Frankfurt: Sieg im Louisdor-Finale geht an Dorothee Schneider

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Dorothee Schneider und Sammy Davis Jr. beim Finale des Louisdor-Preises 2016. (© Frieler)

Dorothee Schneider und Sammy Davis Jr. gewinnen mit hauchdünnem Vorsprung das Finale des Louisdor-Preises in der Frankfurter Festhalle. Platz zwei und drei gehen an Isabel Freese und Susan Pape.

Dorothee Schneider und der bayerische Hengst Sammy Davis jr. haben sich mit 75,440 Prozent den Sieg im Louisdor-Finale geholt. In der Einlaufprüfung hatte noch etwas die letzte Kraft gefehlt, es war dort Platz zwei geworden. Im Finale machte das Paar die klare Ansage: volle Kraft voraus. Der Hengst von San Remo strotzte nur so vor Energie. Der Höhepunkt seiner Vorstellung war ganz klar die Passage-Piaffe-Tour. Sehr gesetzt nahm der Zehnjährige optimal Last im Hinterbein auf. Auch die Pirouetten waren diesbezüglich vorbildlich. Einzig im Galopp war er etwas übermotiviert, was zu einer kleinen Unebenheit in den Wechseln führte. „Er will immer alles richtig machen und macht da eben manchmal auch etwas zu viel“, kommentierte Dorothee Schneider ihren Ritt.

Isabel Freese und Sam’s Ass

Isabel Freese hat mit dem neunjährigen Sam’s Ass ebenfalls ein großartiges Nachwuchspferd unter dem Sattel. Obwohl er von der Atmosphäre noch etwas beeindruckt war, präsentierte er sich fast fehlerfrei. Sehr gute Lastaufnahme in der Piaffe, überhaupt eine ausdrucksstarke Passage-Piaffe-Tour, zudem ein flüssiges Rückwärtsrichten. Lediglich den Schritt würde man sich noch mit etwas mehr Übertritt wünschen, was aber vermutlich auch der Nervosität zugrunde lag. Dies kam auch im Galopp ein wenig zum Ausdruck, wo der Samarant-Sohn etwas hektisch war und dadurch teilweise ein wenig eng in der Gamasche wurde, wie Dr. Dietrich Plewa kritisierte. Am Schluss Rang zwei mit 75,300 Prozent.

Susan Pape und Harmony’s Don Noblesse

Auf Platz drei ritt Susan Pape mit ihrem großrahmigen Hannoveraner Harmony’s Don Noblesse (72,820 Prozent). Die Harmonie des Paares zeigte sich in gelungenen Übergängen, Piaffe und Passage waren sehr gesetzt und ausbalanciert. In den Zweierwechseln kam es zu einer kurzen Störung, dafür waren die Einerwechsel wie an der Schnur gezogen.

Kathleen Keller und San Royal

Kathleen Keller, Mitglied der Deutsche Bank Reitsport-Akademie, und der neunjährige Oldenburger San Royal erreichten mit 71,620 Prozent Platz vier. Der San Remo-Sohn ist die erste Saison im Grand Prix-Sport unterwegs. Trotz seines Stockmaßes von 1,88 Meter zeigt er sich schon jetzt mit hoher Versammlungsbereitschaft, sehr gesetzt in den Pirouetten. Die Passage elastisch, nur die Piaffe fällt ihm noch etwas schwer. Nach der letzten Grußaufstellung blieb er seelenruhig stehen und genoss das Lob seiner Reitern: „Er weiß, er hat einen guten Job gemacht, dann ist er tiefenentspannt“, sagte sie .

Heiner Schiergen und Discovery

Der neunjährige Discovery, im Sattel Heiner Schiergen, fiel vor allem auf, weil er mit viel Dynamik durch den ganzen Körper arbeitet. „Ein Pferd mit viel Gummi“, brachte es Dr. Dietrich Plewa auf den Punkt. Der Schritt mit deutlichem Raumgriff, wunderbar über den Rücken. Die Wechsel bereiteten ihm noch etwas Probleme, in der Passage-Piaffe-Tour zeigte er sich ausdrucksstark mit guter Mechanik des Vorderbeines. Im starken Galopp sah man einen strahlenden Heiner Schiergen: „Es hat viel Spaß gemacht“, sagte er anschließend. Platz fünf mit 70,980 Prozent.

Anabel Balkenhol und Heuberger

Für Heuberger und Anabel Balkenhol reichte es leider nach dem Sieg in der Einlaufprüfung im Finale nur für Platz sechs (68,740 Prozent). Der Trakehner-Hengst v. Imperio begann souverän mit ausdrucksstarken Traversalen in perfekter Stellung und Biegung. Auch das Rückwärtsrichten gelang flüssig, wobei er allerdings einen genaueren Blick auf die Weihnachtsdekoration am Rand warf. „Ich habe gemerkt, dass er guckt“, meinte Anabel Balkenhol später. Dazu erschrak er in der Ecke zum Einritt vor dem Übergang zum Schritt. Davon ließ er sich dann doch so irritieren, dass er nicht mehr richtig in die Prüfung fand. „Ich bin trotzdem sehr zufrieden mit meinem Pferd“, sagte die Reiterin. „Er ist noch sehr jung, da darf er von so einer Kulisse auch einmal beeindruckt sein.“

Platz sieben ging an Eva Möller mit Bordeaux v. United vor Fabienne Lütkemeier und Fiero v. Fürst Heinrich. Platz neun und zehn gingen an die jüngsten Pferde im Starterfeld, beide achtjährig, Sir Simon unter Ulla Salzgeber und Fine Spirit unter Hartwig Burfeind.

Die gesamten Ergebnisse finden Sie hier.

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