CHIO Aachen: Ijsbrand Chardon räumt beim Fahren ab

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Dem Sieger gratulieren Carlita Grass-Talbot und Richard von Wittgenstein-Talbot. (© : CHIO Aachen/ Michael Strauch.)

Deutsches Team beendet Fahrkonkurrenzen in Aachen auf Platz zwei. Ijsbrand Chardon ist der große Gewinner in Aachen 2018.

Mit drei goldenen Schleifen dekoriert verließ der amtierende Europameister Ijsbrand Chardon am Sonntag das Turniergelände in Aachen. Sieg mit dem niederländischen Team im Nationenpreis, Sieg in der Kombinierten Einzelwertung der Vierspänner, Sieg im Kegelfahren, der dritten Einzeldisziplin der Vierspänner. Unter den lautstark feiernden niederländischen Fans war er selbst der Lauteste. Damit freute er sich nicht nur über 9.700,- Euro, die er für die drei Siege kassierte, sondern vor allem über den Vorsprung von 0,95 Punkten vor seinem Dauerrivalen Boyd Exell (AUS/158,82). Der hatte bis zum Kegelfahren die Führung, war schon in das Fahrstadion eingefahren als der vor ihm gestartete Chardon sich mit einer Extrarunde noch ausgiebig feiern ließ für die einzige strafpunktfreie Runde der gesamten Prüfung. Zwei Abwürfe und 0,69 Zeitfehler reichten als Ergebnis für die Kombinierte Prüfung nur noch für den zweiten Platz. Für die abschließende Siegerrunde, die nur für das Kegelfahren an sich, nicht aber für die Kombinierte Prüfung gewertet wird, trat der Weltmeister aus Australien nicht mehr an. Verständlich wenn man bedenkt, dass er ohnehin mit dem schweren Handicap eines gebrochenen Knöchels das gesamte Turnier absolviert hatte.

Schon zum 12. Mal steht Ijsbrand Chardons Name auf der Siegerliste an der Tafel im Einritt zum Stadion, das ist Rekord. Zum elften Mal in Folge siegte das Team aus den Niederlanden im Nationenpreis (319,18 Minuspunkte), auch das ein Rekord. Bram Chardon platzierte sich in der Einzelwertung auf Platz drei (165,51). „Ich bin sehr stolz auf meinen Sohn“, gibt Vater Ijsbrand Chardon zu. „Er ist zum ersten Mal in Aachen und sehr gut  gefahren. Zwar hatte er schon ein paar internationale Erfolge, aber Aachen ist doch immer etwas ganz Besonderes für uns. Aber der dritte Platz in der Einzelwertung ist ein toller Erfolg“. Teamkollege Koos de Ronde wurde Siebter (172,63).

Deutsche Equipe auf Platz zwei

Zwar mit deutlichem Abstand (341,26), aber immerhin sehr sicher auf den zweiten Platz fuhr die deutsche Mannschaft mit Georg von Stein, Mareike Harm und Michael Brauchle. „Das ist nach der bisher wenig erfolgreichen Saison ein schöner Erfolg“, freut sich Bundestrainer Karl-Heinz Geiger. Als bester Fahrer im deutschen Team schloß Georg von Stein auf dem fünften Platz  (170,16) das CHIO Aachen 2018 ab, dazu kam noch ein zweiter Platz im Kegelfahren. Mareike Harm ist inzwischen eine sichere Mannschaftsfahrerin, sie schloss die Kombinierte Prüfung auf Platz zehn ab (185,26), Michael Brauchle komplettierte das Trio. Letzterer diente der Mannschaft mit einer couragierten Marathonfahrt, seine schwachen Leistungen in der Dressur und im Kegelfahren wurden von den Teamkollegen aufgefangen. An dritter Stelle standen die Belgier (353,95) mit Vize-Europameister Edouard Simonet, Glenn Geerts und Dries Degrieck.

Dass vier Pferde vor einer Kutsche nur von einem Mann gebändigt werden können hat schon gelegentlich eine Frau widerlegt, in den letzten Jahren ausdrücklich Mareike Harm. Unter anderem als Teammitglied bei der EM in Göteborg 2017.  Seit 2018 ist es die erst 22-jährige Anna Sandmann, die auf dem besten Weg ist den Männern Konkurrenz zu machen. Mit ihrem neunten Platz im Gesamtklassement (182,92 Minuspunkte) lieferte sie bei ihrem ersten Auftritt in der Soers ein ausgezeichnetes Ergebnis. Damit schlug sie ihren Vater Christoph um Längen (193,76), der sich auf Platz 13 einreihen musste. Die spannende Frage, ob Anna das Erfolgsgespann ihres Vaters weiterhin fahren darf und der achtmalige Deutsche Meister mit der zweiten Riege Pferde aus dem Stall Sandmann versucht nach vorn zu kommen blieb in Aachen unbeantwortet. Das kann im Vorfeld der im September in den USA stattfindenden Weltreiterspiele noch spannend werden.

Beide Damen fuhren beim Kegelfahren unter das beste Viertel, durften also in der Siegerrunde antreten, in die es auch Georg von Stein geschafft hatte. Dort werden die Strafpunkte in Zeitstrafpunkte umgerechnet, wodurch von Steins einer Abwurf gutgemacht wurde mit einer flotten Runde, 109,19 Sekunden reichten für den Platz zwei hinter Ijsbrand Chardon (105,46 Sekunden). Mareike Harm beendete die Prüfung in 110,83 Sekunden auf dem vierten Platz, dicht gefolgt von Anna Sandmann auf Platz fünf, 111,75 Sekunden.

Ergebnisse finden Sie hier.

 

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