des Patzers am Anfang gab es heute 69,580 Prozent – wobei der Richter Yuri Romanov bei B die beiden auf Platz eins gesehen hatte.

Platz drei ging an Juliane Brunkhorst auf dem bildschönen Fuchshengst Fürstano. Der elfjährige Hannoveraner Fürst Heinrich-Brentano II-Sohn kam nach einem dicken Patzer in den doppelt bewerteten Einerwechseln auf insgesamt auf 69,060 Prozent. Über Platz vier konnte sich U25-Reiterin Kathleen Keller mit Dick Tracy v. De Niro freuen (67,940). Victoria Michalke reihte sich auf Wasabi v. Welt Hit IV dahinter ein (66,460). Kirsten Sieber wurde im Sattel der Trakehner Stute Rosafina v. Elfengeist Sechste (66,280) vor Vera Nass mit dem zuvor von Anabel Balkenhol und Fabienne Lütkemeier gerittenen Diamonds Forever v. Depardieu (65,980) und Wolfgang Schade im Sattel des Dressage Royal-Sohnes Dressman (65,180).

Intermédiaire I

 

In der Intermédiaire I wurden die ersten drei Plätze des Prix St. Georges durcheinander gewirbelt. Die St. Georges-Sieger Jessica von Bredow-Werndl und Dante’s Peak v. Dimaggio wurden heute Morgen Dritte. Der Sieg ging an Hartwig Burfeind auf Finest Feeling v. Fidertanz mit dem einzigen Ritt über 70 Prozent. Zweiter wurde der Dritte aus dem Prix St. Georges, Sven Dapper mit Romario v. Romancero H.

Alle Ergebnisse aus Neumünster finden Sie hier. 

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