FEI auf der Suche nach neuem Ausrichter für die Weltreiterspiele 2018

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Nun ist es offiziell – das kanadische Bromont ist finanziell nicht in der Lage, die Weltreiterspiele 2018 auszurichten. Der Weltreiterverband FEI ist nun mit Hochdruck auf der Suche nach einem neuen Gastgeber für sein Vorzeige-Event.

„Wir bedauern, dass das Organisationskomitee in Bromont nicht mehr in der Lage ist, die Spiele 2018 auszurichten“, erklärte FEI Präsident Ingmar de Vos. Er sagte weiter, man habe sehr eng mit dem Organisationskomitee (COJEM) zusammengearbeitet, habe aber schon seit einiger Zeit gewusst, dass das Bromont Team mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. „Wir haben alles erdenklich mögliche getan, um unsere Unterstützung in diesen schweren Zeiten anzubieten. Aber traurigerweise war das Organisationskomitee nicht in der Lage, ein realistisches Finanzierungs- und Sponsorenkonzept zu etablieren. Daher hatten wir trotz ihrer Bemühungen keine andere Wahl als überein zu kommen, dass der Vertrag beendet werden muss.“ Man sei der Ansicht, Bromont sei ein besonderer Ort und dass der Pferdesport in der Gemeinde eine große Rolle spiele. Insofern hoffe man, dass die Organisatoren in Zukunft andere wichtige Turniere veranstalten können.

Rosaire Houde, der Vorsitzende des Organisationskomitees, sprach von „einer schwierigen Entscheidung, mit der man nun klarkommen müsse“. Seit sie am Ruder waren hätten sie jeden Stein umgedreht, um die Weltreiterspiele auf ein solides finanzielles Fundament zu stellen.

Im Juni 2014 hatte das FEI Präsidium die Weltreiterspiele 2018 nach Kanada vergeben. Damals hatten die Organisatoren der FEI versichert, sie hätten Unterstützung der Regierung. Das bezog sich allerdings nur auf die lokalen Behörden. Der Finanzierungsplan rechnete aber mit staatlicher Unterstützung. Doch die kanadische Regierung hat dies abgelehnt.

Ingmar de Vos betonte, er und Generalsekretärin Sabrina Ibánez seien regelmäßig in Kanada vor Ort gewesen, um dem COJEM zu helfen. Aber de Vos betonte auch, dass sie bei aller Bereitschaft zur Unterstützung eine Verpflichtung gegenüber ihrem Verband und der Zukunft ihrer Turniere hätten.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass ähnliches passiert. 1998 hatte Rom die Weltreiterspiele ausgerichtet, nachdem Irland keine zwei Jahre vorher das Handtuch geworfen hatte. Die FEI ist nun auf der Suche nach einem neuen finanz- und organisationsstarken Partner.

Infrage kämen mehrere. Aachen hat 2006 die nach Meinung vieler Beteiligten schönsten Spiele aller Zeiten ausgerichtet. Spruce Meadows vor den Toren Calgarys wäre ein weiterer Kandidat, der sich mit Großveranstaltungen bestens auskennt. In Wellington hätte man ebenfalls die nötigen Kapazitäten, genau wie im Tryon International Equestrian Centre in North Carolina. Neu auf der Liste ist ein Reitsportzentrum in Samorin, in der Nähe von Bratislawa und nur ca. eine Stunde von Wien entfernt. Ein Problem ist dabei allerdings das Sponsoring. Denn die FEI hat ihrem langjährigen Partner Rolex 2013 den Rücken gekehrt und sich mit dem Konkurrent Longines zusammengetan. Rolex ist aber beispielsweise in Aachen und Spruce Meadows weiterhin Generalsponsor, dessen Partnerschaft seit Jahrzehnten hoch geschätzt wird.

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