Wellington: Adrienne Lyle und Salvino auf dem Weg nach Tokio?

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Adrienne Lyle auf Salvino, hier in Göteborg 2019. (© Pauline von Hardenberg)

Welche Dressurpaare dürfen die USA bei den Olympischen Spielen in Tokio vertreten? Das soll dieses Wochenende in Wellington (Florida) entschieden werden. Im gestrigen Grand Prix konnten Adrienne Lyle und Salvino ein erstes Ausrufezeichen setzen.

Das „2021 U.S. Dressage Olympic Short List Mandatory Observation Event“ findet im Palm Beach International Equestrian Center statt, wo normalerweise die Springreiter zuhause sind. Die Temperaturen in Florida betragen aktuell über 30 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit – ähnliche Bedingungen werden auch in Tokio erwartet. Zudem fand der Grand Prix gestern unter Flutlicht statt, so wie es auch bei den Olympischen Spielen der Fall sein wird. In Wellington starten die 14 Paare, die es auf die Shortlist für das US-amerikanische Dressurteam geschafft haben.

Mit 82,413 Prozent sahen alle Richter Adrienne Lyle und ihren 14-jährigen Salvino ganz vorne. Die beiden durften ihr Land bereits bei den Weltreiterspielen in Tryon vertreten, wo die US-Equipe die Silbermedaille gewann. Außerdem qualifizierten sie sich für das Weltcup-Finale 2019 in Göteborg. „Ich bin absolut begeistert! Er lässt mich feuchte Augen bekommen, ich habe keine Worte. Jedes Mal ist er noch besser als vorher“, schwärmte die 36-Jährige über ihren Hannoveraner v. Sandro Hit-Donnerhall.

Weite mögliche Tokio-Kandidaten

Der zweite Platz ging an Sabine Schut-Kery und Sanceo, die auf 78,978 Prozent kamen. Das Paar kennt sich quasi in- und auswendig, die beiden waren schon bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde 2012 in Verden erstmals international am Start. 2015 durften sie an den Panamerikanischen Spielen teilnehmen, haben ansonsten aber noch keine Championatserfahrung. Der Hannoveraner Hengst Sanceo ist mit Salvino verwandt, er stammt von dem Sandro Hit-Sohn San Remo ab.

Für Steffen Peters wäre Tokio bereits die fünfte Olympiateilnahme. Der 56-jährige gebürtige Deutsche belegte gestern auf Suppenkasper – der übrigens ebenfalls Sandro Hit im Pedigree führt – mit 77,696 Prozent den dritten Platz. Nick Wagman wurde mit Dohn John Vierter (75,652 Prozent) vor Olivia LaGoy Weltz mit Lonoir (75,131).

Wer für die USA tatsächlich nach Japan reisen darf, soll am 21. Juni verkündet werden. Neben den Ritten in Wellington will das Auswahlkomitte auch danach entscheiden, welche Leistungen die Paare in 2020 und 2021 gezeigt haben, wie viel internationale Erfahrung sie mitbringen und welche Pferde vermutlich am besten mit der langen Reise und der Hitze in Tokio klarkommen werden.

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