Riesenbeck: Wachwechsel an der Spitze der Vierspänner-DM

Pferdesport-Vielseitigkeit

Mareike Harm auf der Marathon-Strecke in Riesenbeck. (© www.toffi-images.de)

Nach der Dressur gestern in Riesenbeck durfte Mareike Harm von ihrem ersten Titel bei den Deutschen Meisterschaften der Vierspänner-Fahrer träumen. Doch im Gelände musste sie die Führung abgeben.

Bei besten Bedingungen absolvierten die Vierspännerfahrer im Riesenbecker Wald ihre Geländefahrt, angenehme Temperaturen, bestes Geläuf und eine perfekt hergerichtete Strecke. Der Sieg ging in die Niederlande. Bram Chardon beendete den technisch anspruchsvollen Marathon am schnellsten. Nur 93,25 Punkte standen am Ende auf der Ergebnistafel, das konnte keiner der 23 Konkurrenten toppen.

Nah dran war der Deutsche Meister 2018, Georg von Stein. Mit 94,74 Punkten landete er auf dem zweiten Rang. Eine kleine Unachtsamkeit in Hindernis drei kostete wertvolle Zeit. „Das geht total auf mein Konto! Meine Pferde waren sehr gut, ich habe dort zu spät reagiert. Unterm Strich bin ich sehr zufrieden“ kommentierte von Stein seine Geländefahrt. „Die Hindernisse sind nicht so einfach wie es zunächst aussieht. Vor allem der Wechsel zwischen sehr langen Linien und weiten Durchfahrten und dann wieder sehr engen Wendungen im nächsten Hindernis verlangt dem Fahrer und den Pferden einiges ab“, erklärt er die Schwierigkeiten des Marathons.

Im Duell zwischen Vater und Sohn Chardon hatte der Vater das Nachsehen. Mit 94,99 Punkten belegte Ijsbrand Chardon den dritten Platz. An vierter Stelle platzierte sich Michael Brauchle, er musste während der Fahrt mächtig die Zähne zusammenbeißen. Der vor drei Wochen in Valkenswaard erlittene Kreuzbandriss und der Bruch des Wadenbeins sind längst nicht ausgeheilt.

Das verletzte rechte Bein fixiert mit einer Aluschiene und stramm bandagiert, musste er die Bremse ungewohnt mit dem linken Bein betätigen. Umso größer die Freude über den vierten Platz (96,30 P.). „Meine Pferde haben viel ausgeglichen. Ich habe drei neue Pferde dabei, dieses Team so zum ersten Mal gefahren. Sie haben sich als echtes A-Team bewährt, leider war der Fahrer heute nur B-Klasse“, erklärt er sein Abschneiden und löst erst mal den strammen Verband.

Chester Weber war mit einem deutlichen Vorsprung aus der Dressur ins Gelände gestartet, im Riesenbecker Wald klappte es dann nicht mehr so gut, Platz sieben (101,98 P.). Dennoch bedeutet dies Ergebnis noch Platz drei in der Kombinierten Wertung (138,09 P.).

Diese wird angeführt von Bram Chardon mit 132,16 Punkten vor Ijsbrand Chardon (136,30 P,). Auf den vierten Platz hat sich Georg von Stein (150,37 P.) geschoben, nur 0,09 Punkte vor Michael Brauchle. Der Abstand der beiden deutschen Fahrer zu den drei Führenden ist zwar recht deutlich, dennoch haben sie wieder einmal ihre Stärke im Marathon unter Beweis gestellt.

Im Wettkampf um die Deutsche Meisterschaft führt Georg von Stein hauchdünn vor Michael Brauchle. „Das wird richtig spannend morgen beim Kegelfahren“, freut er sich. „Die letzten Kegelfahrten waren bei mir ziemlich desaströs. Mein Ehrgeiz ist es natürlich, morgen meinen Titel zu verteidigen“.

Mareike Harm hatte von allen deutschen Teilnehmern das beste Dressurergebnis, nach der Geländefahrt (106,34 P.) hat sie „keine Hoffnung mehr auf den Titel. Ich war in den Hindernissen eins und drei einfach zu langsam. Das lag nicht an den Pferden, die Fahrerin hat einfach nicht schnell genug reagiert“, erklärt sie. Wenn schon nicht auf den Titel, dann doch auf eine Medaille darf die derzeit erfolgreichste deutsche Fahrerin dennoch schielen, liegt sie doch in der Meisterschaftswertung an dritter Stelle.

Anna Sandmann bestreitet ihre erste DM im Vierspänner. Dafür hatte sie Fredie, Bo-Liberator, Wanita und Gerlandro, die Pferde ihres Vaters Christoph, mit pinkfarbenen Gamaschen und Hufglocken ausgerüstet.

Vater Christoph hatte in der Dressur aufgegeben, am Geländetag beschränkte er sich darauf die Tochter zu managen. Mit Erfolg, Anna bewältigte die Geländefahrt zwar nicht besonders schnell, aber ohne Fehler (107,84 P.), damit liegt sie nach Dressur und Marathon (161,07 P.)an vierter Stelle im Kampf um die Medaillen.

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