Kommentar: Barren oder Touchieren – Was bedeutet der RTL-Beitrag für den Reitsport

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Jan Tönjes, Chefredakteur St.GEORG (© st-georg.de)

Barren oder Touchieren – es ist viel mehr als der Imageverlust für den Reitsport nachdem große Medien das Thema Beerbaum und Barren aufgegriffen haben. Diesmal kann man nicht mit dem Finger auf den modernen Fünfkampf zeigen. Nicht nur, weil die Bilder aus dem Amateursport denen von Athletin Annika Schleu aus Tokio ähneln – einzig das „Hau drauf“ fehlt – sondern weil es um einen Olympiasieger geht. Ein Kommentar.

Unabhängig von ihrer reißerischen Machart, Mutmaßungen und Boulevard-Elementen hat die RTL-Sendung zum Barren zwei grundlegende Fragen wieder in den Fokus gerückt:

Erstens, wie wichtig es wäre, das Touchieren – so man denn bei Begriff und Definition bleiben möchte – klarer, griffiger, plausibler und damit auch für Pferdelaien verständlicher zu definieren. Gäbe es eine Formulierung, die wissenschaftlich untermauert Menschen erläutert, wann wie und warum „touchiert“ wird, sollte sich auch ein Mitarbeiter der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) finden lassen, der das dann vor einer Kamera vertreten kann. Mit einem klaren Statement des Dachverbandes würde der organisierte Pferdesport die Deutungshoheit für sich reklamieren.

Und – ja, warum nicht sogar mit einem Video, von dem so viele befürchten, es würde zur Bedienungsanleitung von Hobby-Barrern werden. So, als würde halb Reiter-Deutschland nur auf so etwas warten. Wenn man „Touchieren“ möchte, dann ist die konkrete Darstellung, wie es richtig geht, nur konsequent. Denn dann gibt es nicht zu verstecken, man verhindert schließlich künftige Abwürfe einer schweren Stange. Oder?

Zwei Wahrnehmungen: FN und FEI

Das Schweigen aus Warendorf – RTL will ja um Stellungnahme gebeten haben – und die schon im Mai 2021 erhobene Forderung, das vollständige Material müsse seitens der FN gesichtet werden bevor man sich äußern könne, überlässt das Feld anderen Personen. Die melden sich öffentlich zu Wort. Interessant: Während man in Warendorf nicht erkennen kann, wie die Sequenzen des mutmaßlichen Barrens einzuschätzen sind, sieht sich der Weltreiterverband FEI offenkundig sehr wohl dazu in der Lage: „Die FEI verdammt jedwede Form des Missbrauchs von Pferden und die Trainingsmethoden, die in dem Videomaterial von RTL gezeigt werden, sind aus der Perspektive des Pferdewohls völlig inakzeptabel und verstoßen gegen die Regeln der FEI“. „Völlig inakzeptabel“! Klare Worte. Aus Lausanne, nicht aus Warendorf.

Andererseits kann man das Zögern der FN verstehen. Sie kann sportgerichtlich gegen Verstöße vorgehen. Dafür muss klar sein, wer was getan hat. Nur wenn unstrittig ist, dass hier der Inhaber/ die Inhaberin einer Jahresturnierlizenz bei einer tierquälerischen Handlung gefilmt wurde, kann die FN gegen diese Person vorgehen. So sind die Regeln und es gut so, dass sie so sind. Dafür muss man die Agierenden identifizieren. Nachgefragt haben wird man wohl mittlerweile bei den Beerbaum Stables.

Der Verband will Beerbaum nicht vorverurteilen. Die Beschaffenheit der verwendeten Holzlatten ist nicht zu erkennen, ist ein zentraler Aspekt für die Beurteilung Barren oder Touchieren. Aber eben nur einer.

Der zweiter Punkt: Letztendlich geht es in dem RTL-Film um viel mehr als um das Barren dreier Pferde. Es geht ums Ganze. Das machen die Sequenzen aus dem Amateursport deutlich, die RTL ja nicht zufällig sendet. Ebenso wenig wie die schon aus anderen Veröffentlichungen bekannten Expertinnen und die Geschichte des angeblich schwer traumatisierten Springpferdes, dessen Wert einst im „sechsstelligen“ Bereich angesiedelt gewesen sein soll. So wie der Rappe springt, erkennt man dieses Potenzial nicht auf den ersten Blick. Aber auch hier gilt: Mag sein, dass er es einst besser konnte und dass er tatsächlich Schlimmes erlebt hat. Möglich ist es, dokumentiert ist es hier nicht und der junge Mann hat auch schon eine Richtigstellung in den Sozialen Netzwerken gepostet, weil er die Geschichte des Pferdes nicht exakt wiedergegeben findet.

Wie gehen wir sportlich mit dem Pferd um?

Es geht um den Reitsport, um Wettkämpfe, Turniere. Darum, wie sportlich in der Öffentlichkeit mit Pferden umgegangen wird. Diejenigen, die nun wahlweise von „Haflinger-, Wendy- oder Halsringreitern“ sprechen, die ja alle Ahnungslose seien, machen es sich zu einfach. Argumente wie „600 Kilogramm müssen gehorchen, sonst werden sie gefährlich“, sind per se nicht falsch, aber treffen hier nicht den Punkt. Auch für den Verweis auf (Freizeit-)Pferde, die „auf der Vorhand durch den Wald laufen und dabei kaputtgehen“ oder „schon immer lahm“ waren, werden sich zweifelsohne Belege finden. Doch wie zielführend ist es, wenn Lagerbildung und Fraktionszugehörigkeit sich immer mehr ausbreiten?

Stichwort Qual: Egal, wie man zum Touchieren steht, schlecht sitzendes Sattelzeug, falsch verschnalltes Equipment, falsche Hufbearbeitung – im Alltag eines Pferdes sind das vermutlich Faktoren, die dem Pferdewohl nicht zuträglich sind. Unwissenheit schützt nicht vor Fehlverhalten.

Es gibt tierquälerische Untaten, die Pferden angetan werden, damit sie beispielsweise vorsichtiger Springen. Elektrosporen oder Gamaschen, Strom auf Knopfdruck. Das ist zweifelsohne Tierquälerei. Das ist verabscheuungswürdig.

Wenn ein Pferd selbst über dicksten Klamotten wie sie im Nationenpreis in Aachen stehen, noch gefühlt einen Meter Luft hat, weckt das Argwohn. Wenn ein Junghengst auf einer Körung lieber über die seitliche Begrenzung, 1,60 Meter bis 1,80 Meter hoch, aus der Freispringgasse springt, als vertrauensvoll über das 40 Zentimeter-Kreuz vor ihm, müssen die Alarmglocken schrillen. Auch der permanent im Pferd bohrende Sporn des Hobbysportlers sollte und darf nicht sein. Nicht auf dem Turnier und genauso wenig zuhause.

Physiker sind gefragt

Wenn ein Pferd im Springen eine Stange abwirft, dann rollen (bei einer handelsüblichen 3 Meter Stange) ca. 12 Kilogramm aus der flachen Auflage. Wenn nun „touchiert“ wird (dünne, maximal zwei Kilogramm schwere Stange), ist das zumindest vom Gewicht her nur ein Sechstel. Ist das schmerzhafter? Ich bin kein Naturwissenschaftler, aber dass der Schreck größer sein wird als der Eindruck, den die „Touchierstange“ im Vergleich zur üblichen Stange hinterlässt, erscheint mir erstmal plausibel. Ein „Hallo wach“ also, eine erzieherische Maßnahme? Aber ist das wirklich so? Oder ist das Journalisten-Physik? Aussagen dazu, exakt berechnet und wissenschaftlich von Experten aus anderen Bereichen (Tiermedizin) untermauert – das wär’s jetzt. Und 32 Jahre nach der Barr-Affäre könnte so etwas ja auch schon vorliegen.

Ein Wort noch zu den Stangen mit den Noppen: Ich selbst habe 1989 in einem amerikanischen Springstall Stangen gesehen, in denen hunderte abgekniffene Nägel eingeschlagen waren. Gleiches Prinzip, nur deutlich brutaler. Heutzutage wird kaum etwas mehr untersucht als das Bein eines Springpferdes auf einem internationalen Turnier. Gamaschenkontrolle – „Zucki“-Verbot –, Wärmebildkamera-Check und das Scheren des Saumrandes am empfindlichen Übergang zum Huf ist mittlerweile auch verboten und wird überprüft. Kaum vorstellbar, dass ein international tätiger Springstall das Risiko einer Hautabschürfung durch die Kunststoffspikes an der Stange im Training eingeht. Dann fiele das besagte Pferd schließlich erstmal aus.

Wenn aber unterschiedliche St.GEORG-Leserinnen und Leser als erste Reaktion auf den RTL-Beitrag von „aussortierten Springpferden“ berichten, die keinen Platz betreten, wenn dort ein Cavaletti steht, dann ist klar: Es läuft was falsch. Und diejenigen, die diese Beispiel anführen, sind durchaus für einen sportlichen Umgang mit dem Pferd und erkennen die Defizite dieses Stücks RTL-Boulevard-Journalismus durchaus. Sportlich, aber fair!

Vielleicht zögert die FN auch, weil sie genau weiß, dass sich das Problem bei weitem nicht auf ein paar sekundenlange Videosequenzen in den Beerbaum Stables reduzieren lässt. Der Spitzensport steht bei vielen unter Generalverdacht, schlimm genug einerseits, andererseits wird die Diskussion – disziplinübergreifend – aber leider durch das Handeln einzelner immer wieder angefacht.

Aber ist das der einzige Schauplatz?

Was ist mit den Sätzen in Springpferdeprüfungen beim Bundeschampionat, auf einem Gelände, auf dem die die FN Hausrecht genießt? Was ist mit den „Handstand-Springern“ bei Körungen, die mitunter, aber eben nicht immer nach Hause geschickt werden?

Es sind viele Fragen, die sich auftun. Sehr viele. Denen muss man sich stellen. Dazu bedarf es als allererstes einer klaren Position der FN, die über den bloßen Verweis auf das Tierschutzgesetz hinausgeht.

Denn schmerzfreies Training ist eine Selbstverständlichkeit. Oder?

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  1. Daniela Behr

    Sehr gut kommentiert.
    Es ist nicht nur ein Video, sondern viel mehr was zur Diskusson ansteht.
    Mit der Videoanleitung wie touchiere ich ein Pferd, warum touchiere ich überhaupt wäre Vielen glaube ich geholfen, auch wenn ich dies persönlich nicht gut finde. Das Touchieren, welches ja offiziell erlaubt ist, hätte kein negatives Beigeschmäckle bei Nicht-Reitern oder in der Öffentlichkeit. Zur Rollkur gab es ja genaue Beschreibungen, wie lange sie dauern darf.

    Welchen Einfluss haben Sportler auf die Hobbyreiter, die meisten wollen alles richtig machen und orientieren sich an den Profi´s. Ich bin gespannt wie es weitergeht, aber gerade jetzt wo vielleicht mal nach dem 5 Kampf Debakel ein bißchen Ruhe reinkommt, wird das hier glaube ich in der Öffentlichkeit viel grössere Kreise und Konsequenzen ziehen.

  2. Friedrich Koerner

    Dieser Kommentar ist sehr gut und kann bei einem Thema das unsachlich diskutiert wird
    Zur sachlichen Lösungsfindung beitragen.
    Selbst wenn man das ‚x Geschmäcker aussen vorläßt, daß hier einem bedeutenden Springstsll ( wie damals bei Paul) ein ‚ mitgegeben werden sol bestehen do h folgende Fakten:
    1) Seit es Springreiten gibt seit über 100 Jahren, wird gebarrt jawohl um die Pferde zum vorsichtigen Springen zu veranlassen.
    ( ich spreche hier NICHT von Stangen gegen die Beine hauen, schmeissen)
    2) Seit 1990, der Affäre mit Schockemöhle, wird dies als Tierschutzthema behandelt
    3) Ich bin damals sehr oft auf Turnieren geritten was hat sich ereignet??
    A) Wir sahen Transporter und Hänger mit Hindernismaterial im das Wäldchen vor dem Veranstaltungsort abbiegen, was dort ablief ist wohl klar….
    B) NOCH VIEL SCHLIMMER GING ES IN DEM SPRINGPFERDEPRÜFUNGEN ZU:
    VOR DEN AUGEN DER Richter wurden die Pfèrde im Parcours “ gesäubert‘ ( Null oder 20 Fehler hieß das hinter vorgehaltener Hand!!
    Das oft aus vollem Tempo!!
    Ich habe in all den Jahren nicht erlebt , daß der Reiter zum Richter gerufen wurde!
    WAS WÄRE V.A. DEN JUNGEN PFERDEN BEI SACHLICHEM VORBEREITEN, AUCH MIT BARREN ERSPERT GEBLIEBEN.
    ALLE DIE SICH HEUTE AUFREGEN SOLLEN DOCH GENAU HINSCHAUEN WENN DIE SPRINGEN [email protected]
    Wenn Barren verboten wird greifen die Akteure zu Tapes Gamaschen u.s.w.!

  3. Carolin Wadler

    Ja, alles sollte offen diskutiert werden. Touchieren haben wir früher auch betrieben, aber vorsichtig und nur bei wirklich qualifizierten und talentierten Pferden, die die Hindernisse so überwinden konnten. Es war für ein gutes Springpferd so ein „hallo wach“ Ruf, der keinesfalls verletzen sollte, aber es gibt, wie bei Menschen auch, Schussel, die ihr Talent nicht erkennen. Einmal trainieren hat da gereicht und man konnte erkennen, daß die Pferde trotzdem mit losgelassenem Rücken auch über den Oxer ohne Angst gesprungen sind. Leider wird das auch bei Pferden angewendet, die aufgrund physischer und psychischer Anlagen nicht geeignet sind und aus Geldgier oder verspinnertem Ego der Besitzer dazu verheizt werden.

  4. L. Korn

    Im Grossen und Ganzen ein guter Artikel, jedoch hinterlässt der Absatz mit der Physik grosse Fragezeichen bei mir:
    Kraft=Masse*Geschwindigkeit. So lernt man es im Physikunterricht. Zudem kommt es immer darauf an, in welche Richtung eine Kraft wirkt. Wenn ein Pferd über eine Hindernisstange springt und beim „drüberwischen“ die ruhig liegende Stange abwirft so hat es die Stange selbst in Bewegung gebracht. Nun wird beim Barren, Touchieren, was auch immer… eine – wenn auch – deutlich leichtere Stange mit einer gewissen Geschwindigkeikeit gegen die Vordergliedmaßen des Pferdes geschlagen, touchiert, was auch immer. Etwas, was das Pferd durch seinen Sprung nicht selbst verursacht hat.
    Als vergleich: der Hochspringer hat auch keine Schmerzen, wenn er beim drüberwischen die Stange reißt. Was würde er sagen, wenn man ihm dieselbige auf den Oberschenkel schlagen würde?! Jede Stange, egal wie dünn tut weh, mit der richtigen Geschwindigkeit.
    Darf hier nicht die Frage gestellt werden, warum sich der Mensch, Trainer, Reiter einer in meinen und vielen anderen Augen Perversität bedienen muss?! Wieso sind denn pferdefreundliche Trainingsmethoden wie Chiron aus den Lehrbüchern der FN verschwunden? Mir geht es einfach nicht in den Kopf, dass solche Methoden Bestand haben dürfen – wohl unter dem Deckmantel der FN.

  5. Marcus A.

    Guter Artikel.
    Für mich erschliesst sich aber nur eine Frage oder Problemstellung? Wie wollen wir in der Öffentlichkeit oder bei Nichtreitern wahrgenommen werden? Wollen wir uns abschaffen, oder nur noch als Nischensportart existieren? Es geht hier um die Existenz unseres Hobbis, unserer Lebenseinstellung. Wir wissen das man mit einem 600kg Tier anders umzugehen hat als mit einem Chihuahua, aber der immer größer werden Teil der Bevölkerung die nicht mehr weiss wo ihre Nahrung herkommt und wie sie produziert wird, der kann man das nicht begreiflich machen. Wie auch? Alle Reiter werden als elitäre Tierquäler gesehen die Millionen ausgeben und auch wieder verdienen…. Da können wir noch so an der Definition des Touchierens herumbasteln… Aus dem Dilemma gibt es nur ein Weg raus. Abschaffung des Touchierens…. Die Amateure brauchen das eh nicht und die Profis werden das verschmerzen können. „Einfach gut reiten“ hilft manchmal…..

  6. Harald Grau

    Ich habe im Laufe meiner langjährigen Amateurreiterei vieles gesehen,wie Pferde gerichtet wurden,Barren,Strom,kein Wasser,ausgebunden in der Box und sonstigen Schweinereien,um die Tiere gefügig zu machen und das waren größtenteils Profis oder solche die es sein wollten,was sind unsere Spitzenreiter?manche große Pferdehändler und hier geht es oft um Millionenbeträge also wenn es nicht klappt wird nachgeholfen.Mir fielen hierzu einige Namen ein.Wer nur ein bisschen Einblick hat der wundert sich nicht über solche Bilder.Und warum erlaubt man das touchieren,wo ist die Grenze zum Barren das ist doch lächerlich wie hier das ganze schöngeredet wird.Es passiert den Saubermännern und Frauen doch nichts ansonsten würden sie es hinter verschlossenen Türen machen,was auch passiert.Wann wird hier mal richtig durchgegriffen.

    • Doris

      Absolut richtig Herr Grau… ähnliche Erfahrungen „durfte“ auch ich machen. Je mehr Geld und ungesunder Ehrgeiz im Spiel sind, desto skrupelloser wird agiert. Es sind aber auch die Eigentümer der Pferde gefordert, die mitunter Druck auf die Profis ausüben…zum Nachteil der Pferde.

  7. Doris

    Absolut richtig Herr Grau… ähnliche Erfahrungen „durfte“ auch ich machen. Je mehr Geld und ungesunder Ehrgeiz im Spiel sind, desto skrupelloser wird agiert. Es sind aber auch die Eigentümer der Pferde gefordert, die mitunter Druck auf die Profis ausüben…zum Nachteil der Pferde.

  8. Sascha

    In diesem Artikel wird umfassend deutlich gemacht, was im Reit“sport“ schief läuft und zwar gewaltig schief. Über Jahrzehnte wurde es von dem entsprechenden Klientel so eingefädelt und zementiert, dass der gewinnt, der sich einerseits die teuersten Pferde leisten kann und andererseits den skrupellosen Tierquäler gibt. Sport treiben nur die Pferde. Ihre Leistung ist grandios. Aber Entschuldigung, will man hier allen Ernstes weiterhin behaupten, dass diese Tierquälerei Sport ist? Ich kann den Herren P. Schockemöhles und Beerbaums und wie sie alle heißen gerne einmal aufzeigen, dass dies mit Sport nichts zu tun hat: Ich habe als Jugendliche einen Vollblutaraber, der mehrere Tage im Stall stand, weil seine Besitzerin nicht aufgetaucht ist, auf einem Ausritt reiten sollen. Als erstes saß ich ab und macht dem Pferd den Stoßzügel raus. Dann stieg ich auf, obwohl die eine Herrin des Hauses in unmittelbarer Nähe den Rasenmäher anwarf und das Pferd natürlich scheute. Schließlich warf es mich die ersten 100 m aus Versehen ab, aber ich war nach 2 sec wieder im Sattel, obwohl ich nicht einmal mehr die Zügel in der Hand hatte. Ich möchte nicht wissen, wie das für die hochgekürten Herrschaften ausgegangen wäre. Die Lösung ist einfach: Wer sein Pferd nicht ohne Zaum, Sporen etc. auf einem einfachen Parcours reiten kann, ist disqualifiziert. Jetzt versteht auch hoffentlich jeder, warum P. Schockmöhle damals sagte: „Ich muss hier ganz klar unterstreichen, wenn das absolute Barr-Verbot in Kraft tritt, höre ich mit den Pferden ganz auf ….“. Warum hat man diese Chance vertan?

    • Harald

      Hallo Sascha,
      das ist ganz einfach beantwortet,überall in den Gremien und Verbänden sitzen doch diese Damen und Herren oder deren Vertreter.Der Markt wird von diesem Klientel beherrscht und eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus,was da sonst noch getrieben wird möchte ich nicht alles wissen.Vornerum die Saubermänner der Nation dahinter Tierquäler,aber auch hier passiert nichts
      es wird genausowenig geschehen wie vorher auch.Die solche Geschehen ans Tageslicht bringen werden mit androhen von Schadensersatzforderungen in Millionen höhe abgeschreckt.Solange Tiere als Sache behandelt werden lachen diese Herrschaften laut.Erst wenn der Shitstorm zu gross wird geschieht vielleicht was.

  9. Anja

    Die Bilder auf dem Video sind grenzwertig.
    Aber machen wir uns doch nichts vor, was hinter geschlossenen Hallentüren geschieht, ist mit Sicherheit wesentlich schlimmer.
    Dafür geht es um zuviel Geld und solange Dressurvorstellungen wie die von E. Gal usw. derart hoch benotet werden, fast Kopf stehende Pferde beim Freispringen gekört werden, muss man sich doch nicht wundern. Dem Erfolg wirde recht gegeben.

    Und man muss nicht nur im Profisport schauen. Wer auf einem Amateurturnier richtig hinschaut, kann auch tolle Dinge sehen. Da wird in einer normalen L-Dressur die Zunge am Gebiss festgebunden, damit das Pferd sie nicht über die Gebisse bekommt usw, usw…..
    Und die finanzstarken Eltern, die dem überforderten Kind vom Rand auch nur lautstark die Unterstützung geben „ordentlich drauf zu hauen“ Gibts nicht nur beim Fünfkampf.


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