Championat von Nörten-Hardenberg an Marcus Ehning und Firth of Lorne

Erst vor wenigen Wochen hatte Marcus Ehning Katrin Eckermanns einstiges Erfolgspferd Firth of Lorne in den Stall bekommen. In Nörten-Hardenberg bestritten sie ihr viertes Springen. Und holten ihren ersten großen Sieg, das Championat von Nörten-Hardenberg.

Nein, damit hatte Mannschaftsolympiasieger Marcus Ehning nicht gerechnet: Gleich bei der ersten ganz großen Herausforderung mit seinem neuen potenziellen Star im Stall, dem 14-jährigen Hannoveraner Firth of Lorne, lieferte er die einzige fehlerfreie Runde im Stechen. Da reichten ihm auch relativ geruhsame 45,49 Sekunden, um den Sieg im Championat von Nörten-Hardenberg heim nach Borken in Westfalen zu holen. Ehning: „Das war jetzt unsere vierte gemeinsame Prüfung und wir waren angenehm überrascht, mit welcher Selbstverständlichkeit er das gemacht hat.“

Die Ehrenrunde durfte Firth of Lorne übrigens schwänzen. Denn er hatte seinem Reiter mit seiner fehlerfreien Runde ja zu einem neuen Auto verholfen. Der Stifter des Ehrenpreises saß auf dem Beifahrersitz als Ehning seine Ehrenrunde auf vier Rädern drehte. Sein Kommentar: „PS scheint Reitern wirklich im Blut zu liegen …“

Firth of Lorne ist ein Sohn von Ehnings langjährigem Erfolgspferd For Pleasure. Seine internationale Karriere nahm so richtig Fahrt auf, als er 2014 unter Katrin Eckermann das Global Champions Tour-Springen von Hamburg gewann. Sie wurden für die Teilnahme am CHIO Aachen und für die Nationenpreismannschaft nominiert. Hier stürzten sie am Wasssergraben. Dasselbe Schicksal ereilte sie wenige Tage später noch einmal im Großen Preis. Es war das letzte Turnier des Paares. Kurzzeitig ging der Hengst unter Franz-Josef Dahlmann, ehe er in die USA verkauft wurde. Und nun ist er wieder da und siegt mit Marcus Ehning für Deutschland, nachdem seine US-amerikanische Besitzerin ihn Ehning zur Verfügung gestellt hat.

Auch interessant

Riesenfreude bei Finja Bormann

Platz zwei ging an die erst 22-jährige Finja Bormann mit dem von der Familie selbst gezogenen A crazy son of Lavina. Die beiden lieferten schon im Umlauf eine Nullrunde, die die Zuschauer auf den bis zum letzten Platz besetzten Tribünen von den Sitzen riss und die Reiterin veranlasste, ihrem langjährigen Erfolgspartner um den Hals zu fallen. Im Stechen setzten sie noch einen drauf.

A crazy son of Lavina – der Name ist Programm. Finja übernahm den Sohn einer ebenfalls international S-erfolgreichen Mutter von ihrem Bruder Friso (der in Nörten übrigens auch am Start ist), weil es zwischen ihr und dem sensiblen Wallach einfach besser funktionierte. Und wie! Das zeigte der quirlige Braune auch im Stechen. Er beendete es als einziges Pferd unter 40 Sekunden, hatte aber einen Abwurf. Trotzdem, Rang zwei ist ein Riesenerfolg – und das, nachdem die beiden EM-Telnehmer des Vorjahres erst gerade beim Maimarkt-Turnier in Mannheim siegreich gewesen waren. Seine Reiterin kennt das Geheimnis des Erfolges: „Ich kenne ihn seit seiner Geburt und ich weiß, dass er praktisch nochmal wächst, wenn man in den Parcours kommt. Er ist schon ein kleiner Showstar und liebt Aufmerksamkeit.“ Die hatte er heute reichlich!

Überraschung auf Rang drei

Die wenigsten dürften Emile Karim Fares aus dem Libanon auf dem Zettel gehabt haben in dem mit insgesamt sieben Paaren besetzten Stechen. Fares lebt in den Niederlanden, war noch nie auf dem Hardenberg am Start und hat eigentlich auch nur ein Pferd, dass er auf dem Niveau einsetzen kann: Captain Z, einen elfjährigen KWPN-Wallach v. Lord Z. Und der bescherte ihm heute ein schönes Willkommensgeschenk am Fuße der Burgruine, nämlich Platz drei im Championat mit vier Fehlern im Stechen in 43,82 Sekunden.

Rang vier ging in die USA, an Michael Hughes auf der Selle Francais-Stute Virtuose D’Eole v. Panama Tame ($/44,47), gefolgt von der Bereiterin im Stall Ehning, Kendra Claricia Brinkop auf dem NRW-Landbeschäler Cordynox (4/45,02).

Groß war die Freude auch bei Janne Friederike Meyer-Zimmermann mit ihrem zehnjährigen Holsteiner Singulord Joter-Sohn Soccero, der von Turnier zu Turnier an Sicherheit zu gewinnen scheint und heute mit vier Fehlern in 45,91 Sekunden Fünfter wurde.

Sechster Reiter im Stechen war Hartwig Rode auf dem Böckmann-Hengst Lord Pezi Junior, der heute im Stechen drei Abwürfe verzeichnete (43,95 Sekunden).

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.

Schreibe einen neuen Kommentar