Video: Über 80 Prozent im ersten Grand Prix für Edward Gals Total US

Im niederländischen Tolbert findet dieses Wochenende eine Sichtung für die Dressurreiter mit Blick auf die Olympischen Spiele statt. Edward Gal und seine beiden „Totilasse“ gaben den Ton an.

Für den neunjährigen in der Lewitz gezogenen Total US v. Totilas-Sir Donnerhall war es der erste Grand Prix, für den er von den Richtern satte 80,73 Prozent gab. Gegenüber der niederländischen Website horses.nl sagte Edward Gal, das Debüt habe die Erwartungen übertroffen.

Immerhin hat er ja zwei von der Sorte. Denn mit dem nun zehnjährigen Toto Jr., der ihn im vergangenen Jahr zum Niederländischen Meister gemacht hatte, reitet er ja den ersten in Deutschland gekörten Totilas-Sohn. Er musste seinem Stallkollegen heute den Vortritt lassen. Mit 79,71 Prozent belegten die beiden Rang zwei von insgesamt 34 Startern.

Knapp die Hälfte, 15 Starter erreichten ein Ergebnis über 70 Prozent. Wer nicht am Start war, waren die Silbermedaillengewinner der EM in Rotterdam, Hans Peter Minderhoud auf Dream Boy, Emmelie Scholtens mit Desperado und Anne Meulendijks mit Avanti. Nummer vier des Teams war Edward Gal auf Zonik gewesen. Auch der fehlte in Tolbert.

Stattdessen konnten sich andere Paare in Szene setzen, Marlies van Baalen mit Go Legend beispielsweise, die 77,23 Prozent erhielten und Dritte wurden. Go Legend ist übrigens auch ein Totilas-Sohn, der damit die besten drei Pferde dieser Sichtung stellte.

Er sei sehr zufrieden, sagte der niederländische Landestrainer Alex van Silfhout gegenüber horses.nl. Aber dies sei nur der Anfang gewesen. „Wir setzen die Vorbereitungen auf dem Weg nach Tokio zuversichtlich fort.“

Weitere Infos und Ergebnisse zu dem Turnier gibt es hier.

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  1. Gabriele

    Mein Gott ist das schlecht…
    Wollen wir wirklich solch vermeintlichen Vorbildern nacheifern?
    Man möge mir jetzt nicht mit dem Totschlagargument kommen, man solle es besser machen. Nur soviel sei gesagt: mein Bauernpferd fliegt nicht mal mit seinen Handycaps so dermaßen auseinander, hat Taktfehler oder muss mit der Kandare vorne gebremst werden. Der hat durchhängende Zügel und ist am Sitz.

  2. Sesam

    Ich sehe nur ein angespanntes Pferd, schmerzhaftes Gezerre am Zügel und Spüren in den Flanken. Die Hamornie zwischen Pferd und Reiter fehlt gänzlich. Das hat nichts mehr mit schöner Dressur zu tun, sondern mit Sport indem das Pferd zum Trainingsgerät verkommt. Wie könnt ihr das noch zeigen???

    • Anja

      Ach ja, in meinem Protokoll durch die Dorfrichter, hätte gestanden: Taktfehler, hinter der Senkrechten, Rückwärtsrichten mit Widerstand…. habe ich noch etwas vergessen?

  3. Anja

    Da schämt man sich beinahe, auch mal Dressur(turnier)reiter gewesen zu sein…
    Solange solche Ritte mit guten Noten belohnt werden, wird es nicht besser werden. Da wundert sich die FN, wenn die Mitglieder in den Vereinen weniger werden.
    Ich habe meinen Spaß zu Hause, auf meinem vernünftig ausgebildeten Pferd. Auch ohne Richter, Noten und Schleifen. Selbstverständlich auch ohne Vereinszugehörigkeit.

  4. Anne

    Das ist die Perversion von Reitkunst.

    Eigentlich gut, dass sowas von den Öffentlich Rechtlichen kaum mehr übertragen wird. Das fällt negativ auf uns alle zurück, die wir versuchen, unsere Pferde gut zu reiten.

  5. Ellen

    Im Protokoll standen sicherlich auch kritische Kommentare. Das Konzept mit den Einzelnoten, ggf. Abstriche bei der Schlussnote, die sich aber nicht stark genug in Summe auswirken, können das grundliegende Problem nicht beheben. Ich fürchte, solange hier nicht systemisch an der Notenermittlung etwas verändert wird, ändert sich nichts. Gravierende/Grundsätzliche Mängel, die sich (in weiten Teilen) durch die Prüfung ziehen, werden so nicht adäquat geahndet.

  6. Ravenna

    wenn die Kommentare hier von Reitern stammen, dann ist es begrüßenswert, wenn zumindest der Amateursport noch eine Weile auf Eis gelegt wird.

  7. M. Bach

    Vielen Dank allen, die hier kommentiert haben – und nicht blind sind für diese Art von „Reitsport“.
    Warum werden eigentlich nicht gleich (die auch höchst bedauernswerten) Tennessee Walker aus ihren Kutschen ausgespannt und umgeschult auf Grand Prix Dressur? Die können noch eindrucksvoller strampeln.

    Dass die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nicht mehr übertragen, liegt sicher daran, dass sie sich auch haben blenden lassen – und dem Totilas-Hype auf den Leim gegangen sind. Selbst anerkannte Experten haben seinerzeit begeistert geschwärmt vom „magischen Pferd aus einer überirdischen Welt“. Irgendwann, haben sie dann aber doch noch verstanden, dass alles ein „Fake“ gewesen ist.

    Und wie wunderbar, dass Charlotte Dujardin genau in diesem Moment die große Dressurbühne betreten hat und mit ihrem klassischen, harmonischen Reiten gezeigt hat, wie „richtiges“, die Pferde schonendes und ihre Natur respektierendes Reiten aussieht.“ Gleichzeitig hat sie bei den Zuschauern buddhistische Mitfreude geweckt: Was zählt schon, dass Deutschland bei der Olympiade in London keine Goldmedaille abbekommen hat? Hauptsache war, dass ein Pferd gewonnen hat, das Totilas im Typ sogar etwas ähnelte – und einfach nur in voller Zufriedenheit mit seiner Reiterin aufgeblüht ist.
    Wäre dieser Ritt, und all die anderen: von Carl Hester, Kristina Sprehe, Helen Langehanenberg, etc. nicht gewesen, wäre ihre Art, den Dressursport zu zelebrieren, am Ende noch völlig in Vergessenheit geraten, und als neuer Standard hätte sich der linksrheinische Stil durchgesetzt.

    Abgesehen von den teilweise unerträglichen Bildern, würde ich mir wünschen, dass auch mit Fehlern
    anders umgegangen wird: Was ist denn dabei, wenn sich ein Pferd einmal erschrickt, oder anfangs etwas aufgeregt auf eine neue Umgebung reagiert? Ist es nicht extrem langweilig, seelenlose und halb somnolente Pferde vor sich hin piaffieren zu sehen, die wie Maschinen funktionieren, und sich in ihr Schicksal ergeben haben? Ich finde es viel interessanter und lehrreicher, wenn man sich nicht sicher sein kann, wie es laufen wird. Es ist spannend zu sehen, wie Reiter mit schwierigen Situationen umgehen, und sich die Pferde wieder beruhigen. Da kann ich was lernen und mir abschauen.
    Dafür müsste es extra Punkte geben. Und nur, wenn ich bereit bin, ein Restrisiko einzugehen und meinem Pferd die Chance geben, Pferd sein zu dürfen, werden wir beide zusammen auch das höchste Glück einer Sternstunde erleben: den Moment, wo alles zusammenpasst. Und dieser Moment ist nicht programmierbar und käuflich zu erwerben: zum Glück!

    Und nun bitte ich Dich, Ravenna, Deinen sehr kurzen Kommentar noch ein wenig näher zu erläutern.
    Ich verstehe ihn leider nicht.


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