Budapest: Deutsche Springtalente gewinnen EEF Nationenpreis-Halbfinale mit Idealergebnis

NationsCup (3)

Das siegreiche deutsche Team in Budapest (© CSIO Budapest / lovasfoto.hu - Krisztina Hajdu)

Wer sich schonmal gefragt hat, wozu es eigentlich Serien wie Deutschlands U25-Springpokal gibt, erhielt heute beim Halbfinale der Nationenpreis-Serie der European Equestrian Federation (EEF) in Budapest die Antwort.

Jana Wargers war mit ihren 30 Jahren die älteste des Quartetts. Ihre Kollegen sind alle noch im U25-Alter und haben sich ihre Sporen bei diversen Nachwuchschampionaten verdient. Heute ging es in Budapest beim Halbfinale der EEF Nationenpreis-Serie allerdings gegen die Großen.

Zwei Umläufe jeweils mit einem 1,45 Meter-Parcours waren die Eckdaten. Die deutsche Mannschaft leistete sich nach Abzug der Streichergebnisse keinen einzigen Fehler. Die Helden des Tages waren die Deutsche Meisterin Sophie Hinners (24) auf ihrem Erfolgspferd Vittorio und der Europameister der Jungen Reiter, Philipp Schulze-Topphoff (22), ebenfalls auf seinem besten Pferd: der Stute Concordess. Beide ließen heute alle Stangen in den Auflagen und hatten so den Löwenanteil am Erfolg der Mannschaft.

Die anderen beiden standen waren allerdings ebenfalls super unterwegs. Cedric Wolf und Chicitito, zusammen schon bei diversen EMs für Deutschland in Rot unterwegs gewesen, kamen fehlerfrei aus Runde eins und hatten einen Abwurf im zweiten Umlauf. Jana Wargers, die ihr Händchen für Pferde unter anderem bei der Ausbildung von Europameister Clooney bewiesen hat, ritt Limbridge mit einem Abwurf durch den ersten Umlauf und blieb danach fehlerfrei.

Rang zwei ging an Italien mit vier Strafpuknten, gefolgt von der Schweiz mit acht Fehlern.

Debütanten

Sowohl für Sophie Hinners, die ja bis vor kurzem noch in den Niederlanden ansässig war, als auch für Equipechef Ralf Runge war der heutige Tag ein erstes Mal. Hinners ritt das erste Mal einen Senioren-Nationenpreis, Runge, in den 1980er-Jahren selbst Deutscher Meister und Silbermedaillengewinner mit dem U21-EM-Team, fungierte erstmals als Chef der Mannschaft.

Für beide ein gelungener Einstand: „Um die Zukunft brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Diese Truppe macht einfach Spaß. Sie sind zwar jung, aber schon sehr erwachsen und können richtig gut reiten.“ Und sie haben bewiesen, dass sie im richtigen Augenblick die Nerven behalten: „Jeder hat heute sein Bestes gegeben! Wenn mal ein Fehler passierte, haben sie einfach weitergemacht und sich nicht an anderen gemessen. Bei der Mannschaftsaufstellung haben wir gesagt: Jeder nimmt den Platz ein, an dem er sich wohlfühlt. So haben wir alle in ihrer Komfortzone gelassen und sie haben perfekt geliefert. Toll war auch, dass alle Heimtrainer mitgekommen sind, die die Pferde sehr gut kennen. So war es wirklich sehr einfach und hat super funktioniert.“

Nachdem es in Budapest so gut geklappt hat, soll diese Mannschaft auch beim Finale der Serie in 14 Tagen in Warschau an den Start gehen, einschließlich Reservist Wolfgang Puschak. Und auch da wird anstelle von Otto Becker, bei dem gerade alle Zeichen auf Olympia stehen, Ralf Runge die Mannschaft anführen.

Otto Becker: „Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft! Das war eine tolle Teamleistung und ein super Debüt für Ralf Runge.“

Auf sich selbst darf der Springreiter-Bundestrainer aber auch ein bisschen stolz sein, denn er und Heinrich-Hermann Engemann waren es, die Deutschlands U25-Springpokal ins Leben gerufen haben. Dass ihre Idee im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert war, zeigte sich heute. Alle Mannschaftsreiter haben am Finale der Serie teilgenommen.

Becker: „An dieser Stelle möchte ich der Familie Müter und der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport besonders dafür danken, dass sie diese wichtige Serie ermöglichen“, sagte Otto Becker. „Es war genauso geplant, dass aus den Teilnehmern dieser Serie auch Nationenpreise der Senioren besetzt werden.“