CAIO Riesenbeck: Favoritenauftritte, Gipsbeine und Championatsambitionen

Rainer Bruelheide liegt derzeit auf Rang drei bei den Zweispännern, zusammen mit dem Österreicher Gerd Rössler.

(© Rainer Bruelheide liegt derzeit auf Rang drei bei den Zweispännern, zusammen mit dem Österreicher Gerd Rössler.)

Welche Vierspännerfahrer die deutschen Farben bei den Europameisterschaften in Aachen vertreten dürfen, diese Entscheidung fällt dieses Wochenende in Riesenbeck. Für die Zweispänner geht es sogar um WM-Tickets. Heute stand der erste Teil der Dressur auf dem Plan.

Die Zweispännerfahrer möchten ihren Sieg von 2014 wiederholen und sich gleichzeitig empfehlen für die Weltmeisterschaft im September in Ungarn. Die Vierspännerfahrer tragen ihren Nationenpreis traditionell in Aachen aus, wegen der hier vom 11. bis 23. August stattfindenden Europameisterschaften findet auch ihr wichtigster Mannschaftswettbewerb in diesem Jahr rund um die Surenburg statt. Nach acht Jahren niederländischer Dominanz möchten sie hier den Nationenpreis für Deutschland gewinnen. Gleichzeitig fällt hier die Entscheidung wer in Aachen bei der Europameisterschaft fahren wird.

Bei den Zweispännern führt derzeit der Italiener Claudio Fumagalli mit 38,34 Punkten ganz knapp vor Marco Freund, Sohn des legendären Vierspännerfahrers Michael Freund, mit 38,87 Punkten. Mit deutlichem Abstand (48,14 Punkte) folgen auf Platz drei der Österreicher Gerald Rössler Einzelfahrer Rainer Bruelheide. Arndt Lörcher fährt für das deutsche Team, er liegt mit 52,62 Punkten auf Platz sechs. Am Freitag starten die beiden anderen Mannschaftsfahrer Anna Sandmann und Sebastian Warneck. Ursprünglich hatte auch Michael Freund fürs Team antreten sollen, aber da er demnächst für ein Jahr in die USA abreisen wird und somit für die Weltmeisterschaften ohnehin nicht zur Verfügung steht, hat der Fahrausschuss beschlossen, ihn als Einzelfahrer nach Riesenbeck zu schicken.

Der amtierende Weltmeister Boyd Exell startet als Einzelfahrer bei den Vierspännern, er bewies einmal mehr seine Klasse und setzte sich mit 37,10 Punkten deutlich an die Spitze. Sein Dauerkonkurrent, der US-Amerikaner Chester Weber musste sich klar geschlagen geben: 42,94 Punkte, zweiter Platz. Dritter ist, ebenfalls mit großem Abstand (46,01 Punkte), der Niederländer Koos de Ronde. Stark gehandicapt fuhr Georg von Stein dennoch das beste Ergebnis aus deutscher Sicht ein, 52,80 Punkte ließen ihn auf dem sechsten Platz die Prüfung beenden. Von Stein fuhr mit Gipsbein, er hatte sich bei einem Reitunfall den Knöchel gebrochen. „Eine Woche Trainingsrückstand hat meine Vorstellung auf dem Viereck mehr beeinflusst als das Gipsbein“, erzählt er und hofft, dass bei der Marathonfahrt am Samstag alles gut geht.

Christine Meyer zu Hartum