Weltreiterspiele 2022: Samorin abgesprungen, neuer Austragungsort gesucht

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Sportstätten sind erst neu gebaut worden in Samorin. Finanziell wurde es dennoch eng. (© Hippo Arena Samorin)

Neues Jahr, altes Problem: Nach Kentucky (USA) ist auch Samorin (SVK) als Austragungsort für die Weltreiterspiele 2022 abgesprungen.

Wie der Weltreiterverband (FEI) im Rahmen der Vollversammlung in Montevideo bekannt gab, ist der Bewerbungsprozess um die Weltreiterspiele 2022 ist wieder eröffnet. Zunächst hatten sich Kentucky (USA) und Samorin (SVK) als Austragungsort für die Spiele beworben.

Hohe Kosten zwingen in die Knie

Anfang des Jahres hatte es dann seitens Kentucky geheißen, dass die Horse Park Kommission doch dagegen entschieden hätte. Tandy Patrick, Präsident der Kommission, erklärte damals, dass die Spiele wirtschaftlich nicht stemmbar seien. Übrig blieb dann noch das slowakische Samorin. Die FEI hatte auf eine erneute Bewerbungsphase verzichtet und ist in die Verhandlungen über die Spiele mit Samorin gegangen. Damals war man sich sicher, dass Samorin die Spiele wuppen könnte, denn Infrastruktur und Sportstätten waren schon vorhanden. Doch in Samorin hatte man dann auch nochmal nachgerechnet und sich jetzt dafür entschieden, die Bewerbung zurückzuziehen.

Diese Entscheidung zwingt die FEI zu dem Schritt, die Bewerbungsphase wieder neu zu eröffnen. Bis November 2018 können sich Veranstalter bei der FEI bewerben. „Wir sind zuversichtlich, dass es Kandidaten geben wird, aber es sind auch komplexe Spiele und wir müssen sichergehen, dass alles seine Richtigkeit hat“, sagte FEI-Präsident Ingmar de Vos vor der Generalversammlung.

Altes Spiel

Dass die Weltreiterspiele den Kostenrahmen mancher Veranstalter sprengen, ist nichts Neues. Erst im letzten Jahr ist Bromont (CAN) als Austragungsort für die Spiele 2018 abgesprungen, weil sie die Flaggschiff-Veranstaltung des Weltreiterverbandes finanziell nicht stemmen konnten.

In die Bresche gesprungen ist Tryon (USA). Dass das so kurzfristig möglich war, ist allen voran privaten Geldern zu verdanken. Hinter den WEG 2018 steht Mark Bellissimo, ein milliardenschwerer Unternehmer, der zusammen mit vier weiteren Familien die Veranstaltung ausrichtet. „Es werden die ersten Weltreiterspiele ohne öffentliche Gelder und ohne Organisationskomitee“, sagte der 55-jährige Bellissimo erst vor Kurzem. Erst im September durfte sich St.GEORG zusammen mit anderen europäischen Journalisten ein Bild von der Lage vor Ort machen.

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