Valegro – der Weg nach Rio

Valegro und Charlotte Dujardin auf dem Weg zum Kür-Sieg bei den Olympischen Spielen in London 2012.

(© Valegro und Charlotte Dujardin auf dem Weg zum Kür-Sieg bei den Olympischen Spielen in London 2012.)

Carl Hester, Besitzer des Olympia-Titelverteidigers in der Dressur, Valegro, und Trainer von dessen Reiterin Charlotte Dujardin, hat am Rande des Winter Equestrian Festivals in Florida über die Vorbereitungen auf Olympia in Rio gesprochen.

Demnach soll Valegro ab April drei Turniere gehen, um fit für Olympia zu werden. So jedenfalls Hesters vorläufiger Plan. Möglicherweise wird das britische Team für Rio diesmal ausschließlich aus seinen Schülern sowie ihm selbst bestehen. Bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen stellte der Stall Hester drei der Mannschaftsreiter: Hester auf Nip Tuck, Charlotte Dujardin auf Valegro und Fiona Bigwood mit Atterupgaards Orthilia. Für Rio hätte Hester auch noch einen vierten Schüler.

Zu Valegros Chancen, seinen Titel erfolgreich zu verteidigen, sagte Hester: „Valegro ist unglaublich. Er sieht aus wie ein Neunjähriger (tatsächlich ist der KWPN-Wallach v. Negro 14 Jahre alt, Anm. d. Red.). Er war nach den Europameisterschaften in Aachen sechs Wochen lang wirklich nur leicht bewegt worden ohne jegliches Training. Dies ist nun die beste Zeit des Jahres für ihn, gerade geschoren, frisch und happy … Er sieht super aus, bereit loszulegen.“

Laut Hester steht noch nicht fest, welche Turniere genau Valegro gehen soll. Aber Valegro reise gut und man könne schon sagen, dass aller Voraussicht nach, der CHIO Rotterdam vom 22. bis 26. Juni die letzte Station vor Rio sein soll.

Auf keinen Fall wird Valegro jedoch am Weltcup-Finale in Göteborg teilnehmen, um seinen Titel von 2014 und 2015 zu verteidigen. Seine Reiterin Charlotte Dujardin hingegen schon. Sie wird dort Uthopia reiten, mit dem sie in der Qualifikationssaison bei zwei Gelegenheiten am Start war, in London und in Amsterdam. Hester ist überzeugt, dass dies für Dujardin eine nette Abwechslung sein wird, mal nicht unter dem Druck an den Start zu gehen, immer gewinnen zu müssen. Es sei eine angenehmere Situation für Charlotte.

Neue Kür für Valegro

In Rio wird Valegro zu einer neuen Kür gehen. Allerdings gibt es da ein kleines Problem: „Mir gehen die Ideen für Prüfungen zu Musik aus. Die Choreographie der aktuellen Kür, ist die bislang schwierigste und ich weiß nicht, wie ich das noch toppen soll.“

Abschied nach Rio?

Was die vielen Spekulationen angeht, die sich um eine potenzielle Verabschiedung Valegros aus dem Sport nach den Olympischen Spielen in Rio angeht, hält Hester sich bedeckt. Er sagt, er halte es durchaus für möglich, dass der Wallach beispielsweise noch eine Weltcupsaison geht. Das Finale 2017 findet in Omaha, Nebraska, statt.

Nip Tuck und Hesters Trainertätigkeit

Zu seinem eigenen Pferd, dem KWPN-Wallach Nip Tuck, sagte Hester einmal mehr: „Er hat alle unsere Träume und Erwartungen übertroffen. Unsere Beziehung ist so solide und ich vertraue ihm absolut. Ich denke, dass er ein sehr verlässliches Mannschaftspferd ist.“

Bezüglich der Frage des vierten Teamreiters neben Hester selbst, Dujadin und Bigwood, meinte der Mannschaftssilbermedaillengewinner der EM, gebe einige Reiter, die zwischen 70 und 75 Prozent erreichen und die als Mannschaftsmitglieder infrage kämen.

Hester selbst, der demnächst 50 Jahre alt wird, gab zu, „die ganze Zeit“ über die Zukunft nachzudenken. Aber derzeit sehe er angesichts eines Stalls voller Pferd, die zu trainieren und zu reiten ihm sehr viel Freude bereite, noch keinen Anlass, etwas zu ändern. Gleichwohl würden die Prioritäten sich verändern. Es gehe nicht mehr darum, die ganze Zeit, Turniere zu reiten. Er werde das Reiten nicht aufgeben. Aber ihm würde es gefallen, nicht immer in der Mannschaft zu reiten. Es sei eine große Herausforderung, gleichzeitig zu reiten und zu trainieren. Aber beim Training müsse er helfen. Im Moment sei er Teamkamerad, Freund und Trainer für seine Leute.

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