Hickstead: Nächster Nationenpreissieg für Schweden, bitterer Tag für die Deutschen

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(© FEI/Libby Law)

Eines hat sich in den vergangenen Wochen herauskristallisiert und heute im Nationenpreis von Hickstead noch einmal bestätigt: Wer bei der EM in Rotterdam im Parcours vorn sein will, muss an den Schweden vorbei

Rol-Göran Bengtsson und Oak Grove’s Carlyle mussten sich gar nicht bemühen, ihre Mannschaftskollegen hatten den schwedischen Sieg auch ohne sie perfekt gemacht. Im ersten Umlauf blieben alle drei weiteren Teamreiter ohne Abwurf: Fredrik Jonsson auf Cold Play – das einzige Paar, das in dieser Kombination im WM-Silberteam der Schweden dabei war –, Angelie von Essen und Luikan Q sowie Peder Fredricson auf Sacramento. Sowohl Angelie von Essen und Luikan, die ja auch beim Sieg der Schweden in Aachen dabei waren, als auch Peder Fredricson gelangen zwei fehlerfreie Umläufe. Einzig Fredrik Jonsson und Cold Play hatten als erstes Paar in Runde zwei einen Abwurf.

Für die Schweden ist es der dritte Sieg in Folge nach Falsterbo und Aachen. Wobei Aachen ja nicht für die FEI-Nationenpreiswertung zählt, weil der gastgebende ALRV sich seinerzeit weigerte, seinen langjährigen Sponsor Rolex zu Gunsten des Nationenpreis-Sponsors Longines aufzugeben.

Platz zwei ging an die Iren mit acht Fehlerpunkten, gefolgt von Italien, die mit zehn Strafpunkten aus dem Parcours kamen.

Super Auftritt von Ehning und Debütant Jung

Die Deutschen belegten Rang sieben von acht Teams. Richtig gut lief es für Marcus Ehning, der mit Comme il faut zweimal fehlerfrei blieb. Vielseitigkeitsolympiasieger Michael Jung, der zum ersten Mal die deutschen Farben in einem Spring-Nationenpreis vertrat, hatte mit Chelsea einen Abwurf im ersten Umlauf. Im zweiten legten auch sie eine tolle fehlerfreie Runde vor.

Weniger gut lief es für Johannes Ehning auf C-Jay und Patrick Stühlmeyer mit Chacgrano. Letztere lieferten im ersten Umlauf nach 15 Fehlern das Streichergebnis. Im zweiten hatten sie zwei Abwürfe. Doch ihr Ergebnis zählte, weil Johannes Ehning und C-Jay ausschieden. In Runde eins waren es neun Fehler für die beiden geworden.

Das Fazit von Bundestrainer Otto Becker, das er der FN gab: „Ich bin froh, dass die Nationenpreis-Saison für uns vorbei ist. Sie stand dieses Jahr einfach unter keinem guten Stern. Auch wenn wir mit dem Ergebnis hier in Hickstead nicht zufrieden sein können, kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie haben alle gut gekämpft“, so Becker.

Und weiter: „Comme il faut sprang heute vom Feinsten. Auch Michael Jung und FischerChelsea haben das sensationell gemacht.“

Jung war als Nachrücker ins Team berufen worden: „Der ist aus dem richtigen Holz geschnitzt. Den rufst du am Tag vor der Abfahrt um Mitternacht an und der reitet hier seinen ersten Nationenpreis als hätte er nie etwas anderes gemacht, dazu noch auf einem so speziellen Platz.“

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Nationenpreis-Gesamtwertung

Eine gute Platzierung wäre wichtig gewesen für die deutschen Springreiter in Hinblick auf die Qualifikation für das FEI-Nationenpreis-Finale in Barcelona. Aktuell liegt Deutschland auf Rang fünf der Europa Division I. Die umfasst insgesamt zehn Teams, sieben reisen nach Barcelona. Für Deutschland ist die Qualifikationsreihe beendet. Aber ein Turnier, der CSIO Dublin vom 7. bis 11. August, steht noch aus. Es könnte also passieren, das ein anderes Team Deutschland doch noch aus der Reihe der Qualifizierten kegelt.

Das vollständige Ranking finden Sie hier.

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