Aalborg: Nationenpreis-Sieg für Deutschlands Springreiter

17-34-d1732b-gerrit-nieberg-ger-contagio-holst_large

Gerrit Nieberg und Contagio, hier beim Turnier der Sieger 2017 in Münster, trugen zwei Nullrunden zum Nationenpreis-Sieg von Deutschland in Aalborg bei. (© Toffi)

Was dem deutschen Quartett in Rom nicht glücken wollte, hat die Equipe um Heinrich-Hermann Engemann nun im dänischen Aalborg geschafft: den ersten Nationenpreis-Sieg 2018 nach Deutschland zu holen.

Einen wesentlichen Anteil am Erfolg des deutschen Teams hatten Gerrit Nieberg und der Holsteiner Contagio. Die beiden Sieger im Großen Preis von Frankfurt lieferten als einziges Paar der Mannschaft zwei strafpunktfreie Runden. Damit rechtfertigte der 24-jährige Sohn von Mannschaftsolympiasieger Lars Nieberg noch einmal nachdrücklich seine Berufung in den Nachwuchskader 1 des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) Ende 2017 nach seinem Sieg im Großen Preis von Frankfurt.

Niebergs Nullrunden dürften einen Mitreiter besonders gefreut haben: seinen Vater. Der war nämlich mit dem zehnjährigen Hannoveraner Foster v. For Edition ebenfalls mit im Team. Die beiden hatten im ersten Umlauf zwei Abwürfe und mussten in Runde zwei gar nicht mehr starten.

Thomas Kleis und die ebenfalls zehnjährige OS-Stute Chades of Blue v. Chacco-Blue hatten mit einem fehlerfreien Ritt im ersten Umlauf den Grundstein für den späteren Erfolg gelegt. In Runde zwei kamen aber acht Fehler hinzu.

Jüngstes Pferd der Mannschaft war der neunjährige Hannoveraner Hengst Lord Fauntleroy unter Gilbert Böckmann. Man könnte sagen, in Runde eins lief es noch nicht ganz rund: zwölf Fehler. Im zweiten Umlauf zeigte der hoch talentierte Hengst sich deutlich souveräner: ein Abwurf.

Das machten insgesamt 20 Strafpunkte für die Mannschaft, die genügten, um die Briten auf Abstand zu halten, die noch einen Abwurf mehr verzeichneten.

Auch interessant

Toffi

Großbritannien mit Teenie

Die Equipechefin der Briten, Di Lampard, hatte bei der Auswahl ihres Teams ebenfalls auf die Kraft der Jugend im Zusammenspiel mit Erfahrung gesetzt. Als erste Reiterin schickte sie die 26-jährige Jessie Drea auf dem irischen Touchdown-Sohn Touch The Stars ins Rennen, die mit zwölf und acht Fehlern endete.

Deutlich mehr Erfahrung brachte die 48-jährige Julie Andrews mit dem Cantos-Sohn Ayrton mit ins Spiel: Doppelnull.

Jüngster Reiter war mit Abstand der erst 18-jährige Harry Charles, Sohn des Mannschaftsolympiasiegers von 2012, Peter Charles. Mit seinem auch erst neunjährigen Holsteiner Sieco v. Cachas nahm er in Runde eins drei Stangen mit und trat im zweiten Umlauf nicht mehr an.

Die zweitbeste britische Teamleistung lieferten Anna Power und der AES-Wallach Blazer B v. Tombola: null und vier Fehler.

Belgien auf Rang drei

Platz drei ging an die belgische Mannschaft von Manuel Casais mit 28 Fehlern. Im Team ritten Virginie Thonon auf High Tech Vy de Septon (12/0), Arnaud Doem mit Hocus Pocus de Messitert (8/4), Rachel Steffen auf Uncanto Di Villagana (8/8) und Annelies Vorsselmans im Sattel von Wilandro (4/4).

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Grand Prix an Daniel Bachmann-Andersen

In Aalborg wird auch Dressur geritten. Der Bereiter des dänischen Gestüts Blue Hors, Daniel Bachmann Andersen, konnte seiner beeindruckenden Erfolgsbilanz 2018 noch einen weiteren Sieg hinzufügen.

Für seinen Blue Hors Zepter, einen erst zehnjährigen Oldenburger Sohn seines Weltcup-Finalisten Zack, war Aalborg erst der vierte internationale Grand Prix seiner Karriere. Ergebnis: 76,217 Prozent.

Da mussten sich die verhinderten niederländischen EM-Teilnehmer Emmelie Scholtens und ihr UB40-Sohn Apache hinten anstellen (73,870).

Und auch die schwedische EM-Fünfte Therese Nilshagen und der Oldenburger Hengst Dante Weltino (v. Danone) hatten keine Chance: Rang drei mit 73,087 Prozent.

Nicht so gut lief es für den dänischen Shooting Star Bohemian (der eigentlich ein Westfale ist) unter der EM-Dritten Cathrine Dufour. Der erst achtjährige Bordeaux-Sohn, der dieses Jahr schon mit ersten Grand Prix-Siegen auf sich aufmerksam machen konnte, mochte sich dem dänischen Magazin Ridehesten zufolge nicht so recht mit dem Viereck in Aalborg anfreunden, hatte Angst und machte daraus Fehler, so dass es heute nur 65,717 Prozent gab für das Paar.

Ausgeschieden ist ein weiteres EM-Paar: Anna Zibrandtsen und der KWPN-Hengst Arlando. Der Paddox-Sohn, den die Dänin von Diederik van Silfhout übernommen hatte, nachdem der mit ihm schon Mannschaftseuropameister geworden war und bestes Paar bei den Olympischen Spielen in Rio, hatte sich wohl auf die Zunge gebissen und wurde wegen Blut im Maul disqualifiziert. Für Zibrandtsen ist das Turnier damit beendet, denn der heutige Grand Prix war die Qualifikation für die Kür.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

St.GEORG GRATIS LESEN!

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist! Das bietet der
St.GEORG Newsletter. Jetzt abonnieren und Sie erhalten eine Ausgabe
St.GEORG als ePaper gratis - zum immer und überall lesen.