Peelbergen: Platz drei beim internationalen Grand Prix-Debüt von Annabella Pidgley und Gio

249171777_414063550077947_8216426990352419880_n

Gio mit Charlotte Dujardin und seiner neuen Reiterin, Annabella Pidgley. Die beiden trainieren mit Dujardin. (© Facebook)

Mit fast 40 Paaren war der heutige Grand Prix beim CDI3* in Peelbergen, Niederlande, quantitativ mehr als nur gut besetzt. Spannend war er wegen gleich mehrerer Paare, vor allem einem aus England.

Dieses Paar waren die erst 18-jährige Britin Annbella Pidgley und ihr KWPN-Wallach Gio. Wobei der Apache-Sohn trotz seiner erst elf Jahre freilich schon deutlich mehr von der großen Weiten Dressurwelt gesehen hat, als seine Reiterin. Schließlich hat er seine Ausbilderin Charlotte Dujardin sowohl zu den Olympischen Spielen in Tokio als auch zu den Europameisterschaften in Hagen begleite – und war beide Male mit reichlich Edelmetall nach Hause gekommen (auch wenn Bronze streng genommen kein Edelmetall ist). Nun ist er Lehrpferd für Pidgley, die ihrerseits im Juniorenlager eifrig Medaillen für ihre Heimat gesammelt hat. Aber mit Gio ist sie direkt auf S***-Niveau durchgestartet. Auf nationaler Ebene haben die beiden alle Prüfungen gewonnen, an denen sie teilgenommen haben. Nun also dieses Wochenende der Sprung aufs internationale Parkett beim CSI3* in Peelbergen.

Man kann sagen, sie hatten einen gelungenen Einstand, wenngleich es diesmal auch nicht zum Sieg gereicht hat. Ein Versehen beim Aufnehmen aus dem starken Galopp kostete Punkte. Dem gegenüber standen aber auch viele Achten im Protokoll, unter anderem im Gesamteindruck. Am Ende waren die beiden knapp geschlagene Dritte mit 73,630 Prozent von einer Jury, der mit Susanne Baarup die Chefrichterin der WM in Herning vorstand.

Auf Platz eins setzte das Richterquintett einen anderen Debütanten: den zehnjährigen KWPN-Wallach Habibi v. Don Schufro unter Marlies van Baalen. Auch er ging seinen ersten internationalen Grand Prix und beendete ihn mit 73,956 Prozent. In den Niederlanden ist Habibi ein bekanntes Pferd. Er kam bei der Familie van Baalen zur Welt und nahm dreimal an den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde teil, damals allerdings noch unter Mara de Vries, mit der er auch seinen Einstand in der kleinen Tour gab. Nun also die gelungene Grand Prix-Premiere.

Dabei ließ der Newcomer ein Pferd hinter sich, von dem man lange nichts mehr gehört hat: den Oldenburger Delaunay v. Dr. Doolittle unter Patrik Kittel für Schweden. Delaunay ist inzwischen 16, hat seinen Reiter zu den Europameisterschaften 2017 und dem Weltcup-Finale 2019 begleitet, doch in letzter Zeit war es still geworden um ihn. Gut eineinhalb Jahre hatte er keinen Turnierplatz mehr betreten, bis er sich Anfang Oktober beim Weltcup-Turnier in Budapest zurückmeldete, wo er Zweiter in der Kür geworden war. Platz zwei wurde es auch heute mit 73,761 Prozent.

Deutsche Paare waren in Peelbergen ebenfalls am Start, allen voran das neue Duo Carina Scholz und Soiree d’Amour. Die Oldenburger San Amour-Tochter war ja von Kira Wulferding von dreijährig bis Grand Prix ausgebildet worden, ehe sie vor wenigen Monaten zu Carina Scholz wechselte. Ihr bislang größter Erfolg war Rang zwei bei den Stuttgart German Masters. Da kamen sie heute nicht ganz heran: Rang acht mit 71,131 Prozent.

Schleifen für den Nachwuchs

In Peelbergen wird nicht nur Grand Prix geritten, sondern es gibt auch Prüfungen für die nächste und die übernächste Generation. Bei den Children konnte sich heute die erst zwölfjährige Greta Louise Wagner auf dem neunjährigen Fürstenball-Sohn Fürst Deluxe mit starken 81,375 Prozent an die Spitze setzen.

Die Mannschaftswertung der Ponyreiter sicherte sich die Dänin Anna Munkebo auf Lyngdal’s Mira Puella, gefolgt von gleich drei deutschen Startern: Maria Theresa Pohl, die neue Reiterin des Dressurpferde-WM-Bronzegewinners Lennox U.S., auf Der Kleine Sunnyboy, Carolina Miesner mit PAV Nachtschwärmer und Lotta Beckmanns mit Grenzhoehes Dragon Kiss. Hinter Kyra Hingstman auf Goldwyn aus den Niederlanden und Smilla Seneca Raahede mit Strandgaards Do it my way aus Dänemark platzierte sich mit Martha-Sophie Pickers auf Gerne Groß ein weiteres deutsches Paar auf Rang sieben.

Bei den Junioren wurde Leonie Koch mit Nymphenburg’s First Choice Fünfte, bei den Jungen Reitern konnte Leonie im Sattel von Diabolo Nymphenburg zudem Rang drei holen. Siegerin war hier Micky Schelstraete (NED) auf Knight Rider vor ihrem Landsmann, dem U21-Europameister Marten Luiten, mit Killer. Bei den Junioren kam die Siegerin aus Luxemburg: Jamie-Lee Lange auf Bardolino.

Alle Ergebnisse aus Peelbergen finden Sie hier.