Pony EM Millstreet: Sonne in Irland und ein strahlender Auftakt für das deutsche Team

Lea Luise Nehls und DSP De Longh

(© www.st-georg.de)

Grüne Berge, enge Straßen, hohe Hecken und plötzlich ist man da: Der kleine Flecken Millstreet in der südirischen Region Cork ist Treffpunkt der Ponyreiter in allen Disziplinen. Der Auftakt der Europameisterschaften verlief aus deutscher Sicht schon recht gut.

Am Montag kamen die LKW. Eine Karawane rollte durch das beschauliche Irland, in dem die Häuser am Rand klein und bunt sind und die Tankstellen Murphys best gas versprechen. Etwas verschlafen räumten die Vornutzer in Millstreet das Gelände. Das 400-Hektar-Areal, das die Europameisterschaften in allen drei Disziplinen beherbergt, hatte am letzten Wochenende noch ein Gaukler-Festival zu Gast. Als wir angerollt kamen, kletterten die letzten Langhaarigen aus ihren Zelten, sagt einer der Ponyväter nicht ganz ohne Neid. Denn er ist obenrum eher schlecht ausgerüstet.
Die Springreiter haben morgen ihr Auftaktspringen, die Buschis beginnen morgen mit der Dressur. Am Samstag geht es ins Gelände rund um die ehrwürdigen Gemäuer Drishane Castle die Strecke sei das Badminton der Ponyreiter bestätigt Simone Böckmann, deren Sohn Calvin, 13, einer der jüngsten Teilnehmer im Feld, für Deutschland reitet, während sein älterer Bruder nur als Reservist nach Irland gekommen ist. Der muss jetzt Daumen drücken. Daumen drücken gilt auch für das Wetter. Es ist sonnig, 22 Grad und mehr sind drin. Die Iren sprechen vom Jahrhundertsommer – „es hat schon seit zwei Wochen nicht mehr richtig geregnet“. Gestern Abend fand die offizielle Eröffnung statt, die Mannschaften in ihren Teamoutfits, die Schweden in gelben Kleidern. Die deutsche Dressurequipe hat sich schwarz-rot-gold ausstaffiert, nicht für die offiziellen Auftritte, sondern allgemein. Jeder hat etwas mitgebracht: Gürtel für alle, Becher, Klappstühle, Handschuhe mit funkelndem Deutschlandstrass und vieles mehr.
Für die Dressurreiter haben die Meisterschaften schon begonnen. Als erste deutsche Reiterin ist Lea Luise Nehls heute Vormittag an den Start gegangen und hat mit ihrem DSP De Longh ihr persönliches Bestergebnis abgeliefert, 73,769 Prozent standen für den ehemaligen Bundeschampion und die Reiterin aus Berlin auf der Anzeigetafel, damit lag sie zwei Prozent vor der Konkurrenz. Ein perfekter Einstieg für das Team. Am frühen Nachmittag wurde es dann für Nadine Krause und Danilo ernst: Das Paar kam auf 73,154 Prozent Prozent; Platz drei in der laufenden Konkurrenz und ein komfortabler Vorsprung für das deutsche Team nach dem ersten Wettkampftag, aus dem Lea Nehls als „Overnight leader“ hervorgegangen ist. Platz zwei nimmt derzeit die Britin Alexandra Hellings mit Der kleine Lord ein (73,564). Damit sieht es nach den ersten zwei Reiterinnen gut aus für das Team. Morgen müssen dann Maike Mende (10.12 Uhr) und Semmieke Rothenberger (11.50 Uhr) ins Viereck und die Chancen stehen gut, dass die Titelverteidigung gelingen könnte.
Nicht ganz so gut sieht es für das Vielseitigkeits-Team aus: Der Schimmel Dream Star von Linda Förster wurde nach dem ersten Vetcheck in die Holding Box geschickt und konnte auch bei der zweiten Begutachtung nicht bestehen. Das Paar hat die weite Reise umsonst angetreten.
Parallel zu der EM flitzen auch noch Unmengen anderer Ponys in Millstreet über nicht weniger als drei Springplätze, auf denen parallel Prüfungen abgehalten werden. Besonderer Hingucker: Die Championships der Ponys unter 1,38 Meter bzw. 1,28 Meter Widerristhöhe: Kleine, vorwiegend Schimmel oder Falben kämpfen um die nationalen Titel.