Deutsche Meisterschaften Voltigieren 2018: Das sind die Medaillenträger

Leipzig – Partner Pferd 2017

Kristina Boe, hier mit Don de la Mar bei der Weltcup-Station in Leipzig 2017, ist neue Deutsche Meisterin. (© sportfotos-lafrentz.de)

In Elmshorn haben die Voltigierer ihre neuen Deutschen Meister ermittelt. Besonders knapp fiel die Entscheidung bei den Herren aus. Insgesamt gab es viele tolle Leistungen zu sehen – die Weltreiterspiele können kommen!

Vier Goldmedaillen sind bei den Deutschen Meisterschaften Voltigieren 2018 vergeben worden. Die neuen Titelträger sind Kristina Boe, Thomas Brüsewitz, Janika Derks und Johannes Kay sowie die Mannschaft aus Fredenbeck. Obwohl bereits vorher feststand, wer in wenigen Wochen zu den Weltreiterspielen nach Tryon (USA) fahren wird, lieferten sich die Voltigierer einen spannenden Wettkampf. Die Richter belohnten dies mit hohen Bewertungen, auch Bundestrainerin Ulla Ramge zeigte sich sehr zufrieden mit der Leistung ihrer Schützlinge. Da könnte in Tryon also vermutlich die ein oder andere Medaille für Deutschland drin sein.

Zunächst fiel die Entscheidung bei den Doppelvoltigierern, hier ging der Sieg an Johannes Kay und Janika Derks. Mit insgesamt 9,117 Punkten konnte sich das Duo zum ersten Mal den Meistertitel sichern. Gemeinsam mit Pferd Dark Beluga und Longenführerin Barbara Rosiny zeigten die Vize-Weltmeister von 2016 eine anspruchsvolle Kür zum Thema „Energie“. Knapp geschlagen geben mussten sich die aktuellen CHIO Aachen-Sieger, Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs. Mit Alexandra Knauf an der Longe von Picardo turnten die Vorjahressieger zu 9,038 Punkten. Dahinter reihten sich Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes mit Pferd Caram OE und Longenführerin Claudia Döller-Ossenberg-Engels ein (8,888).

Sowohl Johannes Kay und Jannika Derks, als auch Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs stehen auf der Shortlist für die Weltreiterspiele. Im Hinblick auf den Saisonhöhepunkt im September zeigte sich die Bundestrainerin nach den Ergebnissen aus Elmshorn sehr zuversichtlich: „Alles läuft nach Plan. Jetzt geht es an das letzte Feintuning und dann haben beide Doppel in den USA gute Chancen, um die Goldmedaille mitzukämpfen“.

Mit Risiko zum Sieg

Schon nach den ersten drei Durchgängen hatte Thomas Brüsewitz in der Herrenkonkurrenz die Nase vorne. Dann musste er allerdings bei der Höchstschwierigkeit seiner Kür, einem rückwärts gesprungenen Flick-Flack, unfreiweillig den Rücken von Danny Boy (Longe: Patric Looser) verlassen, so dass unklar war, ob es dennoch für den Sieg reichen würde. In der Kür bedeutete dies nur Platz drei, allerdings reichte der Gesamtvorsprung aus. Mit 8,667 Punkten durfte der Sportstudent ganz oben auf dem Podium Platz nehmen. Ulla Ramge maß dem Sturz nicht allzu viel Bedeutung bei: „Thomas hatte drei Top-Durchgänge. Den Fehler haben wir analysiert. Er weiß ganz genau, was zu tun ist und wird den optimalen Absprungpunkt beim nächsten Mal sicher finden. Ich sehe das sehr gelassen, denn es ist gut, dass wir diese Korrektur nun noch einmal vornehmen können.“

Auf dem Silberrang landete Julian Wilfling, der mit Pferd Feliciano und und Longenführer Lars Hansen auf 8,663 Punkte kam. Damit hat sich der  Sportsoldat mit einem Ausrufezeichen zurückgemeldet, wie auch die Bundestrainerin anmerkte: „Er hat eine Durststrecke durchlaufen und ist nun wieder in der Spitze der Herren angekommen.“ Platz drei ging an Jannik Heiland, der die beste Kür des Tages zeigte. Mit Pferd Dark Beluga (Longe: Barbara Rosiny) erreichte er insgesamt 8,573 Punkte und schob sich damit noch am amtierenden Weltcup-Sieger Jannis Drewell vorbei, der selbst angab sein Pferd Feliciano (Longe: Lars Hansen) heute etwas aus dem Gleichgewicht gebracht zu haben. Nach Tryon dürfen Thomas Brüsewitz, Jannik Heiland und Jannis Drewell fahren.

Souveräne Siegerin bei den Damen

Kein Vorbeikommen bei den Damen gab es einmal mehr an Kristina Boe, die in diesem Jahr schon beim Weltcup-Finale und beim CHIO Aachen siegreich war. Die Hamburgerin spielte ihre komplette Routine aus und sicherte sich mit 8,872 Punkten den zweiten DM-Titel ihrer Karriere. Auf Pferd Don de la Mar (Longe: Winnie Schlüter) konnte die 30-Jährige vor allem in der Kür viele Punkte sammeln. „Ich musste zwar in dem einen oder anderen Umlauf ganz schön arbeiten, aber vor allem in der abschließenden Kür habe ich es richtig genossen, hier zu turnen“, gab sie hinterher zu Protokoll. Auch die Bundestrainerin fand lobende Worte: „Tina unterstreicht hier einmal mehr ihre Bestform und war extrem souverän. Das war beeindruckend.“

Rang zwei ging an Janika Derks mit Carousso Hit und Longenführerin Jessica Lichtenberg (8,472), vor Corinna Knauf mit Fabiola W und Alexandra Knauf an der Longe (8,336). Letztere wurde als Reservistin für die Weltreiterspiele benannt. Wenn alles läuft wie geplant, werden Kristina Boe, Janika Derks und Sarah Kay in Tryon die deutschen Farben vertreten.

Freude für Fredenbeck

Über den Sieg bei den Gruppen konnte sich die Mannschaft vom RV Fredenbek freuen, die auf Pferd Wizaro zu 8,615 Punkten turnte. Zwischen den besten drei Teams fiel die Entscheidung denkbar knapp aus, so dass dem Publikum in der Fritz-Thiedemann-Halle ein spannender Wettkampf geboten wurde. Mit ihrer kreativen Kür zum Thema „Goethes Faust“ sicherten sich die Voltigierer aus Fredenbeck zum ersten Mal den Titel. Longenführerin Gesa Bühring war überglücklich nach dem Auftritt ihrer Mannschaft: „Wir können diese Kür nicht besser. Heute war alles perfekt.“

Die Silbermedaille ging an das Team Norka vom VV Köln-Dünnwald, welches auch für die Weltreiterspiele nominiert ist (8,601). Pferd Picardo lief an der Longe von Patric Looser. Platz drei sicherte sich der VV Ingelsberg mit Lazio und Longenführer Alexander Hartl (8,505).

Alle Ergebnisse von den Deutschen Meisterschaften Voltigieren 2018 finden Sie hier.

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